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Printmagazine

Stuttgarter Indiemags

Sie sind unabhängig, erscheinen in Eigenregie und beschäftigen sich überwiegend mit Kunst, Kultur und Politik. Indiemags sind so beliebt wie nie – und das, obwohl noch immer von der These vom Sterben der Printmedien die Rede ist. Auch in Stuttgart wächst die Szene.

Wieder und wieder taucht sie in den Medien auf: Mal ist die Debatte dramatisch und leidenschaftlich, mal geprägt von Hoffnung und Zuversicht. Die Rede ist von der These, der Printmarkt in Deutschland sei tot. Schließlich gäbe es immer mehr Angebote im Internet – Print sei zu teuer und lohne sich nicht.

Thema der Stunde: Nachhaltigkeit

Das neueste Indiemag Stuttgarts: "Übermorgen", Quelle: Cover des Magazins
Dass es auch anders geht, zeigen neue, selbstverlegte Print-Publikationen (Indiemags) im ganzen Land - auch in Stuttgart. Jüngstes Mitglied in der Familie: "Übermorgen". Ein kostenloses Magazin, das sich seit Anfang August den Themen Nachhaltigkeit und Lifestyle in Stuttgart widmet. Das erste Heft berichtet neben Urban Gardening und der Fahrradbewegung Critical Mass auch über die besten Secondhandshops der Stadt und über Mundraub. Wer jedoch Fakten erwartet, wird enttäuscht: Der Spaß am Thema Nachhaltigkeit steht laut der Macher klar im Vordergrund. Das Magazin versucht damit, ein modernes Lebensgefühl aufzugreifen. Gezeigt wird auch, wie und wo sich jeder einzelne Stuttgarter oder Interessierte einbringen kann.

Ganz ohne großen Verlag im Rücken vertreiben Dominik Ochs und Lennart Arendt das Heft. Den Übermorgen Verlag gründeten sie bereits vor über einem Jahr. Außerdem sind die beiden seit 2012 als Nachhaltigkeitsberater in Stuttgart tätig. Eine Nische, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ethische und ökologische Aspekte werden den Menschen immer wichtiger. Vor allem in Sachen Konsum und Lebensstil will "Übermorgen" auf Alternativen aufmerksam machen: Statt Dinge achtlos in den Müll zu werfen, kann man sie auch wiederverwenden oder umfunktionieren. Obst gibt es beispielsweise nicht nur im Supermarkt, sondern auch an vielen Bäumen mitten in der Stadt.

Stuttgarter Independent-Szene

Zur Detailansicht
Was macht ein deutsches Indiemag aus?, Quelle: Screenshot der Seite indiemags.de
Doch die Macher von "Übermorgen" sind nicht die einzigen, die sich mit dem Thema Lifestyle beschäftigen. Seit April 2012 ist "Päng!" in ausgewählten Zeitschriftenläden erhältlich – ein Magazin der HdM-Absolventin Josephine Götz. Wie auch "Übermorgen" erscheint "Päng!" vierteljährlich in Eigenregie. Kein großer Verlag vermarktet das Projekt, dass aus einer Bachelorarbeit heraus entstand. Die Finanzierung des Hefts soll durch lediglich zehn Anzeigen pro Ausgabe gewährleistet werden. Bewusst entschied sich die Macherin für ein Printprodukt: Der moderne Mensch verbringe viel Zeit vor dem Bildschirm, "Päng!" wurde als klare Alternative dazu konzipiert. Die Artikel im Heft beschäftigen sich konsequenterweise genau damit: Abstand von der digitalen Welt, analoge Gesellschaft und Kultur fernab von Computer und co.

"PLOT" ist auch so ein Magazin, das sich seit 2008 selbstfinanziert. In dem zwei Mal im Jahr erscheinenden Heft geht es neben Szenografie und Kommunikation im Raum auch um Design, Architektur und Kunst. Weitere Indimags aus dem Raum Stuttgart sind "Junk Jet", "VOW" und "agora42". Wie groß die Szene von independent Magazinen außerhalb Stuttgarts ist, zeigt die Seite indiemags.de. Man erfährt, dass die meisten independent Magazine in Großstädten zuhause sind, bereits in den 70er Jahren Magazine ohne großen Verlag im Rücken ihr Glück versuchten und Themen wie Kunst, Kultur und Politik am beliebtesten sind.

Stephanie Frank

VERÖFFENTLICHT AM

26. August 2014

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