DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Serious Gaming

Dem „Dieb der Geschichte" auf der Spur

Die Abschlussarbeit der ehemaligen HdM-Studenten Caroline Isella und Timo Strohmaier ist seit dem 18. Juli 2013 im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in der Stuttgarter Innenstadt zu erleben. In dem multimedialen Museumsspiel „Der Dieb der Geschichte" der beiden Medienmacher werden junge Agenten spielerisch durch die Ausstellung geleitet.

Zur Detailansicht Eine Agentin im Einsatz

Eine Agentin im Einsatz

Zur Detailansicht Das Spiel ist fester Bestandteil der Ausstellung

Das Spiel ist fester Bestandteil der Ausstellung

Dass Lernen auch zu einem Erlebnis, sogar zu einem positiven Erlebnis werden kann, zeigt das neue Serious Game „Der Dieb der Geschichte" im Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Es verbindet den Ausstellungsbesuch mit einem Lernspiel für Kinder ab acht Jahren.

Junge Geheimagenten auf Mission

Ausgestattet mit Missionsgürtel und Agentenblock machen sie sich mit der virtuellen Figur Faris im Haus der Geschichte auf die Suche nach den verschwundenen Geschichtssammlern Frida und Freddy. Die jungen Agenten müssen zahlreiche Ausstellungsstücke genau zeichnen, vermessen und betrachten. An intuitiv bedienbaren Multitouch-Stationen können verschiedene Level gespielt werden, die Wissen zur Ausstellung sowie gute Koordination erfordern. Dabei werden geschichtliche Inhalte vermittelt und gleichzeitig dürfen sich die Kinder als Forscher ausprobieren. Mit dem Lernspiel beschreite das Museum „pädagogisch innovative Wege", freut sich Museumsleiter Dr. Thomas Schnabel. Junge Besucher könnten so Landesgeschichte mit allen Sinnen entdecken. „Gerade Spiele seien wahre ‚Lernmaschinen‘" finden die Macher Caroline Isella und Timo Strohmaier. Die Motivation liege aber jenseits der Wissensaneignung, so dass man beim Spielen automatisch, gewissermaßen aus Versehen, etwas lerne.

Von der Abschlussarbeit zum Museums-Projekt

Was mit der Masterthesis begann, entwickelten Caroline Isella und Timo Strohmaier nach dem Abschluss vor zwei Jahren weiter. Mit Clemens Petzold, ebenfalls Absolvent der HdM, gründete Strohmaier die Agentur Kastanie Eins in Stuttgart und baute das Lernspiel zum einsatzfähigen Serious Game aus. „An allen Entwicklungsschritten waren Kinder beteiligt, um das Spiel bestmöglich auf die Zielgruppe abzustimmen", erklärt Strohmaier. Jetzt ist es ein fester Bestandteil des Museumsangebots.

Serious Games

Darunter versteht man Computerspiele, die während des Spielevorgangs Wissen vermitteln oder trainieren. Unterhaltsame, interaktive Bildungsprogramme erfreuen sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit. Der Begriff wurde 1970 von dem Ingenieur und Sozialwissenschaftler Clark C. Abt geprägt, jedoch erst mit der Gründung der US-amerikanischen Serious Games Initiative 2002 wieder aufgegriffen und etabliert. Eingesetzt werden Serious Games in der schulischen und beruflichen Ausbildung, aber auch in den Bereichen Medizin, Militär und Marketing.

Der Erfolg des spielerischen Lernens basiert auf der Verbindung von rationalen Überlegungen und emotionalen Aspekten. Abstraktes Wissen muss in einer simulierten Realität konkret angewandt werden. Die Wissensaneignung dient einem direkten Ziel: das Spiel erfolgreich zu beenden oder zu gewinnen. In der Realität erschließt sich der Nutzen von abstraktem Wissen oft erst weit nach seiner Aneignung, im Serious Game sofort durch den Spielfortschritt.

Quellen:
Lampert, Claudia et al. (2009): Der gespielte Ernst des Lebens: Bestandsaufnahme und Potenziale von Serious Games (for Health). In: Medienpädagogik. Themenheft Nr. 15/16. www.medienpaed.com (11.03.2009). Zugriff: 22.07.2013.
Abt, Clark C. (1970): Serious Games. New York: Viking Press.
www.kastanie-eins.de

 

VERÖFFENTLICHT AM

24. Juli 2013

KONTAKT

Timo Strohmaier

Bibliotheks- und Informationsmanagement

ARCHIV

Studium
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren