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Hochschule der Medien

Webserie MANN/FRAU

Kein klassisches lineares Fernsehen

Zwei Großstadtsingles Anfang 30 spielen die Hauptrollen in der Webserie MANN/FRAU. Trotz gleichem sozialen Umfeld empfinden beide Geschlechter die Welt unterschiedlich. Produzent der Serie ist Christian Ulmen, der auch selbst vor der Kamera stand. Auftraggeber war der Bayrische Rundfunk (BR), der sich mit den dreiminütigen Folgen auf ein Experiment eingelassen hat.

Mann/Frau - Webserie
(Fotos: Quelle: BR Presse)

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Der Mann (Mirko Lang) wird von seiner Freundin verlassen und muss damit zurecht kommen. Er landet in einer Kneipe und vertraut sich dem Barmann an, der von Christian Ulmen gespielt wird. Dieser scheint für jedes Problem die passende Antwort parat zu haben.

Mirko Lang als Mann und Lore Lichter als Frau. Quelle: BR
Die Frau (Lore Richter) lebt in derselben Stadt. Sie ist Dauer-Single und zieht nur Hardcore-Singles an. Was macht sie nur falsch? Rosa, die Barista-Frau, darf sich ihr Genörgel stillschweigend anhören. Lästern kann sie wiederum mit ihrer besten Freundin, die von Collien Ulmen-Fernandez gespielt wird .

Ungewöhnliche Partnerschaft

In einem Interview des Senders Puls, dem Jugendsender des BR, gab Christian Ulmen an, dass der BR ihn fragte, ob er sich vorstellen könne, etwas für das Netz umzusetzen. Das war der Anfang einer neuen, fiktionalen Webserie. Die Idee zu MANN/FRAU war eines von sechs Drehbüchern, die von dem Geschwisterpaar Jana und Johann Buchholz stammen. Die beiden führten auch Regie. Das oft umgesetzte und beliebte Thema, der Vergleich von Mann und Frau, wurde auch bei der Produktion konsequent berücksichtigt. Jana Buchholz drehte die Episoden der Frau mit einem Team von Frauen, und ihr Bruder Johann setzte mit einem Männer-Team die Männergeschichten um.

Die Geschlechtertrennung führte dazu, dass es zu einer unterschiedlichen Umsetzung kam. Dem Tagesspiegel verriet der Regisseur Johann Buchholz: "Die Frauen haben sorgfältiger ausgeleuchtet, wir haben mehr mit der Handkamera agiert". Die Schauspieler erzählten bei einem Interview mit Puls von weiteren Unterschieden. Mirko Lang: "Bei meinen Dreharbeiten wurde letztendlich sehr viel improvisiert." Und Lore Richter ergänzte: "Jana und ich haben uns sehr an das Drehbuch gehalten."


Der Trailer zur Webserie MANN/FRAU, initiiert vom BR und umgesetzt von der Ulmen Television GmbH.

Der Aufbau der Webserie

MANN/FRAU erzählt aus zwei Blickwinkeln, die nicht aufeinander aufbauen und abwechselnd abgespielt werden. Innerhalb der geschlechtsspezifischen Erzählperspektive gibt es Erzählstränge, die in den einzelnen Episoden aufgegriffen werden. Jede Folge ist jedoch in sich geschlossen und zeigt verschiedene Alltagssituationen. "Das sind Sachen, die jeder mal erleben könnte und erleben kann. Die kann man dadurch relativ schnell verstehen und nachvollziehen", erklärte Thomas Müller, Redaktionsmitglied der Webserie und Programmchef von Puls, in einem Interview des BR. Es wird unfassbar schnell geschnitten und erzählt. "Du hast die Atemlosigkeit des schnellen Schnitts. Der entspricht auch der Atemlosigkeit und Rastlosigkeit der Figuren", so Ulmens Begründung im Interview. Das Team der Webserie musste sich die Frage stellen, wie sie möglichst viel Inhalt in drei Minuten verpacken. Und Christian Ulmen ergänzte: "Mit Sehgewohnheiten oder weil es für das Netz ist, hat die Länge aber nichts zu tun."

Die Ziele des Bayrischen Rundfunks

Thomas Müller will Fernsehen erfolgreich mit Online, Social Media und der Popkultur verknüpfen: "Der Titelsong kommt beispielsweise von einer Band, die aus dem Puls-Kosmos stammt." Auch geht es inhaltlich freizügiger zu als man es von den öffentlich-rechtlichen Sendern sonst kennt. Mit dem Experiment möchte das Bayrische Fernsehen versuchen, neue Zielgruppen zu erschließen.

Ausstrahlungswege

Seit dem 4. September 2014 kann man auf mannfrau.de die ersten Folgen anschauen. Insgesamt 20 Folgen der Webserie gibt es, die seit 12. September auch jeden Freitag um 23.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen zu sehen sind.

Fazit

Dass Frauen und Männer unterschiedlich ticken, ist weitreichend bekannt. Die Fragen, die die Darsteller in MANN/FRAU beschäftigen, sind meist sehr ähnlich: Wer bin ich eigentlich? Wo möchte ich beruflich hin? Und wie finde ich die große Liebe? Wie unterschiedlich die Antworten darauf ausfallen, zeigt die Webserie mit einem Augenzwinkern. Die kurzen Folgen laden dazu ein, bei jeder Gelegenheit online reinzuschauen. Ob das nun über Facebook, YouTube, den Blog oder im Bayrischen Fernsehen erfolgt, wird sich zeigen. Es ist auf jeden Fall ein spannendes Projekt, das dem öffentlich-rechtlichen Sender Sympathiepunkte einbringt, und eine neue Art der Produktion ermöglicht.

Quellen:
br.de/presse
Stuttgarter-Zeitung.de
You-fm.de
Deutschlandfunk.de

Ann-Katrin Wieland

VERÖFFENTLICHT AM

19. September 2014

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