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Hochschule der Medien

Themenreihe Starke Frauen

Unsa Genda-WahnsInn

Am Sonntag ist - wie jedes Jahr - Muttertag. Und während die einen die traditionelle Rolle der Frau feiern, versuchen andere ihre Diskriminierung zu bekämpfen, indem sie beispielsweise neue Sprachregelungen erfinden.

Zur Detailansicht Im Jahre 1984 gab es eine Briefmarke zur Gleichberechtigung. Foto: Deutsche Bundespost (scanned by NobbiP), via Wikimedia Commons

Im Jahre 1984 gab es eine Briefmarke zur Gleichberechtigung. Foto: Deutsche Bundespost (scanned by NobbiP), via Wikimedia Commons

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird in der westlichen Welt der Muttertag gefeiert. Am 11. Mai ist es 2014 so weit: In vielen Ländern der Welt bekommen Mamas Blumen, Bilder oder Süßigkeiten geschenkt, der Frau wird für ihre Rolle als "Mutter" gedankt. Dieses sehr traditionelle Rollenverständnis war besonders auch in der NS-Zeit populär, weshalb in der DDR beispielsweise nicht der Muttertag, sondern der internationale Frauentag am 8. März gefeiert wurde. Da der Weltfrauentag heute genau zwei Monate her ist, und der Muttertag kurz bevor steht, nehmen wir die Gelegenheit zum Anlass, uns eine Woche lang mit dem Thema Starke Frauen zu beschäftigen. Zu Beginn werfen wir einen Blick auf die Feminisierung der Sprache.

Drucka, m@n &. Co.

Dass Frauen und Männer gleich sind und auch in allen erdenklichen Lebenslagen gleich behandelt werden sollten, ist eigentlich klar. Trotzdem halten sich in einigen Bereichen hartnäckig diskriminierende Gewohnheiten. Um auf die Diskriminierungen im Sprachgebrauch aufmerksam zu machen, hat die Arbeitsgruppe Feministisches Sprachhandeln der Humboldt Universität in Berlin Ende April einen Leitfaden mit genderkorrekten Sprachempfehlungen veröffentlicht. Darin werden unterschiedliche Ansätze antidiskriminierender Sprache vorgestellt: So soll im Zuge der Entdiskriminierung statt der männlichen Endung "-er" die "a-Form" benutzt werden, die beispielsweise aus dem "Drucker" den "Drucka" macht. Beispielsatz des Leitfadens: "Unsa Lautsprecha ist permanent auf Demos unterwegs. Ea erfreut sich hoher Beliebtheit."

Leipzig legt vor, Berlin zieht nach

Schon letztes Jahr sorgte die Universität Leipzig für Aufsehen als dort angeregt wurde, dass statt dem generischen Maskulinum nur noch das generische Femininum benutzt werden soll: Es entstand "Herr Professorin". Für alle, denen die Verwendung des generischen Femininums noch nicht reicht, schlägt der Leitfaden weitere Varianten vor: "Eine weitere Möglichkeit ist, als Irritation das Zeichen '@' an Substantive anzuhängen bzw. in Worte einzufügen." So wird aus "man", das zu stark mit dem Begriff "Mann" konnotiert ist, das neutralere "m@n". Auch durch Leerstellen kann auf die Antidiskriminierung aufmerksam gemacht werden, indem statt "Studentinnen" beispielsweise "Student_innen" oder "Student*innen" verwendet wird.

Genderneutralität auf "X"

Lann Hornscheidt ist Professorin für Gender Studies und skandinavistische Linguistik am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien an der HU Berlin. Sie hat den Leitfaden mitverfasst und schlägt neutrale Endungen auf "X" vor, etwa "Professx" statt "Professoren". Damit soll laut Hornscheidt deutlich gemacht werden, dass es Menschen gibt, die sich weder als Frau, noch als Mann identifizieren. Wo die bisherigen Sprachänderungen versucht haben, Frauen sichtbarer zu machen, soll das "X" einen Schritt weiter gehen und Geschlechtervorstellungen durchkreuzen. Als Beispiel wird der Satz "Dix Studierx hat in xs Vortrag darauf aufmerksam gemacht, dass es unglaublich ist, wie die Universität strukturiert ist, dass es nur so wenige Schwarze/PoC Professxs gibt." [PoC: "Persons of Colour", farbige Menschen] genannt. Eine Umsetzung der Vorschläge in amtlichen Schriften ist an der Humboldt Uni nicht geplant. Nicht unbedingt die schlechteste Idee, liefern die Beispielsätze der Broschüre mit Leerstellen, Sternchen etc. doch ein sehr verwirrendes Schriftbild.

Quellen:
www.focus.de
www.spiegel.de
www.bild.de
www.sueddeutsche.de

 

 

 

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

08. Mai 2014

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