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News-App

Eine Zeitungs-App für die Generation Social Media

HdM-Absolvent Moritz Haarmann nutzt die App der Stuttgarter Zeitung (StZ). Die Struktur ist klassisch, wie in der Printausgabe, in Ressorts unterteilt. Doch dem Entwickler und Berater für mobile Apps gefällt das nicht. Eine kritische E-Mail an die Redaktion ist der Startschuss für ein Experiment: "S-Vibe", ein neues, mobiles Angebot der Stuttgarter Zeitung.

S-Vibe: Und so funktioniert die App
(Fotos: Stuttgarter Zeitung)

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Die Stuttgarter Zeitung bietet mit ihrer App "StZ News" bereits seit zwei Jahren die Zeitung im Hosentaschenformat für unterwegs. Was passiert in meinem Stadtbezirk, in der Region oder auf der ganzen Welt? Das erfahren die Leser zeitnah und kostenlos. Die neue App versucht etwas Neues: Sie greift das Prinzip eines News-Streams auf und füllt ihn mit journalistischen Inhalten.

HdM-Absolvent gibt den Anstoß

Die neue App der Stuttgarter Zeitung: S-Vibe. Quelle: StZ

Moritz Haarmann, der an der HdM ein Bachelorstudium mit Schwerpunkt Medieninformatik absolviert hat, ist, neben der technischen Umsetzung, maßgeblich für die neue App verantwortlich: "Zu der Neuentwicklung kam es, nachdem ich ungefragt eine E-Mail an die Redaktion geschickt hatte, in der ich mich ausführlich zu den bestehenden Apps der StZ geäußert habe und mit Kritik nicht gespart habe." Der inzwischen freiberufliche Berater und Entwickler für mobile Apps wurde daraufhin von der Online-Redaktion eingeladen und es wurden, gemeinsam mit der Digital-Tochterfirma Stuttgart Internet Regional, Workshops durchgeführt. "Das Resultat war die Idee zu S-Vibe," so Haarmann. "Der Nutzer steht nun komplett im Vordergrund. Das schnelle Lesen und die durch die Nutzer gesteuerte Sortierung der beliebtesten Nachrichten, heben sich vom klassischen Produkt eines Pressehauses ab: Es gibt keine redaktionelle Anordnung der Inhalte, Werbung und langsame Ladezeiten mehr." Drei Monate dauerte es von der Idee bis zum Markteintritt.

"Swipe wie Wischen"

Die Namensidee hatte Tobias Köhler, der Ressortleiter Online: "Man kann den Namen einerseits als "Swipe" lesen - also Wischen - was den Kerngedanken der App wiederspiegelt. Und andererseits steht es für die Vibes von Stuttgart." Die App gibt es für iOS und Android und soll eine neue Zielgruppe erreichen. "Die Generation Social Media sind diejenigen, die selten oder nie unsere anderen - gedruckten und digitalen - Angebote nutzen," erklärt Köhler. Für ihn hat die neue App Potenzial: "Da wir es heute immer mehr mit Leuten zu tun haben, die statt eine Zeitung in die Hand zu nehmen, lieber ihre Informationen aus ihrer Facebook-Timeline beziehen, haben wir uns die Frage gestellt, wie sich Nachrichten anders strukturieren lassen."

Möchte man eine News der StZ lesen, wischt man nach links. Soll sie weg, dann wischt man nach rechts. Quelle: StZ/iTunes

Die App kommt gut an. "Allein am ersten Tag waren es rund 2.000 Downloads," verrät Haarmann. Und Tobias Köhler ergänzt, dass es drei Wochen nach Markteintritt rund 5.000 Downloads sind. Zu den beliebtesten Themen gehören Stuttgart 21, Lifestyle, VfB Stuttgart und (lokal-)politische Themen.

Persönliche Vorlieben statt Massengeschmack

Der am häufigsten geäußerte Kritikpunkt ist der, dass nicht die Gewohnheiten aller Nutzer ausgewertet werden sollen, sondern die persönlichen Vorlieben. "Das widerspräche aber dem Grundgedanken der App - und gefällt uns auch unter Aspekten des Datenschutzes nicht," so Köhler und Haarmann betont, dass in einer Zeit, in der jedes Nachrichtenportal und jede Suchmaschine Ergebnisse in vorauseilendem Gehorsam an vermutete Nutzerpräferenzen anpasse, sie einen anderen Weg gehen und keine Daten sammeln.

Die App soll ein kostenloses Angebot bleiben - für die Betreiber ein weiteres Experiment. "Wir werden versuchen, mit unterschiedlichen Werbeformen zu spielen. Wichtig ist aber, dass der Spaß an der App dadurch nicht beeinträchtigt wird," erklärt Köhler.

Ann-Katrin Wieland

VERÖFFENTLICHT AM

20. Oktober 2014

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