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Hochschule der Medien

Quizduell

Eine simple App macht Furore

Die App Quizduell gehört momentan zu den erfolgreichsten Smartphone-Games in Deutschland. Hier spielen mehr als sieben Millionen Menschen das Wissensspiel. Dabei ist die App einfach aufgebaut: Sie funktioniert nach dem "Wer wird Millionär?"-Prinzip und fordert statt Fantasie und Schnelligkeit hauptsächlich den Verstand heraus.

Zur Detailansicht Zwischen vier verschiedenen Antwortmöglichkeiten können die Nutzer der App wählen.

Zwischen vier verschiedenen Antwortmöglichkeiten können die Nutzer der App wählen.

Zur Detailansicht Fragen gibt es in unterschiedlichen Kategorien, hier: "Draußen im Grünen".

Fragen gibt es in unterschiedlichen Kategorien, hier: "Draußen im Grünen".

Wo steht der Eiffelturm? Wie viele Zähne hat eine Schildkröte? Aus welchem Land stammt die Pferderasse Friese? So oder so ähnlich lauten die Fragen der App Quizduell. Zur Antwort stehen jeweils vier Möglichkeiten, von denen nur eine stimmt. Gespielt wird in sechs Runden, à drei Fragen gegen einen Mitspieler. Beide Spieler bekommen dieselben Fragen gestellt, derjenige mit den meisten richtigen Antworten, gewinnt das Spiel.

Ein bekanntes Format mischt auf

Die Welt der Spiele wird immer ausgefeilter und aufwändiger. Jetzt schafft es ein simples Quizspiel, die Menschen in seinen Bann zu ziehen. Wir fragen nach, warum genau dieses Spiel so erfolgreich ist. „Ein entscheidender Faktor ist die Nähe zu den Fernsehshows, wie Wer wird Millionär?", sagt Prof. Uwe Schulz (Audiovisuelle Medien). Auch Gesellschaftsspiele wie das traditionelle Trivial Pursuit hätten ein ähnliches Muster, sagt Sabiha Ghellal, Professurvertreterin aus dem Studiengang Mobile Medien. Grundsätzlich sei es einfacher, auf bereits bekannten Spiel- und Verhaltensweisen aufzubauen, als ein Spiel komplett neu zu erlernen. Die genauen Erfolgsfaktoren für ein bestimmtes Spiel, lassen sich nie genau erkennen. „Dafür gibt es kein Pauschalmittel", weißt Andreas Stiegler, Mitarbeiter im Studiengang Medieninformatik. „Es ist nicht vorhersehbar, ob ein Spiel ein großer Hit wird oder in der Versenkung verschwindet. Das hängt hauptsächlich damit zusammen, ob es genug Spieler gibt, dann breitet es sich viral aus."

Duell auf Augenhöhe

Auch die Tatsache, dass nicht gegen einen imaginären Gegner gezockt werde, sondern das Gegenüber bekannt sei, sei ein entscheidendes Kriterium, so Ghellal. Diese soziale Komponente führe dazu, dass nicht nur miteinander kommuniziert wird, sondern auch über gemeinsame Themen diskutiert wird. Dass sich dabei mit dem Spielpartner gemessen wird, sei ein zusätzlicher Effekt. „Das Spiel besteht aus relativ einfachen Fragen", beschreibt Sabiha Ghellal. „Diese App gaukelt einem Wissen vor, weil man die meisten Fragen richtig beantworten kann." So trage Quizduell auch zu einem Überlegenheitsgefühl bei. Dabei sei der Kommunikationsgedanke gerade bei Casual Games schon lange im Trend, so Ghellal, und wurde nicht etwa durch Quizduell ins Leben gerufen.

Hochauflösende Bilder und aufwändige Landschaften

Wer denkt, der Trend gehe ausschließlich zu mobilen Wissensspielen, der irrt. Immer aufwändigere Grafiken und neuere Technologien ermöglichen es dem Spieler, in neue Welten mit detailreichen Landschaften einzutauchen. Dafür wurde beispielsweise die Virtual Reality-Brille Oculus Rift gebaut. Die Brille nimmt Kopfbewegungen und Positionswechsel des Spielers wahr und zeigt diese im Bildschirm der Brille an. Dadurch verstärkt sich das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Doch nicht nur durch die Virtual Reality-Brille erschließen sich neue Möglichkeiten. „Auch durch den Touchscreen gibt es ganz neue Spielfunktionen, auf die unterschiedlich reagiert werden muss", sagt Sabiha Ghellal. So könne gestrichen, gepustet oder geklickt werden, um unterschiedliche Ausführungen zu tätigen. Allgemein werden auch Online-Spiele, sowohl für den PC, als auch für das Smartphone immer beliebter, weiß Andreas Stiegler.

Zwischendurch kurz spielen

Sowohl aufwändigere „Adventure Games", also Abenteuerspiele oder auch Actionspiele, aber auch Casual Games, wie etwa Quizduell, werden auf mobilen Endgeräten immer beliebter. Der Vorteil: Man kann sie schnell und zwischendurch spielen, auf dem Weg zur Arbeit, in der Bahn oder in den eigenen vier Wänden. „Das sind kurzweilige Spiele, die irgendwann zur Gewohnheit werden", so Uwe Schulz. Jeder Spieler will sich immer weiter verbessern.

Anders sehe das bei professionellen „Zockern" aus, die nicht kurz und zwischendurch spielen, sondern sich zu Hause vor großem Bildschirm und exzellenter Grafik auf das Spiel einlassen. Diese Art Spieler habe es bereits es vor zwanzig Jahren gegeben und die gebe es noch immer - trotz mobilem Gaming, so Sabiha Ghellal.

 

Victoria Kunzmann

VERÖFFENTLICHT AM

03. März 2014

KONTAKT

Prof. Dipl.-Ing. Uwe Schulz

Audiovisuelle Medien

Telefon: 0711 8923-2243

E-Mail: schulz@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr. Sabiha Ghellal

Mobile Medien

Telefon: 0711 8923-2721

E-Mail: Ghellal@hdm-stuttgart.de

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