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Hochschule der Medien

Standort Wolframstraße

RIP - ohne eine Spur von Traurigkeit

Ein letztes Mal, völlig unsentimental, vielleicht sogar freudig, hielt der Senat der HdM eine 78. Sitzung am Standort Wolframstraße ab. Damit geht die rund 30jährige Geschichte des Gebäudes als Teil der HdM und der ehemaligen HBI zu Ende, das 1985 bezogen wurde. Mit den Studenten feierten Professoren und Senatsmitglieder am vergangenen Freitagnachmittag den 'Ausstand' im Hof des Gebäudes.

R.I.P.
(Fotos: Prof. Dr. Franco Rota)

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Der Standort Wolframstraße der HdM ist seit dem vergangenen Pfingstwochenende 'passé', zumindest für den Großteil der Professoren, Studenten und Mitarbeiter. Mit der 78. Senatssitzung und damit der letzten in der Wolframstraße 32, verabschiedete sich der Senat ohne Tränen von diesem Standort, der seit 14 Jahren nach der Fusion der HDM (Hochschule für Druck und Medien) mit der HBI (Hochschule für Bibliothek und Informationswesen) zur HdM, die Fakultät für Information und Kommunikation beherbergte.

Imagebildender, funktionaler, nüchterner Standort

'Die Wolframstraße', so hieß der Standort und dessen Führungsmannschaft im HdM-internen Jargon, war ein nüchterner, schnörkelloser Zweckbau. Seine Funktionalität und Lage in der Innenstadt Stuttgarts bot den Studierenden draußen kaum schöne Aussicht und dem Lehrpersonal kaum inspirierende Architektur. Allenfalls ein Maler Hermann Pleuer hätte sich beseelen lassen können von Bahngleisen und früherem Rangierbahnhof, nicht jedoch der Geist und Flow der modernen, hightech Medienschaffenden. Umso erfreulicher war es, dass die dortige Fakultät, ihre Professoren und Mitarbeiter, unbeeindruckt von diesem "Kellerkinder-Standort" (Prof. Dr. Mildenberger, Dekan der Fakultät), vielmehr interessante, geistreiche Labore (z.B. Usability Labor) und nützliche Institute (z.B. Institut für Kindermedien) oder weltoffene Studiengänge (z.B. Master of International Business, berufsbegleitend) entwickelten und das Image der HdM maßgeblich mitgeprägt haben.

Nur ein Goodbye-Cake

In der Nachmittagshitze des vergangenen Freitags also, gänzlich unsentimental und ohne verklärenden Blick zurück, verabschiedete sich die HdM von ihrem innerstädtischen 'Kellermilieu' und damit auch von der HBI. Selbst die Tagesordnungs-Punkte der Senatssitzung blieben unbeeindruckt von der Tatsache des anstehenden Umzuges in die luftige Vaihinger Nobelstraße 8, sodass der Dekan der betroffenen Fakultät erst einmal auf die beiden fakultätsintern und selbstgebackenen Kuchen (eigentlich einer) mit der sinnfälligen Aufschrift (a) 'Goodbye' und (b) 'Wolframstraße' hinweisen musste, die dann der Rektor Prof. Dr. Roos mit scharfem Instrument in senatsgerechte Stücke aufteilte. Trotz dieser einzigen wohlschmeckenden Reminiszenz dauerte die ziemlich Senatssitzung lange....

RIP

...so lange, bis sie von der Fete der Verfassten Studierendenschaft (VS) der HdM im Hof der 'Wolframstraße', der eigentlich schon eine wilde, lärmende Baugrube zur Renovierung der benachbarten Gebäude geworden war, abgelöst wurde. Hier, auf dem verbliebenen schmalen Hinterhofstreifen gab es unter den Studierenden beim lebhaften Ausstand kaum Wehmut, vielmehr Würstchen und Schnittchen, Cola und Selters, Gespräche und Small Talk. Und in der Abendsonne dachte jeder an den ansprechenden Neubau, den zentralen Campus, die kurzen Wege....also 'RIP - Requiescat in pace' - du 'Wolframstraße'.

Franco Rota

VERÖFFENTLICHT AM

11. Juni 2014

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