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Hochschule der Medien

Internetgeschäfte in den Innenstädten

Handel: Online goes offline

Längst ist das elektronische Zeitalter auch im stationären Handel angekommen. Die Vorteile: Immer mehr Menschen shoppen online und Ladenschlusszeiten existieren im World Wide Web nicht. Immer bedeutender wird deshalb die Verzahnung von On- und Offline-Handel.

Ein, zwei, drei Klicks genügen und das Objekt der Begierde ist bestellt – einfach und bequem vom Sofa aus. Die lästige Fahrt in die Innenstadt entfällt. Der Boom des E-Commerce hält seit Jahren an: Alleine in Deutschland stieg der Umsatz der Onlinehändler von 2005 bis 2014 von 14 auf 39 Milliarden Euro an. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet für 2015 mit einem erneuten Plus von fast 12 Prozent.

Trotzdem gehen einige Online-Händler den umgekehrten Weg: Bereits 2009 eröffnete der Online-Müsliverkäufer "mymuesli" seine erste Filiale in der Passauer Fußgängerzone. Inzwischen betreibt das Unternehmen aus Bayern 16 Läden, fünf weitere sind geplant. Auch der Online-Trachtenhändler "Almliebe" und der Internet-Möbelverkäufer "Fashion4home" setzen inzwischen auf das Ladengeschäft in der Innenstadt. Hier zeigen sie in einer Mischung aus Showroom und Filiale einen Teil ihres Online-Sortiments.

Die Kombi macht's

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E-Commerce-Umsätze von 2005 bis 2015, Quelle und Grafik: HDE
In den Geschäften können die Kunden (an)probieren, was ihnen gefällt. Ist das gewünschte Produkt gerade nicht vor Ort verfügbar, kann es problemlos per Tablet direkt nach Hause oder ins Geschäft bestellt werden. Alle Möglichkeiten zu nutzen, wird immer wichtiger: Durch die Kombination verschiedener Verkaufskanäle, auch als Omnichannel bekannt, stellen die Unternehmen sicher, nicht auf wertvolle Umsätze zu verzichten. Gerade der persönliche Kontakt zum Kunden in einem Geschäft in der Innenstadt kann einen Wettbewerbsvorteil zum reinen Online-Händler liefern – auch wenn nicht direkt etwas vor Ort gekauft wird, wird dem Kunden die Marke ins Gedächtnis gerufen.

Online-Anbieter, die sich hauptsächlich mit der Logistik von Waren beschäftigen, stehen jedoch oft vor der Frage, welcher Standort der richtige ist und wie die Ladengestaltung im Sinne des Online-Geschäfts aussehen soll. Um das anfängliche Risiko ein zu verringern, entschied sich beispielsweise der Online-Händler "OnePiece" dazu, Pop-ups zu eröffnen: Geschäfte, die nur für eine kurze Zeit in den Innenstädten auftauchen und oft provisorisch eingerichtet sind.

Lebensmittel, Bücher, Luxus

Doch es gibt auch Branchen, die den entgegengesetzten Weg gehen: In eigenen Online-Shops vertreibt der Lebensmittelhändler "REWE" seit 2013 Lebensmittel online. In großen Ballungsgebieten wie Stuttgart, Berlin und Hamburg liefert das Unternehmen die bestellten Lebensmittel gegen eine Liefergebühr bis in die Wohnung. Auch größere und kleinere Buchhändler setzten auf Cross-Channel-Strategien, um mit dem großen Konkurrenten Amazon mithalten zu können. Die gewachsenen Strukturen in Form von Filialen wollen Ketten wie "Thalia" und "Hugendubel" allerdings nicht aufgeben – eine umfangreiche Beratung funktioniere immer noch am besten im Geschäft. Der persönliche Kontakt zum Kunden bleibt der größte Wettbewerbsvorteil des stationären Einzelhandels gegenüber den reinen Online-Händlern.

Ähnlich geht es dem Luxussegment: Die französische Marke "Chanel" plant für das nächste Jahr einen E-Service. Der Luxusmarke geht es weniger um den Vertrieb als um eine Serviceleistung für Kundinnen, die lieber online als im Laden shoppen. Durch den Onlinehandel dürfe die wertvolle Marke keineswegs beschädigt werden. Deswegen halten sich auch andere Luxusmarken bisweilen zurück. "Burberry" und "Louis Vuitton" setzen dagegen bewusst auf ein kleines Online-Sortiment.

Quellen:
wuv.de
einzelhandel.de
sueddeutsche.de

Stephanie Frank

VERÖFFENTLICHT AM

20. April 2015

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