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Hochschule der Medien

SPIE Electronic Imaging

HDR-Datensatz zeigt die Zukunft des Fernsehens

Die High Dynamic Range-Technologie (HDR) macht es möglich, dass Fotos der menschlichen Wahrnehmung extrem nah kommen. Für Videos existiert jedoch noch keine vergleichbare Technik. Mit einer eigens verbesserten Kamera-Konstruktion haben Jan Fröhlich und Prof. Stefan Grandinetti von der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) HDR-Videos aufgenommen und liefern damit wichtige Daten für die Bildtechnik-Forschung. Ihre Ergebnisse präsentieren sie auf der SPIE Electronic Imaging in San Francisco, dem ältesten Fachkongress seiner Art.

Zur Detailansicht Stefan Grandinetti ist Professor für Bildgestaltung an der HdM, Jan Fröhlich (rechts) promoviert hier

Stefan Grandinetti ist Professor für Bildgestaltung an der HdM, Jan Fröhlich (rechts) promoviert hier

Zur Detailansicht Das eigens konstruierte Kamera-Rig (hier bei Dreharbeiten an den Bärenseen in Stuttgart)

Das eigens konstruierte Kamera-Rig (hier bei Dreharbeiten an den Bärenseen in Stuttgart)

Zur Detailansicht Dreh bei komplexen Lichtverhältnissen im HdM-Fernsehstudio (Fotos: Jan Fröhlich)

Dreh bei komplexen Lichtverhältnissen im HdM-Fernsehstudio (Fotos: Jan Fröhlich)

Nachdem HDTV die Wohnzimmer weltweit revolutioniert hat, ist die Aufnahme in HDR, also mit einer wesentlich größeren Farb- und Lichtdynamik, noch weitgehend Zukunftsmusik. Die bewegten Bilder, die kaum noch über- oder unterbelichtete Bereiche zeigen, wurden von der International Telecommunication Union (ITU) als TV-Standard (BT.2020) für das Jahr 2020 empfohlen. Damit beginnt das Wettrennen um HDR-Kameras und -Bildschirme, denn eine entsprechende Technik existiert bisher nur in Laboren.

Bildqualität, die ihrer Zeit voraus ist

Jan Fröhlich forscht im Promotionskolleg Digital Media an der HdM im Bereich HDR-, Tone- und Color-Mapping. In Zusammenarbeit mit Prof. Stefan Grandinetti und Simon Walter vom Studiengang Audiovisuelle Medien hat der Doktorand ein Kamera-Rig entwickelt, das mithilfe von zwei professionellen Filmkameras in Verbindung mit einer Spiegelkonstruktion zur Aufnahme hoch dynamischer Bilder fähig ist. Mit einem Team aus rund 20 HdM-Studenten drehten Grandinetti und Fröhlich mit professioneller Licht- und Make-Up-Ausstattung Szenen aus dem Bereich Dokumentar-, Werbe- und Spielfilm. Dabei entstand ein zwölfminütiger Demo-Film in einzigartiger Farb- und Lichtdynamik, die bisher auf Profibildschirmen nur teilweise wiedergegeben werden kann.

„Ritterschlag" der Branche

„Unsere Aufnahmen simulieren die Leistung von Kameras, die es voraussichtlich erst in etwa zehn Jahren geben wird. Was wir hier sehen, ist die Zukunft des Fernsehens", erklärt Jan Fröhlich. Damit steht erstmals ein kinematographischer HDR-Datensatz mit 18 statt den bisher üblichen zehn bis 14 Blenden zur Verfügung. „Mit Hilfe der HDR-Technik können Filmemacher helle Lichtstimmungen wie Feuer oder direktes Sonnenlicht auf eine natürlichere Art darstellen und damit eine emotionalere Wirkung erzielen", erläutert Stefan Grandinetti. Der Datensatz bietet für die Forschung und Entwicklung neuer Kamera- und Bildschirmtechnologien einzigartige Orientierungswerte.

Ihre Forschungsergebnisse stellen Jan Fröhlich und Stefan Grandinetti auf der SPIE Electronic Imaging 2014 in San Francisco vor. Das Symposium gilt seit 1988 als wichtige Plattform für die neuesten Entwicklungen in der elektronischen Bildverarbeitung und versammelt von 2. bis 6. Februar Wissenschaftler aus der ganzen Welt in Kalifornien. „Schon die Einladung ist wie ein Ritterschlag", freut sich Fröhlich. Sie sei zudem ein Beweis für die Aktualität des Themas in der Branche. Die beiden Forscher stellen den Datensatz zu Forschungszwecken kostenlos zum Download zur Verfügung.

Alexandra Peschke

VERÖFFENTLICHT AM

05. Februar 2014

KONTAKT

Prof. Dr. Jan Fröhlich

Audiovisuelle Medien

Telefon: 0711 8923-2822

E-Mail: froehlichj@hdm-stuttgart.de

Prof. Stefan Grandinetti

Audiovisuelle Medien

Telefon: 0711 8923-2263

E-Mail: grandinetti@hdm-stuttgart.de

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