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Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Promotionskolleg Digital Media

Hollywood-Effekte für den Alltag

Medien unterhalten, informieren, bewerben und bilden. Sie gehören zum täglichen Leben. Für elf Doktoranden sind sie Forschungsgegenstand. Sie arbeiten im kooperativen Promotionskolleg "Digital Media" an Methoden zur Simulation von Flüssigkeiten, an interaktiven Bildschirmen oder Werkzeugen zur visuellen Analyse. Das gemeinsame Angebot der Universitäten Stuttgart und Tübingen und der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) ging 2011 an den Start.

In der Lightstage kann jede beliebige Lichtsituation auf einen Gegenstand exakt errechnet werden

In der Lightstage kann jede beliebige Lichtsituation auf einen Gegenstand exakt errechnet werden

Ein Beispiel für die Visualisierung von E-Bike-, Taxi- und Fussgängerbewegungen

Ein Beispiel für die Visualisierung von E-Bike-, Taxi- und Fussgängerbewegungen

Das eigens konstruierte Kamera-Rig (hier bei Dreharbeiten an den Bärenseen in Stuttgart)

Das eigens konstruierte Kamera-Rig (hier bei Dreharbeiten an den Bärenseen in Stuttgart)

Zur Detailansicht Eine Flüssigkeitssimulation mit 250000 Partikeln

Eine Flüssigkeitssimulation mit 250000 Partikeln

Ohne den Einsatz der Computergraphik ist die Medienlandschaft heute nicht mehr denkbar. Vor allem Film-, Video-, Print- und Werbemedien nutzen intensiv die Methoden der Visualisierung und Computergraphik, um Inhalte zu gestalten. Nicht nur die Betrachter von Hollywood-Blockbustern wollen mit immer spektakuläreren Effekten umworben und unterhalten werden. Ohne neue Verfahren und Techniken gelingt dies nicht. "Das Promotionskolleg ‚Digital Media‘ will diesen Ansprüchen durch Forschung und Weiterentwicklung auf dem Gebiet der digitalen Medien gerecht werden", berichtet Prof. Dr. Bernd Eberhardt von der HdM. Er ist Sprecher des Kollegs, das vom Institut für Visualisierung und Interaktive Systeme an der Universität Stuttgart, dem Fachbereich Medieninformatik (Visual Computing) an der Universität Tübingen und dem Arbeitsbereich Computeranimation der HdM getragen wird.

Mehrwert Medienproduktion

"Bisher konnten die Kollegiaten ausgezeichnete wissenschaftliche Ergebnisse erzielen, die zu über 20 ‚peer-reviewed‘ Veröffentlichungen geführt haben", freut sich Eberhardt. "Sie basieren auf professionellen Produktionen. Nur damit können marktgängige Einsatzmöglichkeiten getestet werden. Diese Medienproduktionen sind der große Mehrwert des Promotionskollegs", so Eberhardt weiter.

Solche Produktionen sind etwa HDR-Datensätze für die Bildtechnik-Forschung. Mit der sogenannten High Dynamic Range-Technologie kommen Fotos der menschlichen Wahrnehmung extrem nah. Für Videos existiert jedoch noch keine vergleichbare Technik. Mit einer eigens verbesserten Kamera-Konstruktion entstanden an der HdM HDR-Videos, die die Leistung von Kameras simulieren, die es voraussichtlich erst in einigen Jahren auf dem Markt geben wird. Als Bereicherung empfindet Eberhardt die wissenschaftlichen Impulse in den Lehrveranstaltungen. „Durch die Einbindung der Nachwuchsforscher konnte ein zusätzliches Seminar- und Workshop-Angebot geschaffen werden. In die Forschungsgruppen an den Universitäten Stuttgart und Tübingen hätten sich die Doktorranden bestens integriert, so Eberhardt.

Win-win-Situationen für Hochschulen und ihre Partner

An der HdM nutzen die Kollegiaten die Produktionslabore mit ihrer modernen Technik für die Datenakquise: In der "Lightstage" werden Lacke oder Materialtexturen vermessen, die Kunden später vielleicht in einem neuen Auto begegnen. Dafür wird etwa ein Stück Stoff oder Leder in einem speziellen Aufnahmeverfahren unter verschiedenen Lichtpositionen digitalisiert. Aus den Bildern, die so entstehen, wird eine interaktive Bilddatei berechnet, die wiederum mit einem dafür entwickelten Viewer auf unterschiedlichen Systemplattformen und im Internet in allen gängigen Browsern dargestellt werden kann. Solche neuen Verfahren sind auch für Firmen aus der Branche spannend. "Die in der Regel kleinen Unternehmen forschen kaum selbst an neuen Methoden. Dafür fehlen die Kapazitäten", erklärt Eberhardt. Daraus ergebe sich eine klassische Win-win-Situtation, wie etwa beim "iPad-Viewer" für das Stuttgarter Unternehmen Recom. Dieser ermöglicht eine detailgetreue Abbildung von Oberflächen, die Qualität eines Materials ist bis ins kleinste Detail erkenn- und bewertbar - dank einer Vielzahl von Fotografien, die gescannt und anschließend interaktiv wiedergegeben werden.

Gemeinsames Dach

Unter das Stichwort Technologietransfer fällt der Service aus dem Promotionskolleg für den Kinofilm "Biene Maja", der 2014 dreidimensional über die Leinwand flimmerte: Die Bilddaten für Maja, Willi und Co wurden am Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart (HLRS) errechnet. Um die wissenschaftliche Entwicklung im Bereich der digitalen Medienproduktion weiter voran zu treiben, ist die Gründung eines "Media Solution Center" nach dem Vorbild des "Automotive Simulation Center Stuttgart" geplant. Dort wollen die Filmakademie Ludwigsburg, das Zentrum für Kunst- und Medientechnologie Karlsruhe, das HLRS und die HdM in Stuttgart ihre Kompetenzen bündeln. Nach Auslaufen ihres Promotionsstipendiums können die Kollegiaten ab dem 1. August 2015 unter dem Dach des geplanten "Media Solution Centers" weiterarbeiten. Dafür hat das Land Baden-Württemberg bis 2017 eine Anschubfinanzierung in Höhe von 500.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Im Sommer 2015 werden zwölf neue Promotionsstipendien ausgeschrieben.

Kerstin Lauer

VERÖFFENTLICHT AM

04. Mai 2015

KONTAKT

Prof. Dr. Bernd Eberhardt
Sprecher des Kollegs, Hochschule der Medien
Telefon0711 8923 2829
E-Maileberhardt@hdm-stuttgart.de
Prof. Dr. Thomas Ertl
Visualisierungsinstitut der Universität Stuttgart
Prof. Dr. Andreas Schilling
Universität Tübingen, Fachbereich Medieninformatik (VC)

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