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hitchBOT

Roboter als Hitchhiker durch Kanada

Mit Gummistiefeln und Gummihandschuhen unterwegs Richtung Westen: "hitchBOT" bahnt sich derzeit als erster trampender Roboter seinen Weg durch das zweitgrößte Land der Erde. In den sozialen Medien berichtet er, wie es ihm geht.

Auf dem Weg Richtung Westen: hitchBOT wartet auf seinen ersten Fahrer, Quelle: hitchbot.me

Auf dem Weg Richtung Westen: hitchBOT wartet auf seinen ersten Fahrer, Quelle: hitchbot.me

Die Anschnallpflicht gilt auch für Roboter, Quelle: hitchbot.me

Die Anschnallpflicht gilt auch für Roboter, Quelle: hitchbot.me

Er selbst beschreibt sich als "kanadischen Roboter, der einfach nur sein Land kennenlernen möchte". Per Anhalter will der hitchBot nicht ganz ohne menschliche Hilfe von Küste zu Küste reisen – auf direktem Weg sind das 6.000 Kilometer. Von Halifax aus nahm ihn am vergangenen Sonntag ein "lovely couple" mit Richtung Norden. Sein Ziel: Die Stadt Victoria auf Vancouver Island ganz im Westen des Landes. Wie und auf welcher Route er dort hingelangt, bleibt dem Zufall und den Fahrern, die ihn mitnehmen, überlassen. Auf Facebook, Twitter und Instagram hält der Roboter seine Fans mit Bildern, Tramper-Anekdoten und Informationen zu seinem aktuellen Standort auf dem Laufenden.

"Hello, I'm hichtBOT"

Die Ideengeber hinter dem Projekt sind Frauke Zeller von der Ryerson University und David Harris Smith, der an der McMaster University lehrt. Sie wollen herausfinden, ob Roboter dem Menschen vertrauen können. Wer nimmt ihn mit? Übersteht er die Fahrt? Und wenn ja auch unbeschadet? Während der gesamten Reise ist "hitchBOT" auf die Hilfsbereitschaft der Menschen angewiesen – eine Fahrerlaubnis für Roboter gibt es derzeit noch nicht.

Ausgestattet ist "hitchBOT" mit einer Spracherkennungssoftware und einem Mikrofon. Deshalb kann er sich mit seinen Fahrern als Kopilot fließend auf Englisch unterhalten. Französisch spricht der Roboter dagegen nur wenig, was vor allem in der Provinz Quebec ein Problem werden könnte, hier ist Französisch die ausschließliche Amtssprache. Das Radio oder die Musik sollte man bei einer gewünschten Unterhaltung trotzdem abschalten: Mit zu vielen Hintergrundgeräuschen ist der elektronische Kopilot noch überfordert.

Wenn Technik erwachsen wird

Seine Energie bezieht "hitchBOT" aus den Solarzellen, die auf seinem Rumpf angebracht sind, oder aus dem Zigarettenanzünder im Auto. Informationen für die Unterhaltung kommen aus dem Internet: Vor seiner Reise wurde er mit dem gesamten Wissen der Wikipedia ausgestattet. Da der Roboter auch über GPS und eine Datenverbindung verfügt, kann man seine Reiseroute problemlos mitverfolgen. Das ist auch für seine Familie, wie der Roboter seine Entwickler liebevoll nennt, die einzige Möglichkeit der Kontrolle. Deshalb hoffen Zeller und Smith nicht nur bei der Mitnahme auf Hilfsbereitschaft: Bei zu starkem Regen und Sturm würden sie sich freuen, wenn "hitchBOT" ein warmes und trockenes Plätzchen bekäme.

Update:

"hitchBOT" erreichte am Donnerstag (21. August 2014, Ortszeit) nach vier Wochen Reise und über 6.000 zurückgelegten Kilometern unversehrt sein Ziel an der Westküste Kanadas.

Stephanie Frank

VERÖFFENTLICHT AM

29. Juli 2014

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