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Hochschule der Medien

Video-on-Demand

Netflix startet in Deutschland

Der Video-on-Demand Anbieter Netflix hat angekündigt, Ende des Jahres auch in Deutschland verfügbar zu sein. Seit der Einführung in den USA hat Netflix das dortige Fernsehverhalten revolutioniert. Könnte der Anbieter auch die deutsche Fernsehlandschaft verändern?

Netflix Eigenproduktion "House of Cards", Quelle: www.netflix.com
Mit 48 Millionen Kunden in 40 Ländern gilt Netflix als der führende Streaming-Anbieter für Filme und Serien. Nun hat das Unternehmen nach langen Gerüchten mitgeteilt, seine Präsenz in Europa auszuweiten - darunter auch in Frankreich, Luxemburg und Deutschland. In den USA macht Netflix in den Abendstunden sogar 30 Prozent des Internet Traffics aus. Eigenproduktionen wie "House of Cards" oder "Orange Is The New Black" bescherten dem Video-on-Demand Anbieter zusätzliche Abonnenten. Auch in Deutschland peilt das Unternehmen einen solchen Erfolg an. Welche Auswirkungen das für den deutschen TV-Markt haben könnte, analysiert Prof. Dr. Michael Müller.

Eher mittelfristige als kurzfristige Auswirkungen

Prof. Dr. Michael Müller vom Studiengang Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien relativiert: "In Deutschland wird der Start von Netflix kaum kurzfristige Auswirkungen haben." Denn in Deutschland sei die Bereitschaft generell niedrig, für Video-Inhalte zu bezahlen. Doch gerade für Pay-TV könnte die Netflix-Einführung Auswirkungen haben - und damit könnten Sky und Netflix zu den größten Konkurrenten werden. Mittelfristig kann sich Müller vorstellen, dass Video-on-Demand auch in Deutschland für fiktive Inhalte zunehmend beliebter wird. Die Stärke von TV, live zu übertragen, wird auch in Zukunft für Events und Sportveranstaltungen ein entscheidendes Kriterium sein.

Erfolgskriterium: Serien

Besonders Serienfans blicken hoffnungsvoll auf den Deutschland-Start von Netflix. Noch hat Netflix nicht bekannt gegeben, welche Serien im deutschen Angebot erhältlich sein werden. Gerade um beliebte Serien-Lizenzen wird der Neuling am deutschen Markt wetteifern müssen. Zwar war die Eigenproduktion "House of Cards" in Deutschland nicht übermäßig erfolgreich, trotzdem könnten diese Ambitionen positive Effekte auf deutsche Produktionen haben. "Es wäre zumindest wünschenswert, dass mit der Einführung von Netflix auch die Qualität der deutschen Produktionen steigt", sagt Müller.

Von einem 1997 gegründeten Online-DVD-Verleih avancierte Netflix in nur wenigen Jahren zu einer einflussreichen TV-Instanz in den USA. Seit 2007 bietet das Unternehmen Video-on-Demand für seine Abonnenten an. Bisher ist Netflix in Europa in den Niederlanden und Großbritannien erhältlich, für monatlich 7,99 Euro beziehungsweise 5,99 Pfund. In Deutschland muss der Video-on-Demand Anbieter mit mehr als 50 anderen Abo-Diensten konkurrieren. Besonders Watchever und Maxdome werden zusammen mit Amazons Prime Instant Video wohl die größten Konkurrenten für Netflix. 

Update: In der Nacht auf den 16. September 2014 ist der US-Videodienst Netflix in Deutschland gestartet.

Quelle:
www.spiegel.de
www.sueddeutsche.de
www.wuv.de

Anna Ebner

,

Ann-Katrin Wieland

VERÖFFENTLICHT AM

19. Juni 2014

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