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Hochschule der Medien

Starke Frauen: Gleichstellung

"Frauen sind sozialer"

An der Hochschule der Medien (HdM) sind etwa die Hälfte aller Studenten, Mitarbeiter und Dozenten weiblich. Die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen funktioniert, könnte man meinen. Trotzdem gibt es immer wieder etwas zu verbessern.

Die HdM ist gesetzlich zur Gleichstellung zwischen Männern und Frauen verpflichtet, Grafik: Stephanie Frank.

Die HdM ist gesetzlich zur Gleichstellung zwischen Männern und Frauen verpflichtet, Grafik: Stephanie Frank.

Ein Blick in die Hörsäle genügt, um festzustellen, dass Männer vorwiegend Informatik oder ingenieurwissenschaftliche Studiengänge studieren und Frauen sich eher bei Bibliotheks- und Informationsmanagement oder Werbung und Marktkommunikation einschreiben. Doch nicht nur auf Studentenebene lassen sich Unterschiede feststellen, auch so manche Abteilung hat entweder mehr weibliche als männliche Mitarbeiter und Dozenten oder eben umgekehrt. Die Gleichstellung der Geschlechter wurde 2006 auf Bundesebene festgeschrieben. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und die Landesgleichstellungsgesetze sollen eine Benachteiligung verhindern und beseitigen.

Auch die HdM ist gesetzlich verpflichtet, auf die Gleichstellung der Frauen und Männern zu achten. Für das nicht-wissenschaftliche Personal, also die Mitarbeiter, sind die beiden Beauftragten für Chancengleichheit zuständig. Um die Belange des wissenschaftlichen Personals, wozu Studenten und Professoren gehören, kümmert sich die Gleichstellungsbeauftragte.

Zertifikat für gute Außenwirkung

Rektoratssekretärin Alexandra Moroff ist seit acht Jahren die Beauftragte für Chancengleichheit an der HdM. Unterstützt wird sie von ihrer Stellvertreterin Andrea Asche, Fakultätssekretärin für die Fakultät Druck und Medien. Beide Positionen werden regelmäßig für jeweils vier Jahre gewählt. Für Moroff ist es bereits die zweite Amtszeit. "Im Laufe der Amtszeit bekommt man erst einmal mit, was man alles machen muss", sagt Moroff.

Als Beauftragte für Chancengleichheit achten beide in den Abteilungen zum Beispiel darauf, dass Frauen nicht unterrepräsentiert sind oder sie auch bei besser bezahlten Stellen berücksichtigt werden. Bei den Informatikern seien in der letzten Zeit zwei neue Kolleginnen und eine Vertretungsprofessorin hinzugekommen, so Asche. Die Kollegen reagierten positiv. "Frauen sind sozialer und haben im Gegensatz zu Männern, die sich eher auf eine Aufgabe konzentrieren, den Blick fürs Ganze", sagt Asche. Die Beauftragten prüfen auch, ob die Bewerbungsverfahren korrekt verlaufen, Frauen eingeladen sind und können bei Vorstellungsgesprächen beratend tätig werden. Zudem hat Rektoratssekretärin Moroff 2008 prophylaktisch eine Dienstvereinbarung gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz initiiert und Ende Dezember 2011 erhielt die Hochschule das Zertifikat "audit familiengerechte hochschule". "Es ist ein Markenzeichen und gut für die Außenwirkung der Hochschule, aber zahlreiche Maßnahmen wie Gleitzeit und das Home-Office gab es schon davor", so Moroff. Viel zu erreichen gibt es auch jetzt noch: Unter anderem organisiert Moroff regelmäßig Vorträge zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, was neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer wichtiger wird. Geplant ist außerdem eine Kampagne gegen sexualisierte Diskriminierung, die zusammen mit der Uni Stuttgart durchgeführt werden soll.

Gleichstellung nimmt mit zunehmender Hierarchie ab

Um die Studenten, die wissenschaftlichen Mitarbeiter und die Professoren kümmert sich die Gleichstellungsbeauftragte der HdM. Seit Oktober 2013 hat Prof. Dr. Sarah Spitzer aus dem Studiengang Online-Medien-Management das Amt inne und arbeitet auch am "audit familiengerechte hochschule" mit. Bereits zuvor hat sie sich immer wieder mit dem Thema „Chancen(un)gleichheit" auseinandergesetzt. Mit ihrer Position will sie sich für eine weitere Erhöhung des Frauenanteils im Bereich der akademischen Ausbildung einsetzen, denn "mit zunehmender wissenschaftlicher Hierarchie" nehme der Frauenanteil stark ab. Beispielsweise habe sich die Anzahl der Professorinnen in den Medien in den letzten zehn Jahren zwar verdoppelt, der Anteil läge aber immer noch unter 30 Prozent.

Spitzer will aber nicht nur den Anteil der Professorinnen steigern, sondern ebenso die Vereinbarkeit zwischen Studium und Familie oder Beruf und Familie verbessern und die bewusste oder unbewusste sexuelle Diskriminierung stärker thematisieren. Hilfreich sind dafür auch ihr Stimmrecht in Berufungskommissionen und im Senat oder ihr Recht auf Teilnahme an Fakultäts- und Hochschulratssitzungen.

Der Traum vom Familienbüro

Falls Studenten, Mitarbeiter oder Professoren einmal Probleme haben, sollten sie sich nicht scheuen, die Beauftragten für Chancengleichheit oder die Gleichstellungsbeauftragte zu kontaktieren. Termine können jederzeit ausgemacht werden. Vor allem die Beauftragten für Chancengleichheit sind mit der Situation an der Hochschule zufrieden. "Alleine schon durch die Ausrichtung der Hochschule ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen hier ziemlich ausgeglichen", sagt Asche. Einen Wunsch hat die Fakultätssekretärin dennoch: Ein Familienbüro als gemeinsame Anlaufstelle für Studenten, Mitarbeiter und Professoren, wie es andere größere Hochschulen und Universitäten haben. "Das wäre ein Traum."

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

13. Mai 2014

KONTAKT

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Andrea Asche

Fakultät Druck und Medien

Telefon: 0711 8923-2106

E-Mail: asche@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr. Sarah Spitzer

Telefon: 0711 8923-3161

E-Mail: spitzer@hdm-stuttgart.de

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