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Hochschule der Medien

Online-Boulevard

Heftig.co erobert das Netz

Die Website "heftig.co" ist im Social Media Ranking ganz oben und laut "Meedia" die am schnellsten wachsende Internetseite in Deutschland. Damit überholt die seit wenigen Monaten bestehende Website vormalige Spitzenreiter wie "Spiegel Online" und "Bild.de". Was ist das Erfolgsrezept?

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Die Website "heftig" ist die am schnellsten wachsenden Internetseite in Deutschland, Quelle: Screenshot heftig.co
Eigentlich ist es nur eine normale Website. Doch als ich darauf klickte, hat es mein Leben verändert - so würde der neue Stern am Internethimmel "heftig" wohl diesen Artikel beschreiben. Mit einer Mischung aus Herz-Schmerz-Geschichten, Tiervideos, Naturphänomenen und Kuriositäten schaffte es "heftig" an die Spitze der deutschen Social Media Rankings. Kein Wunder: "Die Artikel-Überschriften zielen nur darauf ab, die Klickzahlen zu optimieren", erklärt Prof. Dr. Franco Rota, Prorektor an der Hochschule der Medien. Hinter einer vielversprechenden Überschrift stecken meist nur alte YouTube-Videos oder Fotos.

Das Erfolgsrezept

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Nach sechs Monaten erreichte "heftig" auf Facebook bereits mehr als 800.000 Fans, Quelle: Screenshot der "heftig"-Facebookpage
Wie kann es eine Website also schaffen, innerhalb von sechs Monaten mehr als 800.000 Facebook-Fans zu erreichen ohne etwas Neues zu veröffentlichen? "Das Banale wird kultiviert und emotionalisiert", analysiert Rota den Erfolg von "heftig". Am Beispiel von "heftig" werde außerdem deutlich, dass die Masse in einer durchrationalisierten Welt nach Unterhaltung lechzte - also fast ein Aufbäumen gegen die Logik und Vernunft der klassischen Medien. Ganz neu ist dieses Konzept nicht: Schon "Buzzfeed" oder "Upworthy" bedienen sich ähnlicher Inhalte und Stilmittel. Auch auf dem deutschen Markt findet das Portal bereits Nachahmer. Der Tumblr Blog "Sag es heftig" sammelt in gleichem Stil Kuriositäten, ebenso wie „nervig.co" sich über solche Portale in der gleichen Aufmachung lustig macht.

Heftig.co - eine Medienrevolution?

Die Gründer des Online-Boulevard-Portals, Michael Glöß und Peter Schilling, sehen "heftig" eher als Teil einer Medienrevolution. Denn die neue Website kommt ganz ohne Google aus; sie generiert ihren Traffic primär über Facebook. Damit setzt "heftig" auf die Viralität von sozialen Netzwerken und nicht auf Suchmaschinenoptimierung. Außerdem gelingt es den Neulingen ohne große journalistische und grafische Aufbereitung oder Pflege, hunderttausende Menschen zu erreichen - also mit weit weniger Aufwand als deutsche Qualitätsmedien. In Zukunft soll das Portal professioneller werden. Dafür suchen Glöß und Schilling nach Mitarbeitern. Wie lange sie ihren Erfolg halten können, wird sich zeigen.

Quellen:
www.10000flies.de
www.faz.net
www.meedia.de
www.wiwo.de
www.wuv.de

Anna Ebner

VERÖFFENTLICHT AM

11. Juni 2014

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