DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

LinkedIn

Frühes Ende einer unbeschwerten Kindheit?

Die Kindheit ist kein Trainingslager fürs Berufsleben, meint der Journalist Henning Sußebach. Das Karrierenetzwerk LinkedIn sieht das anders: Seit dem 12. September 2013 können sich dort bereits 14-Jährige anmelden, um an ihrer Karriere zu feilen. Macht das Sinn?

Zur Detailansicht Bei LinkedIn kann man schon früh an seiner Karriere arbeiten, Foto: Screenshot von http://www.youtube.com/watch?v=YWp6AN00D_c#t=82

Bei LinkedIn kann man schon früh an seiner Karriere arbeiten, Foto: Screenshot von http://www.youtube.com/watch?v=YWp6AN00D_c#t=82

Immer früher werden Kinder und Jugendliche dem Ernst des Lebens ausgesetzt: Mit 15 Jahren haben viele ihr erstes Schulpraktikum hinter sich, drei Jahre später folgt das Abitur und mit 21 Jahren der erste Hochschulabschluss. "Für viele ist das Stress pur! Es liegt auf der Hand, dass dadurch die Unbeschwertheit einer Kindheit verloren geht", sagt Professor Dr. Michael Weißhaupt vom Studiengang Medienwirtschaft der HdM.

Unternehmen will junge Kunden gewinnen

Für eine frühe Förderung der Karriere setzt sich hingegen das Online-Netzwerk LinkedIn ein. Seit wenigen Wochen widmet es sich verstärkt jüngerem Publikum und stellte Ende August 2013 seine "University Pages" vor. Die Vorstellungsseiten der Hochschulen bieten nach Angaben des Unternehmens Schülern, Studenten, Alumni und Firmen neue Möglichkeiten, sich zu vernetzen oder Informationen über Ausbildungs- und Karrierewege auszutauschen. Damit auch Schüler von dem neuen Angebot profitieren, setzte LinkedIn am 12. September 2013 das Mindestalter für Mitglieder auf 14 Jahre herab. Jünger als 25 Jahre sind derzeit nur rund 5,8 Prozent der weltweit über 238 Millionen Mitglieder. Für Weißhaupt steht fest: "Das Unternehmen muss also dringend mehr junge Kunden gewinnen."

Netzwerk entscheidet nicht über die Karriere

Jugendlichen würde Weißhaupt dennoch kein Karrierenetzwerk empfehlen: "Die Karriere eines Menschen entscheidet sich nicht im Alter von 14 Jahren. Und schon gar nicht über die Mitgliedschaft in einem kommerziellen Netzwerk." Er plädiert für Gelassenheit, denn die meisten Jugendlichen wüssten in der neunten Klasse nicht, was sie einmal machen wollen. Zum anderen verändern sich oftmals die eigenen Interessen, Wünsche und Ziele. "Es ist vollkommen ausreichend, wenn man sich während seines Studiums mit Berufsbildern, Karrierewegen und potenziellen Arbeitgebern beschäftigt. Zu diesem Zeitpunkt wissen die meisten Studierenden schon grob, wo ihre Stärken und Entwicklungsbereiche liegen, über welche Kompetenzen sie verfügen und was ihnen Spaß macht", sagt Weißhaupt. Schaden könne die Mitgliedschaft in einem professionellen Netzwerk wie LinkedIn oder Xing aber nicht.

Buchtipp:
Henning Sußebach: "Liebe Sophie!: Brief an meine Tochter" (5. Juni 2013, Herder-Verlag)

Quellen:
www.welt.de
www.sueddeutsche.de
www.linkedin.com

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

25. September 2013

ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren