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Hochschule der Medien

Die Alumni der HdM, Teil 13

Von der HdM zu Microsoft

Kai Jäger studierte an der Hochschule der Medien (HdM) zuerst Medieninformatik (Bachelor) und machte im Anschluss an der HdM auch seinen Master. Danach ging es zu Microsoft, dem größten Softwarehersteller der Welt.

HdM-Alumnus Kai Jäger

HdM-Alumnus Kai Jäger

Zunächst war Kai Jäger dort als Academic Developer Evangelist tätig, sprich, er unterstützte Professoren und Nachwuchsentwickler als Technologieberater und stand ihnen bei Fragen und Problemen mit Rat und Tat zu Seite. Ab November 2013 ist er als Chief Technology Officer (CTO) des Microsoft Venture Accelerators in Berlin tätig, wo er Startup Unternehmen betreut. Accelerators sind mehrmonatige Intensivprogramme für Startups, in denen diese eine intensive Beratung von Mentoren erhalten, etwa in rechtlichen, steuerlichen aber auch technologischen Fragen. Sein typischer Arbeitstag beginnt meistens damit, die neuen Kontakte des vergangenen Tages nachzufassen. Anschließend trifft sich Kai Jäger mit Startups, Investoren und Branchenexperten in der Berliner Region oder recherchiert fachliche Themen für das Curriculum der nächsten Accelerator-Klasse. Regelmäßig geht er auf Startup-Events, wo der ehemalige HdM-Student neue Kontakte knüpft, und Startups und Mentoren für den Microsoft Accelerator ausfindig macht.

Alumni-Sprechstunde mit
Name:
Kai Jäger
Alter:
30
Studiengang an der HdM:
Medieninformatik (Bachelor) und Computer Science and Media (Master)
Jahr des Studienabschlusses:
2011
Thema der Abschlussarbeit:
"Zpice: A Dynamic Programming Language and its Implementation" (Masterarbeit, Betreuer: Prof. Walter Kriha, Claus Gittinger)
Stationen nach der HdM:

- Januar 2011: Einstieg bei Microsoft in Unterschleißheim (bei München) als Academic Developer Evangelist
- April 2013: Wechsel in das Startup-Team zunächst als Evangelist, dann mit Sonderrolle als CTO des Microsoft Ventures Accelerators in Berlin

Heutige Berufsbezeichnung: CTO Microsoft Ventures Accelerator Berlin

HdM: Wie war Ihr letzter Tag als HdM-Student?
Kai Jäger
:Das war wohl der Tag, als ich mein Zeugnis entgegengenommen habe. Ich erinnere mich noch sehr genau - ich hatte bereits bei Microsoft unterschrieben und war direkt nach meinem Einstieg für eine Woche nach Seattle geflogen, um an einer Konferenz teilzunehmen. Meine Zeugnisübergabe fiel auf den Tag des Rückflugs und ich musste in großer Eile vom Münchner Flughafen nach Stuttgart fahren, um es überhaupt noch irgendwie zu schaffen. Als ich an der HdM angekommen war, wurde gerade mein Name verlesen ...

HdM: Wie war der erste Tag nach dem Abschluss?
Kai Jäger
: Den habe ich bei meinen Eltern verbracht, um mich dort etwas von meinem Jetlag zu erholen. Dass mit dem Abschluss auch ein Kapitel meines Lebens zu Ende gehen würde, habe ich erst viel später realisiert. Zu der Zeit war ich einfach nur überwältigt von den vielen neuen Eindrücken und gespannt auf das, was da noch kommen würde.

HdM: Wo haben Sie in der HdM am liebsten studiert?
Kai Jäger
: Als Medieninformatiker war ich ausschließlich am Standort Nobelstraße in Vaihingen und dort besonders gerne in den Poolräumen. Im Grunde waren die Räume immer nur eine Nebensache, wenn das Thema interessant war. Einige der besten Lehrveranstaltungen hatte ich in kleinen, schlecht belüfteten Seminarräumen.

HdM: Wie sieht ihr heutiger Arbeitsplatz aus?
Kai Jäger
: Ende Oktober 2013 werde ich in unser neues Büro Unter den Linden einziehen und dort über den Dächern Berlins zehn Startups betreuen. Bis dahin arbeite ich im Home-Office, ebenfalls in Berlin Mitte oder - und das kommt eigentlich häufiger vor - sitze direkt bei Kunden oder Partnern oder besuche Startup-Veranstaltungen.

HdM: Wie fing ein typischer HdM-Tag bei Ihnen an?
Kai Jäger
: Wie für die meisten meiner Kommilitonen mit Pendeln. Ich wohnte damals in der Nähe des Schlossgartens und bin jeden Tag mit der S-Bahn nach Vaihingen gefahren. Vor Ort habe ich mir dann meistens einen Kaffee aus dem Automaten geholt und bin in die erste Vorlesung gegangen.

HdM: Was machen Sie heute als erstes, wenn Sie anfangen zu arbeiten?
Kai Jäger
: Kaffee gehört auch heute noch zu meinem Morgenritual, nur dass er nicht mehr ganz so furchtbar ist, wie der aus dem HdM-Automaten. Während ich meinen Kaffee trinke, lese ich dann die E-Mails, die die Kollegen aus den USA über Nacht geschickt haben. Außerdem verfolge ich verschiedene Startup- und Tech-Blogs und natürlich auch Facebook und Twitter.

HdM: Wer war Ihr Lieblingsprof an der HdM und warum?
Kai Jäger
: Ganz klar Prof. Walter Kriha, obwohl der Studiengang Medieninformatik wirklich durchgehend mit exzellentem Lehrpersonal gesegnet ist. Er hat mich auf besondere Weise beeindruckt: durch seinen enormen Erfahrungsschatz, aber auch durch seine Begeisterungsfähigkeit. Es ist für Außenstehende immer befremdlich, wenn Menschen mit Leidenschaft von hochtechnischen Dingen sprechen. Was uns in der akademischen Welt letztendlich alle verbindet ist das Verlangen, Dinge zu durchschauen und dabei selbst zu wachsen. Walter Kriha verkörpert das auf besondere Art. Jede seiner Vorlesungen ist gewissermaßen eine Reise. An deren Ende hat man vieles gesehen und gelernt, vor allem aber hat man einen neuen Blickwinkel und jede Menge Denkimpulse erhalten.

HdM: Von welcher Vorlesung ist bei Ihnen am meisten hängen geblieben?
Kai Jäger
: Prof. Dr. Johannes Maucher's Softwareentwicklung 2 war rein fachlich vielleicht die wichtigste Vorlesung für mich. Ich denke heute aber, dass mir in meinem Beruf die Vielfalt an Themen, mit denen ich mich während des Studiums auseinandergesetzt habe, weit mehr hilft, als jede einzelne Vorlesung für sich. Ich sehe das Studium deshalb heute auch mehr als eine Art Denkschule, obwohl ich dabei natürlich auch konkretes Wissen aufbauen konnte.

HdM: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal Student wären?
Kai Jäger
: Nichts. Die Dinge, die weniger gut gelaufen sind, haben mich nicht minder auf das Leben vorbereitet.

HdM: An was arbeiten Sie gerade?
Kai Jäger
: Im November eröffnen wir von Microsoft unseren neuen Accelerator in Berlin. Bis dahin gilt es, Partner zu akquirieren, "Lehrpläne" auszuarbeiten und Kontakte zu knüpfen. Mein Alltag besteht deshalb aus einer bunten Mischung aus Kundenterminen und kreativer "Stillarbeit". Für mich absolut traumhaft.

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

20. September 2013

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