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"Media Prototyping" 02. Februar 2015

Probleme lösen mit Design Thinking

13:15 Uhr an der Hochschule der Medien (HdM): Die S-Bar ist überfüllt, eine Schlange zieht sich durch den ganzen Raum. Gibt es einen Weg, wie man die Situation zur Mittagszeit optimieren könnte? Das Stichwort lautet "Design Thinking". Prof. Dr. Okke Schlüter und Stefanie Quade vom Studiengang Mediapublishing haben die Methode für Lösungsansätze in einem Forschungsprojekt speziell für die Medienwelt weiterentwickelt.

Studenten arbeiten mit der Design Thinking Methode
Studenten arbeiten mit der Design Thinking Methode
Teambesprechung bei der Erstellung des Toolkits
Teambesprechung bei der Erstellung des Toolkits
Verantwortlich für die Video-Tutorials: das Filmteam (Fotos: HdM)
Verantwortlich für die Video-Tutorials: das Filmteam (Fotos: HdM)

Design Thinking ist eine Innovationsmethode, mit der aus Kundensicht Lösungsvorschläge für Produktverbesserungen generiert werden können. Einsetzbar ist sie in verschiedenen Bereichen, wie etwa der Optimierung der Essenausgabe in der S-Bar, oder bei der Entwicklung von Medienprodukten. Die Methode beschreibt einen achtstufigen Prozess, in dem unter anderem das Problem dargestellt wird, Ideen gesammelt, Prototypen gebaut und getestet werden und am Ende eine Lösungsempfehlung herauskommt. Das Design Thinking ist universell anwendbar und sehr allgemein. Die Spezifika einzelner Branchen sind in dem Prozess nicht wiederzufinden. Prof. Dr. Okke Schlüter aus dem Studiengang Mediapublishing hat dieses Problem als Ausgangspunkt für seine Forschung gewählt.

Design Thinking for Media Prototyping

2014 beantragte Schlüter Fördergelder von der Zentrale für Hochschuldidaktik des Landes Baden-Württemberg, um das Design Thinking als allgemeine Methode für die Medienlandschaft anzupassen. Im vergangenen Jahr entwickelte er zusammen mit seiner Kollegin Stefanie Quade von der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin ein Toolkit, also eine Art Werkzeugkasten zur Anwendung der weiterentwickelten Methode. Das Ergebnis nennt sich "Design Thinking for Media Prototyping". Die Methode sollte so aufbereitet werden, dass sie an sämtlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften eingeführt werden kann.

Herangehensweise

Schlüter definiert drei Zugänge zur Entwicklung des Projektes. Zum einen sollte die Lehre verbessert werden. Der Medienexperte weiß: Allein an der HdM besteht Bedarf. "Einige Kollegen haben mich bereits angesprochen und angekündigt, sie würden gerne in ihren Seminaren mit Design Thinking arbeiten", so Schlüter. Der zweite Zugang beschreibt den Forschungsansatz und die Frage, wie das Design Thinking weiterentwickelt werden muss, damit es für die Medienbranche passt. Schließlich soll die Methode künftig in allen Mediensparten angewandt werden: sei es im Druck, in der Medieninformatik oder im Film. In einem dritten Schritt denkt Schlüter über die Internationalisierung des entwickelten Toolkits nach. Schließlich bietet sich die Methode nicht nur für deutsche Hochschulen an. "Partnerhochschulen in Amsterdam und Schweden sind sehr an den Ergebnissen der Forschung interessiert", so Schlüter.

Studenten liefern Input

Die Forschungsergebnisse fassten Schlüter und Quade im Toolkit zusammen. Das Paket besteht aus einem 30-seitigen Leitfaden, Arbeitsblättern und vier Video-Tutorials. Die Videos entwickelten Studenten der HdM - natürlich unter Anwendung der Design Thinking Methode. "Persona wurden kreiert, Storyboards geschrieben und mehrere Video-Prototypen an der Zielgruppe getestet, damit am finalen Drehtag die perfekte Produktion in einem super eingespielten Team funktionierte", sagt Quade. Die Videos bieten einen plastischen Eindruck darüber, wie man Design Thinking in der Praxis anwenden kann. Auch Schlüter testete die Methode bereits mit einem Studententeam. "Die Adaption des Design Thinking für Medienprototypen setze ich in der Lehre häufig ein, wie zum Beispiel bei der Entwicklung des Prototypen für die Datenbrille Google Glass. Dabei hat die Methode für Struktur gesorgt", so Schlüter.

Zukunft

Das Toolkit wird derzeit fertig gestellt; die Ergebnisse werden unter www.lehrforum.de veröffentlicht. Die Methode ist so angelegt, dass sie flexibel sowohl in der Lehre über die Dauer eines Semesters, als auch in Unternehmen als dreitägiger Workshop eingesetzt werden kann. Laut Schlüter haben bereits diverse Medienfirmen Interesse daran bekundet. Des Weiteren steht die Internationalisierung des Design Thinking for Media Prototyping an. Im kommenden Semester ist beispielweise ein Workshop für ein Studententeam in Schweden geplant.

Corinna Groß

Kontakt

Name:
Prof. Dr. Okke Schlüter  Elektronische Visitenkarte
Funktion:
Professor
Studiengang:
Mediapublishing (Bachelor, 7 Semester)
Fakultät:
Fakultät Druck und Medien
Raum:
323, Nobelstraße 10 (Hörsaalbau)
Telefon:
0711 8923-2978
E-Mail:
schlueter@hdm-stuttgart.de
Name:
Stefanie Quade
Funktion:
Lehrbeauftragte
Studiengang:
Mediapublishing (Bachelor, 7 Semester)
Fakultät:
Fakultät Druck und Medien

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