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Über Heimat, Liebe und Leidenschaft

Trotz fallender Printauflagen wagt das Verlagshaus Gruner + Jahr es, gleich zwei neue Magazine aufzulegen: Seit dem 10. Juni 2014 liegen sowohl "stern Fotografie" als auch das "stern"-Extra "Liebe & Leidenschaft" an den Kiosken. Beide setzen auf einen monothematischen Inhalt.

Blick ins Innere: Die neuen Hefte des "stern"
(Fotos: Stephanie Frank)

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Thema des ersten "stern Fotografie": Heimat
Ganz schnörkellos und mit langen Bildstrecken kommt der Nachfolger des "stern"-Ablegers "Portfolio" daher. Die erste Ausgabe von "stern Fotografie" widmet sich dem Thema Heimat. Es geht um Bilderreisen in fremde Länder, um die Heimat im Kopf der Fotografin Ellen von Unwerth, um den Brot-Kult der Deutschen und um die verschiedenen Seiten der Heimat Deutschland, die Peter Bialobrzeski so fotografiert, dass sie wie gemalt aussehen.

Die Fotos laufen meist doppelseitig – als Bildunterschriften dienen Zitate oder kurze Erklärungen. Viele der Bilder transportieren Empfindungen und wecken Emotionen - selbst die von Hans-Peter Feldmann fotografierten Brotscheiben. Die Fotoreihen zeigen das Gefühl der Fotografen, das ihnen bei dem Wort "Heimat" in den Sinn kommt. Zu jeder Serie gibt es auch ein kleines Portrait oder Interview mit den Fotografen. So verrät die Fotografin Ellen von Unwerth beispielsweise, dass Heimat für sie ein Gefühlseindruck ist, es sich oft nur um einen flüchtigen Moment handelt oder um ein Erlebnis, das sie in Szene setzt. Für den "stern" fotografierte sie Frauen in Trachten – tanzend oder andächtig durch hohe Getreidefelder laufend.

Kunst trifft Praxis

Zusätzlich erwarten den Leser Tipps und Tricks zum Fotografieren. In der Rubrik "Sucher" werden Bücher, Ausstellungen und Auktionen aus der Foto-Welt vorgestellt. "Klick!" liefert dagegen praktische Anregungen zum Fotografieren. "stern"-Artdirector Johannes Erler widmet sich in der ersten Ausgabe der Handy-Fotografie: Mit seinem iPhone ging er auf Fotosafari durch deutsche Wälder und liefert dem Leser eine Schritt für Schritt Anleitung zum Selbermachen.

Die Bilder im Heft überzeugen. Die Praxisseiten sind eine nette Beigabe, die auf allzu viele Details verzichten. Wie oft das Magazin künftig erscheinen soll, will der Verlag nach der aktuellen Ausgabe entscheiden.

Vom Suchen und Finden der Liebe

Die neue Extra-Ausgabe des "stern" beschäftigt sich mit Liebe und Leidenschaft, Fotos: Stephanie Frank
Beim ersten Durchblättern wirkt "Liebe & Leidenschaft", das neue "stern"-Extra, wie eine Mischung aus "Neon" und "Bravo" – nur für Erwachsene. Viel nackte Haut, Infografiken und Beziehungs-Tests schmücken das Innere des Hefts. Beim zweiten Blick wird klar, dass mehr dahinter steckt. Das Magazin will die Liebe verstehen, sie genießen, sie suchen und finden, aber auch retten. Das Konzept des Heftes ist es, möglichst viele Facetten von Liebe abzubilden: Alleine und zu zweit, Männer und Frauen untereinander oder gemischt.

Obwohl das Heft auch schwermütige Themen wie Liebeskummer oder Beziehungsängste anspricht, ist der Tenor doch positiv, nie verzweifelt oder abwertend. Als Aufmacher entschied sich die Redaktion für eine Liebeserklärung eines frisch Getrauten an seine Frau in Wort und Bild. Es folgen eine Reportage zum Code der Liebe, Selbstbekenntnisse zum Thema Leidenschaft und ein Selbstversuch mit der Smartphone-App "Tinder", die unkompliziertes Onlinedating verspricht.

Liebe und Sex: ein weites Feld

Das siebenseitige Lexikon der Sexualität beginnt beim Thema Alkohol, erklärt die Erektion des Mannes und der Frau, beschäftigt sich mit dem Kamasutra und endet schließlich bei der Zärtlichkeit zwischen Menschen.

Wie auch der "stern Fotografie", versucht "Liebe & Leidenschaft" die einzelenen Themenbereiche ganzheitlich zu behandeln: Einem Stück über die Wichtigkeit von Kommunikation in der Paarbeziehung folgt ein Interview über die Kunst des Verführens mit Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning (Dokut-Reihe "MAKE LOVE" im MDR). Persönliche Texte treffen auf Kolumnen und am Ende auf eine Kurzgeschichte der Autorin Yasmin Rezas. Immer wieder zeigt das Heft eindeutige Bilder mit viel nackter Haut. Doch sie wirken nicht plump, sondern bestechen durch Intimität und Wertschätzung der Abgebildeten füreinander.

Beide Zeitschriften gibt es für je 7,80 Euro am Kiosk - sehens- und vor allem lesenswert.

Stephanie Frank

VERÖFFENTLICHT AM

16. Juni 2014

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