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Hochschule der Medien

Café in Stuttgart West

Traumberuf Kaffeeröster

Was haben ein Eichhörnchen, ein Studium der Medienwirtschaft und eine Kaffeerösterei gemeinsam? Die Antwort auf diese Frage weiß Stefan Dachale. Der ehemalige Student der Hochschule der Medien (HdM) hat seinen Traum wahr werden lassen und eine Kaffeerösterei in Stuttgart eröffnet.

Rösterei und Café Mókuska in der Johannesstraße in Stuttgart West. Bild: Corinna Groß.

Rösterei und Café Mókuska in der Johannesstraße in Stuttgart West. Bild: Corinna Groß.

Die Röstmaschine ist Dacheles ganzer Stolz. Bild: Corinna Groß.

Die Röstmaschine ist Dacheles ganzer Stolz. Bild: Corinna Groß.

Ehemals Student der Medienwirtschaft, jetzt Besitzer einer eigenen Kaffeerösterei in Stuttgart: Stefan Dachale. Bild: Corinna Groß.

Ehemals Student der Medienwirtschaft, jetzt Besitzer einer eigenen Kaffeerösterei in Stuttgart: Stefan Dachale. Bild: Corinna Groß.

Gerne berät Dachale seine Kunden beim Kaffeekauf. Bild: Corinna Groß.

Gerne berät Dachale seine Kunden beim Kaffeekauf. Bild: Corinna Groß.

Das ratternde Geräusch der mahlenden Kaffeemaschine erfüllt das kleine Café im Stuttgarter Westen. Es ist Donnerstagmorgen und es duftet nach frischem Kaffee. Ein gut gelaunter Barista werkelt hinter der Theke und bedient die ersten Kunden des Tages: hauptsächlich Geschäftsleute, die auf dem Weg zur Arbeit eine fixe Tasse Kaffee bestellen. Stefan Dachale heißt der Kaffeeexperte, der als Besitzer der Rösterei mit Café seinen Traum verwirklicht hat. Im Januar 2015 hat der 39-Jährige das Mókuska eröffnet. Das ungewöhnliche Wort kommt aus dem Ungarischen und bedeutet Eichhörnchen - ein Tier, das laut Dachale so gut wie kein anderes zum Kaffee passt: "Eichhörnchen wirken von ihrem Wesen her so, als ob sie schon eine Tasse Kaffee zu viel getrunken hätten und deswegen wollte ich ein Eichhörnchen im Logo haben", erklärt der Kaffeeliebhaber.

Langzeitziel Cafébesitzer

Dachale war zwar immer schon ein "Kaffeefreak", wie er sich selbst bezeichnet, hat aber jahrelang als Tonmeister in der Werbeindustrie gearbeitet und mit 34 Jahren angefangen, Medienwirtschaft an der HdM zu studieren. "Das Mókuska war ein Langzeitziel von mir. Der Plan war allerdings, dass ich noch ein paar Jahre in der Film- oder Werbeindustrie arbeite und noch ein bisschen Geld auf die Seite lege, um mir die Rösterei ermöglichen zu können", erklärt Dachale. Seine Pläne änderten sich, als er auf einer Reise durch Asien neue Inspiration bekam und feststellte: "Wenn ich jetzt in einen Vollzeitjob einsteige, werde ich in zwei Jahren nicht mehr wissen, was mein eigentlicher Traum war." So beschloss Dachale, trotz Einserabschluss die Medienwelt hinter sich zu lassen und direkt mit dem Café anzufangen.

Produktion, Verkauf und Verköstigung

"Das Mókuska ist ein Café mit gemütlicher Innenausstattung - Produktion und Verkauf laufen in einem", erklärt Dachale. Das Konzept scheint aufzugehen: Die Nachfrage sowohl bei den Kaffeegetränken als auch beim Kaffeeverkauf wächst stetig. Und das, obwohl der ehemalige Medienschaffende keine Werbung betrieben hat. "Direkt ab dem ersten Tag hat die Qualität gestimmt und das hat sich herumgesprochen", sagt Dachale. Montags hat das Café geschlossen; im Verkaufsraum in der Johannesstraße wird dann den ganzen Tag Kaffee geröstet und verpackt. Dienstag bis Samstag steht Dachale hinter der Theke, bereitet Kaffeespezialitäten zu und nimmt sich gerne Zeit für eine ausführliche Beratung beim Kaffeekauf. Bei einem sogenannten "Cupping-Abend" einmal im Monat können Kaffeefans bei einer Verköstigung verschiedene Sorten probieren. Außerdem dürfen in Zukunft zu regelmäßigen Terminen interessierte Kunden beim montäglichen Rösten dabei sein.

Der MWler: ein Allroundtalent

Obwohl seine jetzige Tätigkeit als Kaffeeröster und Cafébesitzer auf den ersten Blick nichts mit Medienwirtschaft zu tun hat, konnte Dachale eine Menge aus dem Studium auf seine Existenzgründung anwenden. Bei der Planung des Cafés, beim Design und vor allem für den kaufmännischen Blick habe ihm das Medienwirtschaft-Studium definitiv weitergeholfen. "Ich kann mit den Leuten auf Augenhöhe sprechen, was mir das Leben unglaublich erleichtert", sagt Dachale.

Große Zukunftspläne

Inzwischen hat Dachale ein kleines Team um sich versammelt, weil er die Arbeit allein nicht mehr stemmen kann. Seinen Traum hat er sich mit dem Mókuska erfüllt und plant bereits Großes für die Zukunft: "Irgendwann möchte ich mal meine eigene Plantage in Asien oder Südamerika betreiben", sagt Dachale. Vom Medienschaffenden ist er zum Cafébesitzer geworden - warum sich also nicht auch bald als Kaffeebauer versuchen? Aber bis es so weit ist, röstet das Eichhörnchen in Stuttgart West fleißig weiter.

Corinna Groß

VERÖFFENTLICHT AM

02. Mai 2015

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