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Sixt-Werbung

Schon immer schnell geschaltet

Der Autovermieter Sixt nutzt aktuelle Ereignisse in Politik und Gesellschaft und modelt diese in seinen Anzeigen zu provokanten, aber auch witzigen Motiven um. So entsteht Werbung, die Spaß macht. Nicht nur Sixt, sondern auch uns.

Sixt Werbung

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Aus den Schlagzeilen auf das Sixt-Plakat: Angela Merkel; Foto: Sixt

Man nehme einen Prominenten oder Politiker, einen Fauxpas, den dieser begangen hat, setze darunter einen frechen Spruch, der mit diesem zu tun hat und raus kommt ein amüsantes Werbeplakat. Von Sixt. Der Autovermieter verfolgt dieses Prinzip schon lange: Bereits 2001 warb man mit Angela Merkel inklusive Sturmfrisur für ein Cabrio. Auch 2013 darf Frau Merkel, inzwischen Kanzlerin und nicht mehr "nur" Parteivorsitzende der CDU, als Model herhalten. Erst im Juni diesen Jahres gab es ein Werbeplakat, auf dem die 58-Jährige neben einem Geländewagen zu sehen ist, mit dem Slogan: "Für alle, die #Neuland entdecken wollen.". Damit spielte Sixt nur einen Tag nach ihrem Statement darauf an, dass das Internet "für uns alle Neuland" sei.

Merkel, Berlusconi oder Wulff

Kaum verurteilt, schon Werbestar: Silvio Berlusconi. Foto: Sixt

Doch nicht nur Angela Merkel dient Sixt als Model. Auch der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi war Ende Juni 2013 auf einem Plakat der Firma zu sehen. Er wurde wegen Sex mit der minderjährigen Prostituierten Ruby Rubacuori zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt - eine Steilvorlage für Sixt.  Auf der Anzeige sieht man Silvio Berlusconi mit Stift, dunkler Sonnenbrille und mürrischem Gesichtsausdruck. Darunter die Frage "7 Jahre Einsitzen? (Für 4,5 Millionen Euro)". Daneben ein weißes Mercedes-Cabrio und der Spruch: "1 Tag zweisitzen! (Für 143,- Euro / Tag unter sixt.de)". Bei den 4,5 Millionen handelt es sich um die angebliche Summe, die Berlusconi als Schweigegeld an die marokkanische Prostituierte gezahlt haben soll.

Auch Ex-Bundespräsident Christian Wulff und FDP-Parteichef Philipp Rösler bekamen auf Sixt-Werbeplakaten schon ihr Fett weg: Wulff bereits zwei Mal, während seiner Amtszeit, aber auch, nachdem die "Affäre Wulff" in den Medien war und er zurücktreten musste; Philipp Rösler, oder vielmehr die FDP, nachdem sie bei Umfragen und Wahlergebnissen immer größere Einbußen hatte.

Auch Sänger und Showstars

Nicht nur Politiker müssen diesen Werbe-Spott über sich ergehen lassen: Auch Matthias Reim war schon das Gesicht einer Sixt-Kampagne. Der Sänger wählte nach seiner Privatinsolvenz mehr oder weniger "die Flucht nach vorn", war auf Sixt Plakaten mit dem Slogan "Wenn selbst ich mir ein Cabrio leisten kann, dann können sie das auch." zu sehen, und nahm sogar seinen Hit "Verdammt, ich lieb dich" als "Verdammt, ich hab nix" für Werbezwecke neu auf. Auch die Pleite Griechenlands, der Eurovision Song Contest oder aktuelle Trends auf Facebook haben es schon auf Sixt-Werbeplakate geschafft.

Natürlich sorgt die Werbung von Sixt für Kontroversen und Diskussionen, Geschmäcker sind eben verschieden und nicht jeder findet den provokanten Ansatz des Münchener Autovermieters lustig. Prof. Dr. Franco P. Rota vom Studiengang Werbung und Marktkommunikation meint dazu: "Seit Jahren schon pflegt Sixt den provokanten Werbestil: erfolgreich, witzig, mit Chuzpe. Die Sixt-Werbung gehört damit zu den originellsten, die mit politischen oder gesellschaftlichen Inhalten kokettieren." Und wer die Schlagzeilen beherrscht, hat gute Chancen, sich in einer Sixt-Werbung wiederzufinden.

Quellen:
www.sixt.de
www.meedia.de
www.kress.de
www.horizont.net
www.facebook.com

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

18. Juli 2013

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