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Hochschule der Medien

Talente der Studenten, Teil 2

Parkour: Im Wettkampf mit sich selbst

"Wer in ein Blumenbeet tritt, muss zehn Liegestütze machen", lautet die einzige Regel beim Parkour-Sport, wie Elmar Schaaf erklärt. Seit über zwei Jahren hält sich der HdM-Student damit fit und trainiert auch auf dem Campus in Stuttgart-Vaihingen. Wie das aussieht, hat er der HdM-Redaktion gezeigt.

Zur Detailansicht HdM-Student Elmar Schaaf posiert auf einem großen Hinkelstein.

HdM-Student Elmar Schaaf posiert auf einem großen Hinkelstein.

Zur Detailansicht Mit kleinen Sprüngen nahe der S-Bahn-Station Universität wärmt er sich auf.

Mit kleinen Sprüngen nahe der S-Bahn-Station Universität wärmt er sich auf.

Zur Detailansicht Die Abstände der Wände werden allmählich größer.

Die Abstände der Wände werden allmählich größer.

Zur Detailansicht Zwischendurch übt er Präzisionssprünge aus der Bewegung.

Zwischendurch übt er Präzisionssprünge aus der Bewegung.

Zur Detailansicht An den Balken und Wänden an der Uni-Mensa trainiert er gern.

An den Balken und Wänden an der Uni-Mensa trainiert er gern.

Zur Detailansicht Sein nächstes Ziel: Die 3,5 Meter hohe Wand erklimmen, Fotos: Franziska Böhl.

Sein nächstes Ziel: Die 3,5 Meter hohe Wand erklimmen, Fotos: Franziska Böhl.

Der Campus Vaihingen ist ein beliebter Treffpunkt, nicht nur für Studenten, sondern auch für Sportler. Einer von ihnen ist der 20-jährige Elmar. Der Online-Medien-Management-Student der HdM nutzt den Campus regelmäßig für seinen Parkour-Sport. Beim Parkour wird nicht der Sportplatz aufgesucht, um Übungen zu machen, sondern man nutzt das umliegende Gelände, um seine Muskeln zu trainieren, seine körperliche Fitness und Geschicklichkeit zu verbessern. Wie einst beim Quer-Feld-Ein-Lauf über Stock und Stein nutzt man die vielen Möglichkeiten, um zum Beispiel Sprünge zu üben oder das Laufen zu trainieren. Beim Parkour allerdings nutzt der Sportler auch Wände, Bäumstämme oder Felsen, um daran Übungen zu machen oder daran hoch zu klettern.

Geräte braucht der Drittsemester Elmar für den Parkour-Sport nicht: "Beim Parkour geht es um Effizienz, also wie man am schnellsten und kraftsparendsten von A nach B kommt." Flips und andere Kunststücke wie beim Free-Running gibt es nicht. Im September 2010 hat er mit Parkour angefangen und hatte nach dem ersten Training "den schlimmsten Muskelkater meines Lebens", erinnert sich Elmar. Erst nach fünf Tagen ist er weggegangen. Die Schmerzen nahm er gerne in Kauf, ebenso den hohen Verschleiß an Turnschuhen. "Für Parkour reichen ganz normale Sportschuhe. Sie sollten leicht sein, sich dem Fuß anpassen und guten Gripp haben." Mit Gripp meint er die Haftung an Wänden, Steinen und anderen Oberflächen.

Die Lieblingsübungsplätze auf dem Campus

Eine gute Haftung braucht er auch, wenn er beispielsweise an der Uni-Mensa die bis zu 3,5 Meter hohen Wände hochklettert oder auf den Dach-Balken herumläuft. Das Höhentraining ist für ihn eine besonders schwierige Übung, denn er bekommt ein mulmiges Gefühl, wenn er längere Zeit auf den schmalen Balken steht. An der S-Bahn-Station Universität springt er am liebsten von Mauer zu Mauer. Aktuell schafft er aus dem Stand einen Sprung von 9,5 Fuß. Eines ist bei allen Sprüngen wichtig: die Konzentration. "Man sollte zu 100 Prozent dabei sein."

Ein- bis zweimal pro Woche trainiert Elmar für jeweils drei bis vier Stunden. Mehr Zeit bleibt ihm nicht, denn nebenbei engagiert er sich in einer sozialen Jugendgruppe, spielt Schlagzeug, ist beim Kulturreferat vom Unabhängigen Studierendenausschuss und beim Allgemeinen Studierenden-Ausschuss der HdM.  

Die Stadt mit anderen Augen entdecken

Gern trainiert Elmar auch mit anderen. Der Stuttgarter Parkour-Verein bietet über die Webseite und den Facebook-Auftritt gute Möglichkeiten, um Treffen auszumachen. Jeden dritten Samstag fahren die Mitglieder in eine andere Stadt. "Ein paar waren zum Trainieren schon in Paris oder Wien", sagt Elmar, der im Verein schon einige Freundschaften geknüpft hat.

Parkour ist für Elmar aber nicht nur ein gutes Rundum-Fitness-Training, sondern auch eine Art Freiheit. "Man kann die Stadt mit Parkour anders sehen und entdecken. Während zum Beispiel die Leute die Treppe nehmen, kann ich die Wand daneben hochklettern." Eins stellt Elmar noch klar: "Ein Wettbewerb ist Parkour nicht. Man steht im Wettbewerb mit sich selbst. Das reicht."

Das gute Gefühl nach dem Training

Ganz ohne Verletzungen vergingen die letzten 2,5 Jahre mit Parkour aber nicht: Das Handgelenkt hat sich Elmar einmal leicht geprellt und im letzten Sommer erlitt er eine Verletzung am Meniskus, als er bei einem Präzisionssprung weggerutscht ist. Mehrere Monate musste er aussetzen. Um Verletzungen, wie zum Beispiel Bänderrisse, zu vermeiden, wärmt er sich meist eine halbe Stunde auf. Auch zu Hause trainiert er, macht Liegestütze, Kniebeugen oder Rücktraining. "Draußen kommt die Kondition dann ganz allein."

Elmar trainiert immer, egal zu welcher Jahreszeit. "Im Winter sind wir vom Verein auch mal in einer Halle und verbessern unsere Technik." Aber am liebsten bleiben die Sportler in der Natur. "Manchmal muss man bis zu einem Jahr trainieren, um ein Hindernis zu überwinden, aber wenn man es geschafft hat, hat man ein gutes Gefühl."

Dein Hobby ist auch interessant? Dann melde dich bei der HdM-Redaktion. 

Online-Medien-Management-Studenten haben Elmar Schaafs Hobby in einem Clip vorgestellt.

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

12. April 2013

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