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Hochschule der Medien

Mindestlohngesetz und Praktika

8,50 Euro für alle?

Im August 2014 hat der Bundestag mehrheitlich das Mindestlohngesetz beschlossen. Das Gesetz soll gewährleisten, dass Arbeitnehmer ab 01. Januar 2015 mindestens 8,50 Euro brutto pro Stunde erhalten. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie etwa bei Praktika. Worauf HdM-Studenten zukünftig achten sollten, weiß Prof. Roland Kiefer, der Leiter des Zentralen Praktikantenamtes.

Praktika sind auch vom Mindestlohngesetz betroffen.
Im Januar 2015 tritt das Mindestlohngesetz (Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns) in Kraft. Studenten, die sich für einen Studentenjob im nächsten Jahr, ein Kurzpraktikum oder um eine Stelle für das Praxissemester ab dem Sommersemester 2015 bewerben, sind von dieser Regelung betroffen.

Prof. Roland Kiefer, der Leiter des Zentralen Praktikantenamtes an der Hochschule der Medien, stellt auf Seiten der Studenten, aber auch bei Arbeitgebern, Unsicherheiten fest. Denn Verstöße gegen das Mindestlohngesetz ziehen drastische Strafen nach sich. "Ein Beispiel ist die Absprache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Es wäre ein Verstoß, wenn sich der Arbeitnehmer bereit erklären würde, auch für weniger Stundenlohn zu arbeiten", so Kiefer. Keinen Mindestlohn zu zahlen kann mit bis zu 500.000 Euro Geldbuße bestraft werden.

Arbeitgeber, die Studentenjobs mit einem Stundenlohn unter dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn anbieten, müssen handeln: Entweder müssen sie die Stunden für denselben Monatslohn (Mini-Job) verringern oder sie müssen für diesselbe Stundenanzahl mehr zahlen (Midi-Job). "Es gibt keine Branchen, die ausgeschlossen sind," betont Kiefer. Der gesetzliche Mindestlohn setzt eine fixierte Grenze für den Stundenlohn fest, die in Zukunft nur in wenigen klar definierten Ausnahmefällen nicht mehr unterschritten werden darf.

Wenn es sich um ein Praktikum handelt...

Der Begriff Praktikant wird im Zuge des Mindestlohngesetzes erstmals erläutert. Die gesetzliche Definition kann hier nachgelesen werden. "Wenn die Voraussetzungen der gesetzlichen Definition nicht erfüllt sind, dann handelt es sich nicht um einen Praktikanten. Auch dann nicht, wenn es im Vertrag steht", so Kiefer. Dann gilt die Regelung, dass der Mindestlohn immer gezahlt werden muss. Daher muss nun geklärt sein, ob es sich auch tatsächlich um ein Praktikum handelt.

Die verschiedenen Optionen für Praktika:

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Was müssen HdM-Studenten beachten? Grafik: HdM

Option A: Pflichtpraktikum

"Handelt es sich um Pflichtpraktika, so legt das Gesetz eindeutig fest, dass sie nicht unter das Mindestlohngesetz fallen, und zwar unabhängig von der Dauer", betont Kiefer. Die Hochschule der Medien hat in der Studienprüfungsordnung deutlich festgelegt, dass notwendige Praktika während des Studiums als Pflichtpraktika ausgezeichnet werden. Das dazugehörige Formular "Bestätigung eines Pflichtpraktikums" wurde im Hinblick auf den Mindestlohn überarbeitet und findet sich im HdM-Intranet.

Option B: Freiwilliges Praktikum

Orientierungspraktika, vor der Aufnahme eines Studiums, sind mindestlohnfrei für die Dauer von drei Monaten. An der Hochschule der Medien sind derzeit Vorpraktika (bis auf den Studiengang Crossmedia-Redaktion/Public Relations) nicht verpflichtend. Die freiwilligen Praktika während des Studiums sind ebenfalls für die ersten drei Monate mindestlohnfrei. Ab dem vierten Monat bei demselben Unternehmen muss jedoch ein entsprechender Mindestlohn gezahlt werden.

Derzeit gibt es noch widersprüchliche Einschätzungen, ob der Mindestlohn bei einem freiwilligen Praktikum, das mehr als drei Monate geht, bereits ab dem ersten Tag gezahlt werden muss. Es ist aber davon auszugehen, so die Interpretation des Leiters des Zentralen Praktikantenamtes.


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Seite 2: Auswirkungen des Mindestlohngesetzes


VERÖFFENTLICHT AM

27. Oktober 2014

KONTAKT

Prof. Roland Kiefer

Medieninformatik

Telefon: 0711 8923-2167

E-Mail: kiefer@hdm-stuttgart.de

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