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Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Verlagszukunft

Datenbrillen, Bücher-Apps und digitale Zeitungen

Die Verlagsbranche hat bereits seit ein paar Jahren mit ihren Geschäftsmodellen zu kämpfen: Alte müssen durch neue ergänzt oder ersetzt werden. Jedoch können neue Geschäftsmodelle oft nicht das ausgleichen, was von den alten wegbricht. Für die Studienstiftung des deutschen Volkes und das Max Weber-Programm war dies der Anlass für eine Sommerakademie zur Zukunft der Verlagsbranche.

Die Vielfalt der Engeräte bleibt bestehen

Die Vielfalt der Engeräte bleibt bestehen

Leseoberflächen entwickeln sich weiter

Leseoberflächen entwickeln sich weiter

Darin haben sich Stipendiaten beider Stiftungen mit Prof. Dr. Okke Schlüter (HdM) und Frederik Fischer (Krautreporter, Tame / Berlin) mit den Themen Medien-Nutzung und Verlagsangeboten im Jahr 2025 beschäftigt. Um das Zukunftsszenario 2025 möglichst genau zu modellieren, haben die 13 HdM-Studenten Faktoren untersucht, die zum gesellschaftlichen Alltag gehören. Dieser umfasst den demographischen Wandel, wechselnde Arbeitgeber und Nebenbeschäftigungen sowie eine andere Lebensqualität. Außerdem beschäftigten sie sich mit Themen wie der Verbreitung von Inhalten über soziale Netzwerke, Newsletter und Apps, der Veränderung der publizistischen Vielfalt und den staatlichen Regulierungen des Internets. Die Endgeräte für Verlagsprodukte spielten ebenfalls eine Rolle. „Verlage müssen sich flexibel auf neue Endgeräte und Technologien einstellen können, die ihre Zielgruppe bevorzugt", erläutert Schlüter.

Verlagsprodukte in zehn Jahren

In ihrem Szenario zu den Verlagsangeboten 2025 haben die Studenten einen beispielhaften Werktag von sechs fiktiven Charakteren beschrieben. Dieser ist zeitlich genau unterteilt. Aktivitäten werden vorgestellt, die morgens, vormittags, mittags, nachmittags und abends unternommen werden. Die sechs Charaktere wurden mit Blick auf gesellschaftliche und demographische Trends anhand der verbreiteten Persona-Methode entwickelt. Um ihre unterschiedliche Medien-Nutzung deutlich zu machen, wurde aus Sicht des jeweiligen Charakters erzählt. Jede fiktive Person steht für einen anderen Mediennutzungs-Typ. Insgesamt geben die sechs Charaktere ein Eindruck über mögliche Verlagsprodukte und deren Einbindung in den Alltag in gut zehn Jahren.

Niclas, Zeynep, Renate und Claus

Der 22-jährige Student Niclas verwendet etwa täglich seine Datenbrille. Mit ihr informiert er sich über Neuigkeiten bei Facebook, verabredet sich mit seinen Freunden, liest Artikel aus seinem Zeitungsabonnement und nutzt sie für die Uni, um Unterrichtsfolien zu lesen und sich Notizen zu machen.

Die 35 Jahre alte türkische Dozentin Zeynep kontrolliert ihren Tagesablauf und ihre Ernährung mit der „Balance-App", um einen möglichst gesunden Lebensstil zu führen. Über „bookfy" sucht sie sich Bücher zum Lesen aus, per „Spyke" gibt sie Nachhilfe und über ein ausrollbaren OLED-Display liest sie ihre Online-Tageszeitung.

Das Rentnerehepaar Renate und Claus liest zwar noch die gedruckte Regionalzeitung, findet jedoch die digitale Version besser, da man die Schrift problemlos vergrößern kann. Überregionale Nachrichten liest Claus mit einer News-App. Die „Lieferanta-App" nutzen beide, um Lebensmittel zu bestellen, die direkt nach Hause geliefert werden.

Narrative Seznariotechnik als Methode

„Zur Erstellung dieses Zukunftsszenarios haben die Studenten die narrative Szenariotechnik angewendet", erläutert Schlüter. Hierbei wurde der organisatorische Rahmen definiert, in Visionsworkshops wurden Zukunftsannahmen erarbeitet und ein Szenario Umfeld aufgebaut. Danach erfolgte die Herstellung eines Story-Boards, das Szenario-Writing und zum Schluss wurden anschauliche Details ergänzt. Ob das Szenario der Studenten Wirklichkeit wird, bleibt zu beobachten.

Marieke Weller

VERÖFFENTLICHT AM

03. November 2014

KONTAKT

Prof. Dr. Okke Schlüter

Mediapublishing

Telefon: 0711 8923-2978

E-Mail: schlueter@hdm-stuttgart.de

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