DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Online-Dating

Singles zum Greifen nah

Die Online-Dating-Branche boomt. Vor allem schüchterne Singles schätzen die einfache Ansprache von potenziellen Partnern über das Internet. Doch auch bei extrovertierten Flirtwilligen sind Dating-Portale und mobile Apps sehr beliebt. Aktuellen Schätzungen zufolge hat sich jedes fünfte Ehepaar online kennengelernt.

Die typischen Online-Dater
(Fotos: zu-zweit.de)

Klicken Sie auf ein Bild um die Fotostrecke zu starten.


"Jemand Fremdes anonym über eine Online-Plattform kennen zu lernen, fällt oft leichter als ihn persönlich anzusprechen", weiß Dr. Michael Weißhaupt, Professor für Psychologie im Studiengang Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien (HdM). Das gilt sowohl für introvertierte Menschen, die seltener Bekanntschaften eingehen, als auch für Extrovertierte. Für sie sind die Online-Dating-Angebote eine weitere Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. "Singles haben dank Online-Dating nun auch die Möglichkeit, ihren 'Kennenlern-Radius' über die Bar oder den Freundeskreis hinweg zu erweitern. Auch sehen die Nutzer sofort, wer was sucht", ergänzt Chris Pleines, Betreiber von Zu-Zweit.de im Interview.

Singlebörsen im Test

Zu-zweit.de hat für einen Algorithmus 2013 rund 2,3 Mio. Datensätze von deutschen Facebook-Nutzern analysiert, die Online-Dating betrieben. Grafik: Zu-zweit.de
Der Informatiker schreibt Testberichte über Singlebörsen und hat zudem einen Empfehlungs-Algorithmus entwickelt. "Der Algorithmus kann dem Nutzer basierend auf den eigenen Facebook-Profilangaben passende Dating-Portale vorschlagen, bei denen sich Singles mit gleichen Interessen und Wertvorstellungen aufhalten", erklärt Pleines. Der Nutzer kann anschließend zwischen drei Arten von Dating-Portalen wählen: Bei einer Partnervermittlung werden Singles mit Hilfe von psychologischen Tests einander vorgestellt. Singles, die die Suche selbst in die Hand nehmen und unverbindlich flirten möchten, sollten die Singlebörse auswählen. Erotische Abenteuer versprechen die Casual-Dating-Plattformen.

Wer einen Single mit akademischem Hintergrund kennenlernen möchte, der sollte es laut Pleines bei der Partnervermittlung ElitePartner.de versuchen. Günstiger, aber auch wesentlich zeitaufwendiger seien dagegen Dating-Apps wie Lovoo oder Tinder, die derzeit im Trend liegen. "Der Online-Dating-Markt hat sich zur mobilen Nutzung hin bewegt. Es gibt viele neue Dating-Apps, aber auch etablierte Online-Portale bieten inzwischen Apps an", so Pleines.

Erster Eindruck innerhalb von Sekunden

Das Internet bietet noch mehr Flirtmöglichkeiten. Ob die Chemie stimmt, entscheidet sich beim persönlichen Treffen. Foto: Don Hankins/Flickr
Der Erfolg von Tinder liegt in der besonders einfachen Bedienkonzeption: "Die Nutzer können sich sehr schnell einen ersten Eindruck bilden. Im Grunde läuft dieser über digitale Medien vermittelte Prozess der sozialen Urteilsbildung nach den gleichen Prinzipien und Mechanismen ab, wie die Eindrucksbildung im realen Leben", meint Prof. Dr. Michael Weißhaupt. "Wir entscheiden uns unbewusst innerhalb von Sekunden, ob uns jemand gefällt oder nicht. Das Durchschnittsgesicht wird dabei in der Regel als attraktiv empfunden", sagt Weißhaupt. Ob sich Singles online oder im echten Leben begegnen ist beim Kennenlernen also nicht entscheidend. Die oberflächliche Präsentation des Ichs kann im Internet lediglich leichter kontrolliert werden, da der Einfluss der nonverbalen Kommunikation wegfällt.

Wenn sich zwei Singles im Internet gefunden haben und sich sympathisch finden, ist aber auch hier der nächste Schritt ein persönliches Date. Chris Pleines empfiehlt Online-Datern, möglichst wenige Nachrichten auszutauschen und bei einem Treffen schnell herauszufinden, ob die Chemie nach dem ersten positiven Eindruck online auch offline stimmt. Werden die Erwartungen beider Singles erfüllt, müssen sich sowohl extrovertierte und als auch introvertierte Personen den Herausforderungen einer möglichen Partnerschaft in der realen Welt stellen.

Quellen:

zu-zweit.de
Facebook Online-Dating Studie 2013

Startseitenbild: (Don Hankins/Flickr)

Ann-Katrin Wieland

VERÖFFENTLICHT AM

14. Mai 2015

KONTAKT

Prof. Dr. Michael Weißhaupt

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2282

E-Mail: weisshaupt@hdm-stuttgart.de

Lesen Sie auch

ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren