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Hund, Katze, Maus: Wie Tiere die Medien erobern

Süß wie ein Kuscheltier, grimmig wie ein Bär und so berühmt wie Hollywood-Stars: Tiere haben längst das Internet erobert und avancieren zu wahren Medienprofis. Facebook, Twitter und Instagram – in den sozialen Medien präsentieren stolze Besitzer die Einzigartigkeit ihrer Tiere.

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Mit mehr als sieben Millionen Facebook-Fans ist Grumpy Cat eine der erfolgreichsten Katzen unserer Zeit, Quelle: Screenshot Instagram
Der Siegeszug von (Haus-)Tieren hat nicht nur etwas mit deren Niedlichkeit zu tun - vor allem Posts in sozialen Medien verhelfen ihnen immer wieder zu einer gewissen Bekanntheit. Zwergspitz Boo beispielsweise kommt auf 16,7 Millionen Facebook-Fans. Angefangen hat alles mit einem Versehen. Boos Fell war so verfilzt, dass ein Besuch im Hundesalon nötig wurde – seit dem trägt Boo seine typische Kurzhaarfrisur, die ihn wie ein Plüschtier aussehen lässt. Nachdem die Sängerin Kesha 2010 einen Tweet mit ihrem neuen "Freund" verschickte, explodierten die Like-Zahlen auf Boos Facebook-Seite.

Ähnlich erging es der Grumpy Cat: Der Bruder der Besitzerin Tabatha Bundesen postete auf der Diskussionsseite Reddit im September 2012 ein Foto der grummelig dreinschauenden Katze. Zu sehen war das Gesicht einer Katze mit kleinem Unterbiss (feliner Kleinwuchs). Die leichte Behinderung des Tiers sorgt dafür, dass es den Anschein hat, als würde die Katze ihre Mundwinkel mürrisch nach unten ziehen. Die Internetgemeinde klickt und legt Grumpy Cat Aussagen wie "I had fun once ... It was awful" in den Mund.

Niedlich bis künstlerisch anspruchsvoll

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Chihauhua Tuna hat über eine Million Follower auf Instagram, Quelle: Screenshot Instagram
Mit über einer Million Followern auf Instagram und mehr als 96 Tausend Likes bei Facebook kann sich Tuna zu den derzeit erfolgreichsten Internet-Hunden zählen. Der vier Jahre alte Chihuahua wurde durch seinen Überbiss und mit viel Charme über Nacht zum Star. Der sprechende Husky Mishka und Henri "Le Chat Noir" starteten ihre Karriere hingegen auf der Videoplattform YouTube. Mit an menschliche Worte erinnernden Lauten, beziehnungsweise künstlerisch anmutenden Filmen in schwarz-weiß, kommen die beiden zusammen auf mehr als 100 Millionen Aufrufe.

 

Mit Einmaligkeit zum Erfolg

Dank ihrer Einzigartigkeit sind Grumpy Cat und Co. nicht nur in den digitalen Medien wahre Stars: Längst gibt es von den tierischen Internet-Helden Bücher, Filme, Socken, Kuscheltiere und Sticker. Sogar einen "Grumppuccino"-Kaffee in drei Geschmacksrichtungen können Fans der Grumpy Cat beim Versandhändler Amazon kaufen. Auch die US-amerikanische Katzenfutter-Marke Friskies hat das Potenzial der grimmig dreinschauenden Katze erkannt: In der YouTube Game-Show für Katzen "Will Kitty Play With It?" tritt Grumpy Cat als prominenter Gast auf und verdient damit gut. Insgesamt soll durch die Vermarktung der Katze inzwischen ein Betrag von mehr als 100 Millionen US-Dollar (ca. 80,5 Millionen Euro) zusammengekommen sein, was die Besitzerin jedoch dementiert.

Auch Zwergspitz Boo startete nach seinem Bekanntwerden auf Facebook zusätzlich eine Karriere fernab des Internets: Die Fluglinie "Virgin America" informierte ihre Gäste mit Fotos des Hundes über die Richtlinien für Reisen mit Tieren.

Berühmt sind die genannten Beispiele wahrscheinlich deshalb, weil sie sind, wie sie sind. Die vermeidliche Abnormität der Tiere mag auf viele belustigend wirken. Zugleich zeigt sie aber auch, dass jedes Lebewesen liebenswert ist.

Stephanie Frank

VERÖFFENTLICHT AM

14. Dezember 2014

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