DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Sozialerhebung

Mit 323 Euro durchs Studium

Gerade einmal 108.374 Studenten gab es Anfang der 1950er Jahre in Deutschland. Heute sind es rund 2,5 Millionen. Wie sich das Studentenleben verändert hat, dokumentiert seit 60 Jahren die Sozialerhebung. Hier die neuesten Ergebnisse – und ein Rückblick.

Wie sich das Studentenleben verändert hat, zeigt die neue Sozialerhebung.

Wie sich das Studentenleben verändert hat, zeigt die neue Sozialerhebung.

Der typische Studierende von heute ist 24,4 Jahre alt, männlich, studiert BWL, verbringt 42 Stunden pro Woche mit Studium und Arbeit, wohnt mit seinem Partner in einer Wohnung und lebt von 864 Euro im Monat – so lautet zusammengefasst das Ergebnis der 20. Sozialerhebung vom Institut für Hochschulstatistik (HIS), das Ende Juni 2013 veröffentlicht wurde.

Seit 60 Jahren dokumentiert das HIS die wirtschaftliche und soziale Lage des akademischen Nachwuchses in Deutschland. Die Sozialerhebung wurde 1951 zum ersten Mal vom Deutschen Studentenwerk und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegeben.

Trendstädte Bonn, Köln oder Münster

1951 war der Großteil der Studenten männlich (82,2 Prozent), heute dagegen sind es nur noch 52 Prozent. Allerdings studierte die jungen Männer und Frauen entweder in Bonn, Köln oder Münster (17.875 Personen), gingen während des Semesters nicht arbeiten und mussten mit 50 bis 100 Mark im Monat auskommen. Heute ist die regionale Verteilung der Studenten deutlich größer, aber damals immatrikulierten sich 35 Prozent der Studienanfänger, also 3.150 Personen, in den drei genannten Uni-Städten. Im Vergleich dazu hatten Erlangen, Würzburg und München nur 715 Erstsemester, obwohl die Gesamtzahl der Studenten mit 16.535 Personen ähnlich hoch war.

Völlig verändert hat sich auch der Arbeitsaufwand mit Studium und Nebentätigkeit. Heute jobben zwei von drei Studenten, hingegen ging 1951 nur jeder Dritte einem Job im Semester nach, arbeitete bis zu zwölf Stunden pro Woche und verdiente etwa 50 Mark im Monat. Heute liegt der durchschnittliche Verdienst eines Studentierenden bei 323 Euro im Monat. In beiden Fällen waren Studenten auf die zusätzliche Unterstützung durch die Eltern oder auf Ausbildungsbeihilfen, Stipendien und die Förderungen durch das Studentenwerk (Mensa, Wohnheim, etc.) angewiesen.

Studenten in der Nachkriegszeit

Auch in weiteren Punkten gab es große Unterschiede: Beispielsweise wohnte 1951 über die Hälfte der Studenten zur Untermiete. Wohngemeinschaften entwickelten sich erst ab Mitte der 1960er Jahre. Ein ebenfalls großer Teil hatte außerdem noch mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges zu kämpfen: So hatte jeder fünfte Student (20,1 Prozent, 21.756 Personen) keinen Vater mehr, jeder vierte Student war zudem kriegsversehrt (15,4 Prozent) oder kehrte erst nach 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurück (9,7 Prozent). Etwa jeder achte Student (13,25 Prozent) war ein Kind von Flüchtlingen, also Heimatvertriebener.

Die Dokumentation über das Studentenleben ist aber noch weitaus ausführlicher, denn in dem aktuellen über 600-seitigen Bericht wird nicht nur beschrieben, wie Studenten leben, wohnen, studieren, arbeiten oder wofür sie Geld ausgeben, sondern er verrät auch interessante Details zum Thema Studieren mit gesundheitlicher Beeinträchtigung, mit Kind oder mit Migrationshintergrund. Den vollständigen Bericht gibt es online auf der Webseite der Sozialerhebung.

Franziska Böhl

WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren