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Hochschule der Medien

Aufklärungsdokumentation

Petting, Pärchen-Talk und Penisse

Am 3. November 2013 startet auf MDR das neue Format "MAKE LOVE - Liebe machen kann man lernen". Angelehnt an das Aufklärungsbuch "Make Love", das 2012 erschien und wegen seiner expliziten Bilder für einen Skandal sorgte, soll in der Dokumentation nicht nur über Sexualität geredet, sondern diese auch gezeigt werden.

Zur Detailansicht  Ann-Marlene Henning demonstriert mit einem Modellpaar, wie man besseren Sex haben kann. Foto: © MDR/gebrueder beetz filmproduktion

Ann-Marlene Henning demonstriert mit einem Modellpaar, wie man besseren Sex haben kann. Foto: © MDR/gebrueder beetz filmproduktion

Zur Detailansicht Sex ist Kommunikation. Ann-Marlene Henning mit Jessica und Oliver aus Böblingen. Foto:© MDR/gebrueder beetz filmproduktion

Sex ist Kommunikation. Ann-Marlene Henning mit Jessica und Oliver aus Böblingen. Foto:© MDR/gebrueder beetz filmproduktion

In unserem medialen Zeitalter ist Sex überall. In Filmen, in der Werbung, im Internet. Im Alltag wird man mit sexuellen Bildern überschwemmt, und vor allem Jugendliche sind von der Flut an Informationen oft überfordert. Denn obwohl es leicht ist, sich über Sexualität und den Geschlechtsakt an sich zu informieren, fällt den meisten Menschen das Reden über ihre Wünsche und Bedürfnisse, bei "der schönsten Nebensache der Welt", schwer. Hier soll eine neue fünfteilige Dokumentation helfen: Das trimediale Format "MAKE LOVE", das in Zusammenarbeit von MDR und SWR Fernsehen entstanden ist. Ergänzt werden die Fernsehsendungen durch Hörfunkbeiträge bei MDR JUMP und SWR 3, in denen Hörer die Möglichkeit haben, anzurufen und Fragen zu stellen sowie einem Web-Special auf der Homepage des Formats.

Kerngedanke des Formats: Liebe machen kann man lernen

Die Moderation des Formats übernimmt die Sexual- und Paarberaterin Ann-Marlene Henning, aus deren Feder auch das Aufklärungsbuch "MAKE LOVE" stammt. Gemeinsam mit Tina Bremer-Olszewski hat sie das Buch geschrieben, das Jugendlichen Sex näherbringen soll - wie er wirklich ist, und nicht, wie sie ihn medial erfahren. Statt "alles schon gesehen, alles schon gelesen, alles schon gehabt", wollen die Autorinnen den Jugendlichen zeigen, dass Sex lernbar ist. Sie sagen, dass Sex nicht das ist, was man in Pornos sieht und dass man, um guten Sex zu haben, darüber reden muss. Zur Sprache kommen sollen in der Dokumentation Probleme von echten Menschen und deren Beziehungs- und Sexualleben: "Was ist guter Sex?", "Wie ist Sex als Single?" sowie Fragen rund um das Thema "Aufklärung für Eltern und Teenager" werden angesprochen.

Castingaufrufe auch via Facebook

Gedreht wurde für die Sendung unter anderem mit Bauarbeitern aus Berlin, Schulkindern aus Leipzig und deren Eltern, Paaren aus Stuttgart und Singles aus Hamburg. Gecastet wurde auch über Facebook. Paare, die über ihre Beziehung und ihr Sexleben reden wollten, waren genauso aufgerufen sich zu bewerben, wie Männer, die Lust auf eine Penis-Fotosession hatten. Wichtig war dabei, genauso wie beim Konzept der Sendung, dass sich Menschen jedes Alters und Aussehens melden.

Britisches Format "Sex Box" floppte

In Großbritannien zeigte Channel 4 Anfang Oktober die Sendung "Sex Box", die sich ebenfalls auf die Fahnen geschrieben hatte, "Sex aus den Lügen der Porno-Industrie" zu befreien. Dazu hatten drei verschiedene Paare in einem blick- und schalldichten Raum erst Sex, und sprachen hinterher mit drei Psychologen darüber, während ein Live-Publikum im Studio zusehen konnte. Was als Quotengarant geplant war, wurde hinterher als "langweilig" bezeichnet. Und auch die Einschaltquoten waren nur mäßig, nach der ersten Folge sind vorerst keine weiteren geplant.

Der Discovery-Channel drehte bereits in den Jahren 2000 bis 2005 die Doku-Serie "Lust und Liebe", die die Sexualität des Menschen näher beleuchtet. Darin wurde versucht, mit dem heutigen Stand der Wissenschaft, die wichtigsten Fragen der Sexualität der Menschen zu beantworten. Diese Reihe wurde zu einem Aufklärungslexikon, das es mittlerweile auf DVD gibt. "MAKE LOVE - Liebe machen kann man lernen" scheint einen ähnlich Ansatz zu verfolgen. Man darf gespannt sein, wie Zuschauer und Medien darauf reagieren werden. Eines ist jetzt schon klar: Soviel Mut, wie MDR und SWR mit diesem Format beweisen, sollte belohnt werden. 

MAKE LOVE - Liebe machen kann man lernen, ab dem 3. November 2013 fünf Mal sonntags um 22:20 Uhr auf MDR, ab dem 6. November 2013 fünf Mal mittwochs um 22:00 Uhr auf SWR

Quellen:
www.welt.de
www.facebook.com
www.make-love.de
www.mdr.de
www.fernsehserien.de

 

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

28. Oktober 2013

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