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Hochschule der Medien

Ratgeber-Sendungen

Check-Offensive im TV

Deutschland ist im Check-Fieber. Fast wie eine Krankheit breitet sich dieses Format aus und betrifft längst nicht mehr nur die privaten Rundfunksender. Auch öffentlich-rechtliche Anstalten senden vermehrt Check-Formate. Doch wieso sind diese Sendungen eigentlich so beliebt?

Seit Ende August 2014 fährt die ARD eine Check-Offensive: Jeden Montag läuft zur Primetime um 20.15 Uhr eine ausführliche Service-Sendung, bei der Produkte, Unternehmen oder Dienstleistungen einander anhand von bestimmten Kriterien gegenüber gestellt und bewertet werden. Hierfür holte der Sender den "Markencheck" aus dem WDR ins Hauptprogramm und vergleicht unter anderem die Qualität von verschiedenen Jeans- und Tiefkühlkostherstellern. Weitere Sendungen des Check-Montags sind unter anderem "Wer hat Recht?", "Lebensmittel-Check mit Tim Mälzer" und Ratgeber wie der "Gesundheits-Check".

Gecheckt wird überall

Sendungen wie "Markencheck" bescheren der ARD gute Quoten, Quelle: www.daserste.de
Servicethemen spielen schon seit mehreren Jahren in allen Medien eine immer größere Rolle. Die wachsende Anzahl an Check-Sendungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern  - und dies auch noch zur Hauptsendezeit - ist eine weitere Neuerung. Früher waren diese Vergleiche hauptsächlich bei den privaten Sendern zu sehen. Boulevard-Sendungen wie beispielsweise "taff" auf Prosieben unterziehen regelmäßig die Outfits von Prominenten einem "Style-Check". "Check-Formate bieten den Zuschauern einen Bezug zum eigenen Alltag und auch Orientierung in der Angebots-Vielfalt", erklärt Prof. Dr. Franco Rota, Prorektor an der Hochschule der Medien, den Erfolg des speziellen Ratgeber-Formats.

Das deutsche "Check" dieser Formate hat nur noch wenig mit dem englischen Ursprungssinn des Überprüfens und der Kontrolle von Produkten und Dienstleistungen gemeinsam: Bei diesen Sendungen stellt der Journalist Eigenschaften gegenüber und wertet sie. Dabei ist das Herunterbrechen des Vergleichs auf nur wenige Attribute essentieller Bestandteil einer Check-Sendung. Oftmals ist es nur noch ein Duell wie beim Fastfood-Check McDonalds vs. Burger King von WISO im ZDF. "Das Vereinfachen ist eine Form der Dramatisierung und macht es außerdem dem Rezipienten noch einfacher, das Ergebnis nachzuvollziehen", ergänzt Rota.

Mittel zur Zuschauerbindung

Auch der "Lebensmittel-Check mit Tim Mälzer" gehört zum ARD Check-Montag, Quelle: www.daserste.de
Mit zunehmender Anzahl an Check-Formaten nähern sich die öffentlich-rechtlichen Sender also der Machart der Privaten an. Rota ordnet diese Entwicklung ein: "Check-Sendungen werden hauptsächlich zur Zuschauerbindung eingesetzt. Denn die öffentlich-rechtlichen Sender stehen im Kampf mit den Privaten um die Zuschauer. Daher ist ein Check-Montag eine strategische Entscheidung." Check-Sendungen werden also nicht so schnell aus dem Programm der öffentlich-rechtlichen Sender verschwinden, sondern vermutlich vielmehr ein fester Bestandteil werden.

 

Quelle: 

www.ardmediathek.de
www.berliner-zeitung.de
www.daserste.de
www.pons.eu
www.prosieben.de
www.wiso.zdf.de

 

Anna Ebner

VERÖFFENTLICHT AM

28. Oktober 2014

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