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Hochschule der Medien

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Studium - Zeit lassen oder durchpowern?

Laut einer Studie des Statistischen Bundesamts machen nur knapp 40 Prozent der Absolventen ihren Abschluss in der Regelstudienzeit, fast jeder Vierte überzieht um mehr als ein Studienjahr. Gar nicht schlimm, finden wir.

Sollte man sich im Studium mehr Zeit lassen?
Heutzutage muss alles immer ganz schnell gehen, auch in der Schule und im Studium. Viele treibt die Sorge um, dass Kommilitonen schneller sein könnten als sie selbst - und dadurch für potenzielle Arbeitgeber attraktiver. Doch ist das wirklich so? Personaler wollen Mitarbeiter mit Persönlichkeit, Auslands- und Praxiserfahrung. Und um diese Eigenschaften entwickeln zu können, ist es wichtig, schon während des Studiums über den Tellerrand zu blicken. Es gibt unzählige Möglichkeiten, neben dem Studium Erfahrungen für die Zukunft und das spätere Berufsleben zu sammeln. Auch an der HdM.

Pluspunkt Wahlfächer

Im Hauptstudium kann man an der HdM Veranstaltungen aus verschiedenen Wahlmodulen besuchen, auch studiengangsübergreifend. Auf diese Art in fachfremde Studiengangsgebiete hinein zu schnuppern, ist eine tolle Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern, sich breiteres Wissen anzueignen und neue Impulse und Ideen zu entwickeln. Neben der Spezialisierung in den einzelnen Studiengängen bieten Wahlfächer Freiheiten bei der Gestaltung des Studiums nach individuellen Stärken.

Sich im Ausland selbst kennenlernen

Sinikka Kenklies ging während ihres Studiums ins Ausland.
Viele Studenten gehen während des Studiums ins Ausland. Eine von ihnen ist Sinikka Kenklies, die an der HdM ihren Master in Elektronische Medien absolviert hat. Sinikka verbrachte ein Jahr in Montpellier, Frankreich. "Ich war bereits während meines Bachelorstudiums für ein Semester in den USA, was mir sehr gut gefallen hat. Für meinen zweiten Auslandsaufenthalt hatte ich bewusst ein Jahr geplant, da mir ein Semester damals sehr kurz vorkam", erzählt Sinikka. In Montpellier wollte Sie ihre Sprachkenntnisse verbessern, eine andere Kultur und neue Gepflogenheiten kennenlernen. Dabei hat sie vor allem viel über sich selbst gelernt. "Ich habe mich bereits vor dem Auslandsjahr als sehr offenen Menschen eingeschätzt, aber ich denke, dass der Aufenthalt in Frankreich das noch verstärkt hat, da man auf viele unterschiedliche Menschen trifft und auch zahlreichen Situationen begegnet, die einen zunächst überfordern. Aber am Ende gibt es doch für alles eine Lösung und das ist schön zu wissen."

Sprachen lernen in der Regelstudienzeit

Ihr Studium hat sich durch ihren Auslandsaufenthalt um ein Semester verlängert, was Sinikka aber nicht als negativ empfindet: "Grundsätzlich ist es problemlos möglich, das Studium trotz Auslandsaufenthalt innerhalb der Regelstudienzeit zu beenden, da die Anerkennung der Leistungen relativ einfach ist, sofern man dies vorab mit den Dozenten bespricht." Neben den verbesserten Sprachkenntnissen formt ein Auslandsaufenthalt auch die eigene Persönlichkeit. Und die ist in den meisten Berufen neben der fachlichen Qualifikation ein wichtiges Einstellungskriterium.

Weichen für die Selbständigkeit stellen

Aimo Künkel machte sich während des Studiums selbständig.
Aimo Künkel studiert Mobile Medien an der HdM. Schon kurz vor dem Abitur sah er die Selbständigkeit als potentielle, zukünftige Arbeitsform, konkreter wurde die Idee dann etwas später: „Kurz vor Beginn des Studiums ist eine Idee aufgekommen, an der wir immer weiter getüftelt haben, die viel Potential vermuten ließ und dadurch auch immer größer wurde." Was als Hobby anfing, wurde nach dem Praxissemester zu einem Fulltime-Job. "Nach dem Praxissemester habe ich etwa gleich viel Zeit für Studium und Arbeit aufgebracht, und vor dem letzten Semester hat sich das ergeben, was ich vermeiden wollte: Ich bin mit dem Studium fast durch, werde aber bereits in Vollzeit in der Firma gebraucht. Dadurch musste ich jetzt meine Thesis länger aufschieben als geplant." Statt in sieben Semestern beendet Aimo sein Studium jetzt erst nach acht. Trotzdem würde er jederzeit wieder den Start ins Berufsleben schon während des Studiums versuchen: "Die Arbeit hat mich im Studium immer enorm voran gebracht. Die Menge an Erfahrung, Motivation und Praxisnähe hätte ich auf keinem anderen Weg sammeln können. Ich habe gelernt, Projekte als Ganzes zu betrachten, den Aufwand für sie realistischer einzuschätzen und vor allem sie bis zum Ende durchzuziehen."

Sport prägt fürs Leben

Silke Hörmann hat in der Anfangsphase des Studiums Leistungssport betrieben.
Silke Hörmann studiert im vierten Semester Werbung- und Marktkommunikation an der HdM. In den ersten beiden Semestern versuchte die Kanutin Leistungssport und Studium unter einen Hut zu bringen. "Es war nicht einfach, weil ich nach Olympia in London 2012 meinen Fokus auf die berufliche Karriere legen und nichts verpassen beziehungsweise keine Vorlesungen ausfallen lassen wollte. Ich hätte das Grundstudium auch strecken können, da wäre mir die HdM entgegen gekommen, aber letztendlich habe ich mich dann im November 2013 dazu entschieden, sportlich kürzer zu treten und mich auf das Studium zu konzentrieren." Obwohl sie nicht mehr im Leistungskader trainiert, ist Sport immer noch ein großer Teil ihres Lebens: "Ich kann beim Sport abschalten und mich 'entspannen'. Außerdem lassen sich all die Eigenschaften, die man braucht, um im Sport nach oben zu kommen, auch in das 'normale' Leben übertragen: Zielstrebigkeit, Leidenschaft, Willenskraft und eine außergewöhnliche Motivation."

Engagement macht sich nicht nur gut im Lebenslauf

Neben dem Studium kann man sich auch sozial oder politisch engagieren, beispielsweise in der Verfassten Studierendenschaft (VS) oder dem Exchange Network der HdM. Das macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern zeigt auch, dass man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich für etwas einzusetzen. Gleichzeitig finden Neulinge Anschluss und lernen schnell Kommilitonen kennen. Natürlich sollen Studenten ihr Studium nicht unverhältnismäßig in die Länge ziehen. Aber wer die Möglichkeit hat, sollte die Chancen nutzen, die sich während des Studiums bieten. Im Berufsleben fehlt meist die Zeit, Muße und der Mut für einen längeren Auslandsaufenthalt, einen Start in die Selbständigkeit oder Ähnliches. Mit dem Alter steigen auch die Verpflichtungen. Nie ist man so frei wie im Studium.

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

02. April 2014

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