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Hochschule der Medien

Frauen in der Gründerszene

Erfolgreiche Exoten

Das Gründen von eigenen Start-ups ist ein Schritt, den vor allem Männer wagen. Deutschland hat aber auch einige furchtlose Gründerinnen zu bieten, die mit Sex, Kuchen und einem verpackungslosen Einkauf punkten. Drei Beispiele für Gründerinnen mit erfolgreichen Start-ups.

Mit 25 Jahren Gründerin eines Online-Sexshops

Lea-Sophie Cramer kann mit gerade Mal Mitte 20 bereits auf der Karriereleiter nach unten blicken. Vor eineinhalb Jahren gründete die ehemalige BWL-Studentin gemeinsam mit Sebastian Pollok (28) Amorelie - einen Online-Shop für Erotik-Artikel. Zu der Zielgruppe gehören Hausfrauen, Sekretärinnen oder Managerinnen: Eben ganz normale Frauen. Der Sitz des Büros liegt in der Klosterstraße in Berlin-Mitte. Die inzwischen rund 30 Mitarbeiter unter Lea-Sophie Cramer zeigen mit dem Online-Shop, dass Sex kein Tabu-Thema ist, sondern Lifestyle. Die Erfolge sprechen für sich:

Lea-Sophia Cramer gründete mit 25 Jahren einen Online-Erotik-Shop. Foto: Amorelie

Mehrere Investoren wie Otto Capital oder die German Start-ups Group AG unterstützen Amorelie finanziell. 2014 stieg der ProSiebenSat.1-Inkubator Epic Companies mit einem zweistelligen Millionenbetrag in das Geschäft ein und beteiligt sich mit Media for Equity-Anteilen, mit denen der Online-Shop Fernsehspots schalten kann. Im April 2014 gewann Lea-Sophie Cramer den VICTRESS Start-up Award für den Aufbau eines erfolgreichen Internet Start-ups.

Lea-Sophie Cramer sammelte nach dem Abschluss ihres BWL-Studiums 2009 praktische Erfahrungen bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group und an der Seite von Oliver Samwer bei der Rocket Internet GmbH. Anschließend stieg sie mit 23 Jahren bei dem Rabattgutschein-Portal Groupon ein und kletterte die Karriereleiter hinauf bis zur Co-Chefin des asiatischen Markts. Ihre Mitarbeiter waren zum größten Teil Männer. Eine Frau als Chef haben die Japaner nur akzeptiert, weil Lea-Sophie Cramer Ausländerin war.

Vision: Supermärkte ohne Verpackungen

Sara Wolf und Milena Glimbovski gründeten das Start-Up "Original Unverpackt". Foto: Original Unverpackt
Original Unverpackt wird ein Supermarkt, der auf Einwegverpackungen verzichtet. Eingekauft wird bei regionalen Händlern. Die Idee ist nicht neu: In London (England) oder Kiel gibt es bereits kleinere Läden, die ohne Verpackungen auskommen. Das Konzept eines Supermarkts, der voll ausgestattet sein wird, ist neu: "In den artverwandten Unverpackt-Läden bekommt man nur das Notwendigste. Wir wollen jedoch eine echte Alternative zu herkömmlichen Supermärkten sein", so Mitarbeiterin Sarah Boeck. Das Ziel der beiden Gründerinnen Sara Wolf (M.A. International Relations, ehemalige Projektleiterin bei Fair Trade) und Milena Glimbovski (B.A. Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, Mediengestalterin) ist die deutschlandweite Verbreitung des Supermarkt-Konzepts. Der Erfolg zeigt, dass die Vision ankommt:

Knapp drei Wochen ist es her, dass die Crowdfunding-Kampagne zu Ende ging. 45.000 Euro mussten gesammelt werden, damit das Geld ausgezahlt wird. Rund 4.000 Fans unterstützten am Ende mit knapp 109.000 Euro die Idee. Im Sommer startet die Einführung des nachhaltigen Supermarkt-Konzepts in Berlin. Die Fans der Geschäftsidee wünschen sich längerfristig auch einen Shop in Stuttgart, Hamburg oder Köln.

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So soll der Supermarkt von Sara Wolf und Milena Glimbovski aussehen. Quelle: Original Unverpackt
Seit Mitte Juni kümmert sich der erste männliche Mitarbeiter Riaan Stipp um die Entwicklungen rund um das Franchising. Das Team wächst schnell: Acht Frauen und ein Mann arbeiten aktuell im Social Impact Lab, das ein geförderter Arbeitsplatz für Mitarbeiter mit innovativen Ideen ist. Weitere Erfolge feierten die beiden Gründerinnen als sie 2013 einer der 32 Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands wurden, eine Auszeichnung des Bundeswirtschaftsministeriums. Aktuell sind sie für den internationalen Better Award nominiert. Nachhaltige Produkte und regionale Einkäufe liegen im Trend.

Drei Chefinnen einer Kuchenmanufaktur im Internet

Etwas kleiner, aber nicht weniger erfolgreich ist das Start-up von Linda Dröge (Geschäftsführerin) und ihren beiden Partnerinnen Alexandra Bald (Strategie und Design) und Stephanie Becker (Marketing und Vertrieb).

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Das Team vom Kuchen im Glas präsentierte ihre Idee beim Elevator Pitch BW. Foto: Elevator Pitch BW 2014
Beim Gründerwettbewerbs Elevator Pitch BW schafften es die drei Frauen unter die letzten 18 und konnten so am 27.Juni ihre Geschäftsidee bei dem von der HdM mitveranstalteten Kongress Generation Media Startup potenziellen Investoren, Geschäftspartnern und Kunden präsentieren.

Die Erfolgsgeschichte der Gründerinnen startete bereits 2006: Damals begann Linda Dröge im Sauerland Kuchen im Glas herzustellen und schickte von dort aus ihren Kuchen in die ganze Welt. 2013 erfolgten der Umzug nach Mannheim und die Erweiterung des Teams. Zwei Konditorinnen aus Mannheim kümmern sich um die professionelle Herstellung der Kuchen. 2014 folgte der Relaunch der Website und der erste Shop für Selbstabholer wurde in Mannheim eröffnet. Die Erfolgsstrategie lautet: Die Produktion ausgefallener Kreationen wie der Guinness-Schoko-Kuchen, der Einkauf regionaler Produkte und die Rücksichtnahme auf verschiedene Ernährungsphilosophien wie Veganer oder Lebensmittelunverträglichkeiten.

Quellen:
Brigitte.de
Gruenderszene.de
T3n.de
Amorelie Presse
Manager-Magazin.de
socialimpactfinance.startnext.de/original-unverpackt
huffingtonpost.de
original-unverpackt.de
jetzt.sueddeutsche.de
green.wiwo.de
kuchen-im-glas.com
elevatorpitch-bw.de

Ann-Katrin Wieland

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