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Der Kaufrausch zahlt sich aus

Marissa Mayer ist eine Vorzeigechefin: Nach einem Jahr bei dem Internetpionier Yahoo schaffte sie es mit ihrem Team wieder ganz an die Spitze. Mit ihrer neuen Strategie konnte die ehemalige Google-Vizepräsidentin jetzt ihren alten Arbeitgeber vom Thron stoßen. Laut dem Analysedienst Comscore waren die Yahoo-Seiten im Juli 2013 die beliebtesten in den USA.

Zur Detailansicht Die junge Mutter Marissa Mayer führte den Internetpionier Yahoo wieder an die Spitze, Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9a/Marissa_Mayer_at_LeWeb_ 2008_conference_in_Paris.jpg

Die junge Mutter Marissa Mayer führte den Internetpionier Yahoo wieder an die Spitze, Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9a/Marissa_Mayer_at_LeWeb_ 2008_conference_in_Paris.jpg

Über 196 Millionen Besucher konnten die Yahoo-Seiten in den USA im Juli 2013 vorweisen. Ganze 20 Prozent mehr als sonst. Das ergab das neue Ranking, das der US-Analysedienst Comscore jetzt veröffentlichte. Knapp dahinter mit 192 Millionen Besuchern liegt Google. Microsoft, Facebook und AOL folgen. Für Yahoo ist es ein großer Fortschritt, denn zuletzt führte Yahoo die Liste mit den meistbesuchten US-Seiten im Mai 2011 an.

Zu verdanken hat der Konzern die neu gewonnene Beliebtheit vor allem seiner Chefin: Marissa Mayer wurde im Juli 2012 zur Vorstandsvorsitzenden von Yahoo gewählt. Erfahrungen in der Branche sammelte sie zuvor als Vizepräsidentin von Google Inc. 1999 begann sie bei Google als erste Technikerin. Sie gestaltete maßgeblich die Google-Hauptseite sowie die von Google News, Gmail und Orkut. Mit ihrem guten Händchen für StartUps und Ideen wurde sie im Google-Unternehmen auch als "Zarin für Produktstarts" bezeichnet.

Mayer: Junge Mutter und mutige Investorin

Dann kam im letzten Jahr der Wechsel zu dem angeschlagenen Konkurrenten Yahoo. Im ersten halben Jahr passierte allerdings noch nicht viel, denn Anfang Oktober 2012 brachte die 38-jährige Blondine ihr erstes Kind zur Welt. Um den Weltkonzern vor der Bedeutungslosigkeit zu bewahren, riskierte sie in den folgenden Monaten immer wieder viel und investierte so fleißig, dass es schien, als sei Mayer in einem Kaufrausch.

Ihren ersten Kauf tätigte die Yahoo-Chefin allerdings noch im Oktober 2012: Die kleine New Yorker App-Firma "Stamped", ein soziales Netzwerk zum Markieren und Empfehlen von Lieblingssachen, wurde übernommen. Spekulanten vermuteten, weil dort viele ehemalige Mitarbeiter von Mayer arbeiteten.

Bloggen mit "Tumblr", kürzen mit "Summly"

Mittlerweile hat Mayer ihren 20. Einkauf hinter sich: Zuletzt übernahm Yahoo am 2. August 2013 den Browser-Entwickler Rockmelt für etwa 60 bis 70 Millionen US-Dollar. Nutzer können mit dem Browser verschiedene Funktionen sozialer Medien einbinden, zum Beispiel den Facebook-Chat, die Twitter-Meldungen oder die Yahoo-Kanäle. Den größten Kauf tätigte der Konzern allerdings im Mai 2013: 1,1 Milliarden US-Dollar (etwa 849 Millionen Euro) legte der Konzern für die Blogging-Plattform "Tumblr" hin, die bei den unter 25-jährigen Amerikanern noch beliebter ist als Facebook und Werbung "vernünftig und verlässlich einbinden" könne.

Für Aufsehen sorgte der Konzern aber auch sonst immer wieder. Beispielsweise als im Februar 2013 bekannt wurde, dass künftig alle Yahoo-Heimarbeiter wieder in die Büros zurückkehren sollten, um die innovative Kraft des Unternehmens besser zu bündeln. Oder im März 2013, als der Konzern dem 17-jährigen Briten Nick D'Aloisio für knapp 30 Millionen US-Dolar (rund 23 Millionen Euro) die Firma "Summly" abkaufte, eine App, mit der journalistische Texte auf maximal 400 Zeichen gekürzt werden.

Yahoo-Gewinn um fast 50 Prozent gesteigert

All das hat sich gelohnt: Der Aktienkurs ist um etwa 70 Prozent gestiegen und auch die Gewinne haben für April bis Juni 2013 im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent zugenommen: Konkret waren es 331 Millionen US-Dollar und im Vorjahreszeitraum 254 Millionen US-Dollar. Der Internetkonzern ist in Bewegung und könnte wieder zu einer treibenden Kraft im Internet werden. Zumindest in den USA spielt Yahoo wieder ganz vorne mit.  

Quellen:
www.n-tv.de
www.spiegel.de
www.bild.de
www.rp-online.de
www.heise.de

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

26. August 2013

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