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Hochschule der Medien

IMO-Werkstattgespräch

"Manchmal war ich auch der Clown in der Schule"

Bereits zum zweiten Mal besuchte RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel die Hochschule der Medien. Beim Werkstattgespräch des Instituts für Moderation (IMO) am 16. Januar 2014 diskutierte er die Eigenschaften, die ein Moderator mitbringen sollte, gab Tipps für Vorstellungsgespräche und Einblicke in sein Privatleben.

Zur Detailansicht Peter Kloeppel diskutiert mit Sonja Legisa und Martin Schmidt

Peter Kloeppel diskutiert mit Sonja Legisa und Martin Schmidt

Zur Detailansicht Mit lockerer Art beantwortet Kloeppel die Entweder-Oder-Fragen

Mit lockerer Art beantwortet Kloeppel die Entweder-Oder-Fragen

Zur Detailansicht Das Werktstattgespräch im vollen Audimax

Das Werktstattgespräch im vollen Audimax

Zur Detailansicht Durchgeführt vom Institut für Moderation hörten zahlreiche Gäste mit Nachrichtenchef zu

Durchgeführt vom Institut für Moderation hörten zahlreiche Gäste mit Nachrichtenchef zu

Zur Detailansicht Aufmerksam hört sich Peter Kloeppel die Frage von Martin Schmidt an

Aufmerksam hört sich Peter Kloeppel die Frage von Martin Schmidt an

Geführt wurde das Gespräch von zwei Teilnehmern des Qualifikationsprogramms Moderation des IMO, Sonja Legisa und Martin Schmidt. Im prall gefüllten Audimax der HdM stellten sie dem "bekanntesten Gesicht von RTL" ein Stunde lang kritische und unterhaltsame Fragen. Es entstand ein Gespräch, dem es an Schlagfertigkeit, Unterhaltung und Information nicht fehlte.

Auch Kloeppel war kein Musterschüler 

"In die USA gehen oder in Deutschland bleiben?" Die Frage nach den Zukunftsplänen nach Ende des Vertrags bei RTL schien für Kloeppel überraschend gewesen zu sein. Nach knapper Antwort, dass sich das demnächst herausstellen werde, schenkte er seine Aufmerksamkeit lieber der nächsten Frage. "Eher Klassen-Clown oder eher Typ Klassensprecher?", so die Frage von Sonja Legisa. "Manchmal war ich der ruhigere Typ, aber manchmal auch der Klassen-Clown", gesteht der Moderator. Ein Musterschüler sei er nicht gewesen. Ein kleiner Mutmacher für alle werdenden Moderatoren: Noch bis ins Studium war er bei Referaten nervös. Diese Nervosität hat er heute immer noch: Bei Live-Sendungen, "bei denen man nie genau weiß, was kommt", tritt auch er mit Lampenfieber vor die Kamera.

Durchgefallen im Auswahltest

Dennoch hat der Diplom-Agraringenieur seine Aufnahmeprüfung an die Henri-Nannen-Journalistenschule geschafft - im Jahr 1983. Aus dem letzten Auswahlverfahren der Journalistenschule stellte Schmidt unter anderem die Frage "Wer ließ die Emser Depesche veröffentlichen?", "Was bedeutet Nollywood?" Sehr zum Amusement des Publikums konnte Kloeppel keine der Fragen beantworten. Dennoch findet er das Auswahlverfahren gut und hat es vergleichbar auf die "RTL Journalistenschule" übertragen, die er 2001 mitbegründet hat. 

Im Medien-Studium den Fokus auf den Inhalt nicht verlieren

Im Bezug auf die steigende Zahl der Medien-Studiengänge äußerte sich der Nachrichtenchef zwiespältig. Zum einen könne es gut sein, wenn man von vornherein wisse, was man wolle und entsprechende Vorkenntnisse mitbringe, so Kloeppel. Andererseits bringe es nichts, wenn man dadurch den inhaltlichen Fokus verliert: "Was bringt es, wenn ich mich mit dem neuesten Avid-Schnittprogramm auskenne, aber nicht weiß, was in der Welt vor sich geht?"

Wie gut muss ein Moderator aussehen?

Eine kontroverse Diskussion fand statt, als Moderatorin Legisa Peter Kloeppel auf das perfekte Aussehen eines Moderators ansprach. Mit den attraktiven weiblichen RTL-Gesichtern Nazan Eckes und Annett Möller nannte sie zwei Beispiele. Doch Kloeppel verneinte vehement. "Der Erfolg eines Moderators hängt nicht davon ab, ob er blond ist oder weiße Zähne hat", so der RTL-Chefredakteur. "Es gibt nicht immer nur ein Schönheitsideal. Wichtig ist: Sie alle haben Ausstrahlung."

"Nicht jede Sendung muss so sein, dass sie mir gefällt"

Während der gesamten Stunde behielt Peter Kloeppel, der seit 20 Jahren "RTL aktuell" moderiert, eine ruhige und gelassene Haltung. Wenn er auch anfangs in kurzen und knappen Sätzen auf die Fragen antwortete, kam er mit der Zeit mehr und mehr in die Rolle des erfahrenen Medienprofis, der sachlich und konkret seine Standpunkte vertritt – manchmal mit einer Prise Ironie. Dazu gehörte auch seine kritische Sichtweise auf den eigenen Sender: "Nicht jede Sendung muss so sein, dass sie mir gefällt." Hier seien beispielsweise die "Scripted Reality"-Formate zu nennen, die genauso zur Programmvielfalt des Senders gehören. Aber mit der Mischung könne er sehr gut leben.

 

Victoria Kunzmann

 

VERÖFFENTLICHT AM

20. Januar 2014

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