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Product Placement

YouTube-Stars unter Schleichwerbeverdacht

Sie erreichen weit mehr als eine Million Menschen, sind Netzberühmtheiten und verdienen mit ihrem Hobby Geld: YouTube-Stars. Video-Blogger wie Y-Titty, Daaruum oder Herr Tutorial präsentieren regelmäßig Produkte in ihren Videos und kassieren dafür Geld von Unternehmen. Jetzt kam der Verdacht der Schleichwerbung auf.

Daaruum zeigt ein Lieblingsprodukt, Foto: Screenshot YouTube.com
Ein kleiner Produkttest hier, eine Pose mit einem Produkt da - bei Bloggern auf YouTube ist es gängige Praxis mit Unternehmen zu kooperieren. Die erfolgreichen unter ihnen bekommen dafür unter Umständen sogar Geld. Bei reichweitenstarken YouTube-Kanälen wie Y-Titty und Daaruum verläuft die Kooperation zwischen Video-Blogger und Unternehmen meist über eine Vermarktungsagentur. Unternehmen können unter einer Vielzahl an YouTuber und die Art der Einbindung des Produkts wählen: Product Placement, integrierte Werbung oder klassischen Spot. Der Preis hängt von der Größe des Kanals und der Einbindungsform ab.

„Report Mainz" prangert an

Y-Titty posen mit Samsung-Handy, Foto: Screenshot YouTube.com
Vor Kurzem wurde vom ARD-Politikmagazin „Report Mainz" insbesondere beim Komiker Trio Y-Titty sowie der Mode- und Beautybloggerin Daaruum Schleichwerbung scharf kritisiert. Im Falle von Y-Titty geht es um ein Festival-Video, bei dem die drei Jungs recht offensichtlich die Vorteile des Outdoor-Handys von Samsung hervorheben: "Das Galaxy S4 Active ist extra für Festivals geeignet. Wenn's runterfällt, dann geht's nicht kaputt".

 

Kein neues Phänomen

Während „Report Mainz" die Produkt Platzierung angeprangert und ihre Sendung plakativ mit "Verdeckte Werbung bei YouTube - Kämpfen Konzerne mit unsauberen Mitteln um jugendliche Kunden?" betitelt, scheint die Empörung unter dem Publikum relativ gering zu sein. In der Netzgemeinde war kein Aufschrei zu spüren und auch negative Kommentare auf der Facebook Fanpage von Y-Titty halten sich in Grenzen. Thomas Lehning, Professor für Digital Marketing an der HdM, erklärt: „Aus meiner Sicht gibt es hier keine besondere Hidden Agenda, sondern rationale ökonomische Argumente für Schleichwerbung in Blogs. Im Web zählt immer mehr die Performance und die Conversion". Außerdem seien Produkt Platzierungen in YouTube-Videos nur ein Beispiel von Formaten im Internet, deren Geschäftsmodell eher auf unlauteren Methoden beruht.

Quelle:
www.spiegel.de
www.meedia.de
www.wuv.de
www.swr.de

Anna Ebner

VERÖFFENTLICHT AM

15. April 2014

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