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Hochschule der Medien

"Umparken"-Kampagne

Die Marke Opel entstauben

Schwule können kein Fußball spielen, rothaarige Frauen sind feuriger und in Hamburg regnet es ständig. Derzeit sorgt die Kampagne „Umparken im Kopf“ mit Vorurteilen und ihren Widerlegungen für Aufsehen. Nach langem Rätseln ist endlich klar, wer dahinter steckt: der Automobilhersteller Opel.

Opel-Kampagne "Umparken im Kopf"
(Fotos: Fotos: © Opel/Scholz&Friends via Facebook)

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Fotos: © Opel/Scholz &Friends via Facebook

Fotos: © Opel/Scholz &Friends via Facebook

Anstatt mit herkömmlicher Fernsehwerbung aufzutreten, in dem ein Auto vor einer schönen Kulisse an der Kamera vorbeifährt, macht Opel nun mit etwas Neuem auf sich aufmerksam. Auf riesigen gelb-schwarzen Plakaten waren Sprüche zu lesen, wie: "Aus Sicht der Physiker kann die Hummel unmöglich fliegen. Der Hummel ist das egal" oder: "100 Jahre lang dachte man, Spinat hätte viel Eisen. Bis jemand eine zweite Messung machte." Die Sätze sind eingängig und humorvoll und genau darum geht es. Anfangs war nicht mal klar, wer hinter der Kampagne steckt - bis ein Plakat im gleichen Design mit dem Spruch: "Ist Opel noch so, wie du denkst? Schau doch mal nach" erschien.

Viral erfolgreiche Kampagne

Mit der ungewöhnlichen Aktion will der Autobauer Opel Vorurteile gegenüber der eigenen Marke beenden und schafft es damit, seine Werbung zum Selbstläufer zu machen. Da der Zuschauer anfangs rätselte, wer hier wohl wirbt, entstand eine aktive Diskussion im Internet, die damit erfolgreiches Virales Marketing darstellt. Dabei wird Werbung so platziert, dass sie sich rasend schnell verbreitet. Für Unternehmen ist das kostengünstiger, da sich einmal erstellte Werbung unter den Kunden selbst verbreitet, statt ständig neue Anzeigen zu schalten oder neue Spots zu drehen. Auch Ex-Nationalspieler Thomas Hitzelsberger teilt einen Spruch der Kampagne über den Kurznachrichtendienst Twitter: "Wer schwul ist, kann nicht Fußball spielen. Es sei denn, er war deutscher Meister."

Neue Marketingchefin

Hinter der Werbekampagne "Umparken im Kopf" steckt Marketingchefin Tina Müller, die gemeinsam mit der Agentur Scholz & Friends an der Werbung tüftelte und es schaffte, Opel wieder ins Gespräch zu bringen. Müller ist neu bei dem Rüsselsheimer Automobilhersteller und arbeitet zielstrebig daran, dem Opel-Blitz wieder neuen Glanz zu verleihen. Dabei konnte sie auf den Grundlagen aufbauen, die bereits mit Dortmunds Trainer Jürgen Klopp gelegt wurden. Als Junge von nebenan brachte er dem Publikum die technischen Gimmicks der Modelle Insignia und Astra nahe und spießte das schlechte Image der Marke auf. Eine Kampagne, die von Experten häufig als Beispiel für gelungene Imagebildung gepriesen wird.

Promis gegen Marken-Vorurteile

Vor Kurzem startete nun auch ein TV-Spot, in dem neben den Schauspielern Fahri Yardim, Bettina Zimmermann, Joachim Krol, Nadja Uhl, Ken Duken und Karoline Herfurth auch Stammwerbefigur Jürgen Klopp eine kleine Rolle spielt. Die Idee dahinter: Jeder von ihnen glaubt, er sei der Einzige, der gefragt wurde, ob er für Opel vor die Kamera treten will. Nachdem jeder seine Bedenken gegenüber den Autos formuliert, wird klar: Alle sagen ja, weil sie ihre Vorurteile im Kopf umgeparkt haben.

Marketing-Chefin Tina Müller sagte gegenüber der Welt: „Wir möchten, dass die Leute ihre Einstellung zur Marke überdenken und sie neu betrachten. Manche Vorurteile sind so festgefahren, dass man die Leute mit der Nase drauf stoßen muss, dass sich etwas geändert hat. Das gilt auch für Opel."

Quellen: Welt.de, umparkenimkopf.de, Auto-presse.de, Wuv.de

Alisa Augustin

VERÖFFENTLICHT AM

11. März 2014

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Karl-Friedrich Peters

am 12.09.2019 um 09:52 Uhr

Hallo, ich wollte sie höflich darauf hinweisen, dass aus Sicht der Physiker die Hummel sehr wohl fliegen kann. Der Irrglaube rührt daher, dass, wenn man Gewicht und Flügelfläche der Hummel berücksichtigt, sie wirklich nicht fliegen könnte. Allerdings wird dabei die Hummel als "Flugzeug" mit statischen Flügeln angesehen. Allerdings bewegt sie ihre Flügel 200mal in der Sekunde im Kreis, was ihr den nötigen Auftrieb bringt um auch Geschwindigkeiten von über 20km/h zu erreichen.

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