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Internet in Zahlen

492 km Papierblätter, gestapelt

Würde man das Internet ausdrucken, bräuchte man über 4,73 Milliarden Blätter Papier. Ein US-Künstler wagt den Versuch und bastelt an dem 492 Kilometer hohen Stapel. Doch auch die Gefühlswelt und die Aktivität des Internets werden immer wieder in Zahlen gepresst. Die Redaktion hat diese zusammengetragen. Ein Ende ist nicht abzusehen.

US-Künstler Goldsmith liest einen rund zwei Meter hohen Papierstapel mit Interausdrucken vor.

US-Künstler Goldsmith liest einen rund zwei Meter hohen Papierstapel mit Interausdrucken vor.

492 Kilometer – Das ist in etwa so lang wie die Strecke zwischen Stuttgart und Hildesheim. Fast fünf Stunden müsste ein Autofahrer bei durchschnittlichen 120 Stundenkilometern fahren, um irgendwann das Ende zu erreichen. Der New Yorker Konzeptkünstler Kenneth Goldsmith wird als "Internet-Ausdrucker" wohl nie ein Ende finden, dafür wächst die Zahl an Neuigkeiten im Netz viel zu rasant.

Was passiert online in 60 Sekunden?

Alleine in 60 Sekunden werden weltweit rund 204 Millionen neue E-Mails verschickt, 1,8 Millionen mal bei Facebook auf Like geklickt, 2 Millionen Suchanfragen bei Google gestellt und 20 Millionen Fotos bei Flickr angesehen. In der gleichen Zeit entstehen auch 571 neue Webseiten, werden 70 neue Domains registriert und 20.000 neue Fotos bei Tumblr hochgeladen. Unfassbare Zahlen, die von vergleichbaren Statistiken wie "Ein Tag im Internet" aber noch übertroffen werden.

Neben Statistiken gibt es noch zahlreiche weitere Webseiten und Projekte, die das Internet darstellen wollen, um es greifbarer zu machen. Die Webseite vom "GloboMeter" zeigt zum Beispiel in Echtzeit an, wie viele neue Facebook-Apps installiert oder wie viele neue Viren entwickelt werden. Auf Echtzeit basiert auch der Webdienst "This Is Now", der aus zwölf Metropolen Instagram-Bilder überträgt. Auf rund 2,3 Millionen Instagramm-Fotos griffen auch US-Forscher zurück, die mit ihrem Projekt "Phototrails" den Lebensrhythmus von internationalen Großstädtern analysieren wollen. Sie stellten unter anderem fest, dass in Tokio mehr nachts und in New York eher morgens fotografiert wird – eine mögliche Folge der Arbeitszeiten. Auch konnten sie ablesen, wann besondere Feste begangen wurden, Essenszeiten waren oder der Strom ausgefallen ist.

Die Marathonvorlesung des "Internet-Ausdruckers"

Ein weiteres Echtzeitprojekt ist der "Emojitracker", der die verwendeten Smileys auf Twitter protokolliert. Mit den Emoticons können Rückschlüsse auf den Gemütszustand, den Gesichtsausdruck oder die Gefühle der Nutzer gezogen werden. Den aktuell ersten Platz belegt das rote Herz, danach folgen ein Gesicht mit Freudentränen und eins mit einem Lächeln. Unter den Top 10 sind aber auch ein gelangweilter und ein nachdenklicher Smiley.  

Auch US-Künstler Goldsmith will mit seinem Druck-Projekt zum Nachdenken anregen, sich für mehr Informationsfreiheit einsetzen und dem verstorbenen Internetaktivisten Aaron Swartz gedenken. Ende Mai 2013 forderte er deshalb die Menschen auf, ihm E-Mails, Abrechnungen und sonstige Auszüge von Webseiten per Post zu schicken. Rund 600 Internetnutzer kamen dem nach. Seit Ende Juli lagert in seiner Galerie in Mexiko Stadt ein rund zwei Meter hoher Papierstapel, derer Inhalt er bis zum 30. August in einer Marathonvorlesung vortragen will.

Quellen:
www.sueddeutsche.de
www.spiegel.de
www.mycleveragency.com

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

16. August 2013

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