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Hochschule der Medien

WDR verwendet Bachelor-Abschlussfilm

Über die Suche nach den eigenen Wurzeln

Mit einer 30-minütigen Dokumentation über den nationalsozialistischen Verein „Lebensborn e.V.“ hat Helen-Kristin Sommer 2009 ihr Studium der Audiovisuelle Medien an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen der Sendung „Planet Wissen“ werden am 4. Februar 2014 Ausschnitte aus ihrem Film im WDR zu sehen sein.

Helen Sommer studierte Audiovisuelle Medien an der HdM (Foto: Helen Sommer)

Helen Sommer studierte Audiovisuelle Medien an der HdM (Foto: Helen Sommer)

Uneheliche Kinder waren im Deutschland der 1930er Jahre ein Tabu. Viele Frauen sahen sich zur Abtreibung gezwungen. Vermeintlich „arische" Kinder aber wollten die Nationalsozialisten vor einem Schwangerschaftsabbruch schützen, denn es galt, Nachwuchs für die Wehrmacht zu generieren. SS-Leiter Heinrich Himmler gründete 1935 den Verein „Lebensborn e.V.", um schwangeren Frauen eine anonyme Geburt und eine entsprechende standesamtliche Eintragung der Kinder zu ermöglichen. In über 30 Geburtsheimen in Deutschland, Österreich, Belgien, Luxemburg, Polen, Frankreich, den Niederlanden und Norwegen kamen zwischen 1937 und 1945 rund 18.000 „Lebensborn-Kinder" zur Welt.

Porträt eines Schicksals

Gemeinsam mit ihren Kommilitonen Claudia Übelhör und Dominik Heer hatte Helen-Kristin Sommer dieses Thema in ihrem Bachelor-Abschlussfilm verarbeitet. Betreut wurde sie von Prof. Dr. Stephen Lowry. In der Dokumentation porträtiert Sommer Gisela Heidenreich, die 1942 als „Lebensborn-Kind" in Oslo geboren wurde, und die schon seit frühester Kindheit auf der Suche nach ihrer Herkunft und den Rollen ihrer Eltern im „Lebensborn e.V." war. Sie engagiert sich im 2005 gegründeten Verein „Lebensspuren e.V.", der Betroffenen eine Anlaufstelle bieten und die Aufarbeitung der Vergangenheit unterstützen möchte.

Bewegende Einblicke

Die Sendung „Planet Wissen" des WDR behandelt verschiedenste Themen aus Wissensschaft und Gesellschaft und lädt hierzu Experten und Forscher zum Gespräch. Als Studiogast in der Folge „Lebensborn - Kinder für Hitler" wird Gisela Heidenreich über die Geschichte der Geburtsheime und ihr eigenes Schicksal sprechen. Die Ausschnitte aus Helen-Kristin Sommers Dokumentation gewähren den Zuschauern einen Einblick in das Leben der 72-Jährigen, das stets von ihrer Herkunft beeinflusst war. Gespräche mit anderen „Lebensborn-Kindern" zeigen die Bedeutung ihres Engagements im „Lebensspuren e.V." für die Aufarbeitung eines weniger bekannten Teils der NS-Geschichte.

Sendetermin:
Planet Wissen: „Lebensborn - Kinder für Hitler"
4. Februar 2014, 15.00 Uhr im WDR und auf BR-alpha
5. Februar 2014, 13.15 Uhr im SWR

Quellen:
planet-wissen.de
lebensspuren-deutschland.eu

 

 

Alexandra Peschke

VERÖFFENTLICHT AM

29. Januar 2014

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