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Hochschule der Medien

Flüchtlingshilfe

Zündfunke für soziales Engagement

Es duftet nach Gegrilltem, schreiend rennen Kinder durch den Hof. Zum dritten Mal in diesem Semester treffen sich Studenten der Hochschule der Medien (HdM) mit Flüchtlingen in Stuttgart. Aus dem Projekt im Masterstudiengang Elektronische Medien soll eine langfristig angelegte Initiative entstehen.

Kinder spielen beim Grillen im Innenhof des Flüchtlingsheims.

Kinder spielen beim Grillen im Innenhof des Flüchtlingsheims.

Die HdM-Studenten haben Salate vorbereitet.

Die HdM-Studenten haben Salate vorbereitet.

Mona Bürk hat mit den anderen Studenten das Grillen organisiert.

Mona Bürk hat mit den anderen Studenten das Grillen organisiert.

Beim Grillen kommen die Studenten mit den Flüchtlingen ins Gespräch. Bilder: Katharina Kulakow.

Beim Grillen kommen die Studenten mit den Flüchtlingen ins Gespräch. Bilder: Katharina Kulakow.

Zuerst kommen die Kinder. Neugierig laufen sie zu den Bierbänken und -tischen im Hof. "Wir machen ein Grillfest - kommt alle vorbei", schlägt Mona Bürk vor. Die 24-jährige HdM-Studentin belegt in diesem Semester das Projekt "Flüchtlingshilfe"; ihre Kommilitonen haben das Grillen vorbereitet. Nach und nach kommen auch ein paar Erwachsene in den Innenhof des Flüchtlingsheims im Stuttgarter Westen. Es gibt Limonade, Cola, verschiedene Salate, Baguette und Kräuterbutter. Ein paar Männer aus dem Wohnheim haben sich zum Helfen angeboten und wenden Käse, Gemüse-Spieße und Steaks auf den Grills.

Große Resonanz

Das Projekt hatte Prof. Dr. Boris Kühnle für das Sommersemester 2015 im Masterstudiengang Elektronische Medien ausgeschrieben. "Es braucht bloß einen Zündfunken, dann kommt der Motor schon ins Laufen", sagte Kühnle und er sollte Recht behalten. Die Resonanz war groß; 15 Studenten wollten teilnehmen. Das Ziel des Projektes ist es, eine Verbindung zwischen den Studenten der HdM und Flüchtlingen in Stuttgart zu schaffen. In den vergangenen Monaten haben die Projektteilnehmer Kontakt zu verschiedenen Flüchtlingsheimen in der Landeshauptstadt aufgenommen und Veranstaltungen organisiert: gemeinsames Kochen, ein Picknick auf der Karlshöhe und das Grillfest.

Erster Kontakt zu den Heimen

Bürk erinnert sich an ihren ersten Besuch in einem der Flüchtlingsheime. Ein Bekannter, der selbst dort lebt, hatte sie eingeladen. "Die Menschen waren unglaublich gastfreundlich: Wir kamen in die Zimmer rein und die Leute haben uns direkt ihren Sitzplatz und ihr Abendessen angeboten", erzählt Bürk. Die Studentin und ihre Kommilitonen erzählten den Flüchtlingen bei ihrem Besuch von ihrer Idee und luden die Leute zu ihren Treffen ein. Auch mit Sozialarbeitern und den Freundeskreisen Stuttgart ist das Projektteam bereits in Kontakt getreten.

Zusammenarbeit mit der VS

"Der Plan ist, dass wir den Kontakt zu den Menschen herstellen und etwas Längerfristiges aufbauen", sagt Bürk. Noch ist nicht ganz klar, wie das Projekt über das aktuelle Semester hinaus an der Hochschule verankert werden soll. Derzeit stehen die Studenten mit der Verfassten Studierendenschaft (VS) der HdM in Verbindung. Sie möchten eine Flüchtlings-Initiative gründen, bei der jeder Student mitmachen kann. Wenn ein Semesterplan vorgelegt wird, gibt es sogar ein Budget, mit dem die Treffen mit den Flüchtlingen finanziert werden können. "Ganz besonders toll wäre es, wenn wir es schaffen, regelmäßige Veranstaltungen in den jeweiligen Stadtteilen zu etablieren", sagt Bürk. Denkbar wäre es, einmal im Monat in einem Café zusammenzukommen, um mit den Flüchtlingen Deutsch zu üben und je nach Fall einzelne Personen bei Themen wie Behördengängen oder der Wohnungssuche zu unterstützen.

Persönlicher Draht wichtig

Bei den vergangenen Treffen haben sich persönliche Kontakte zwischen den Flüchtlingen und den Studenten ergeben. "Eine gewisse Vertrauensbasis ist nötig, bevor man jemandem helfen kann. Schließlich geht es oft um sehr private Dinge und die Leute geben viel von sich preis", sagt Bürk. Sie hilft etwa gerade einer Frau dabei, Kindergeld zu beantragen und begleitet sie zu Behördengängen. Ein anderer Projektteilnehmer lernt mit einem Jungen für dessen Hauptschulprüfung.

Freiwillige gesucht

"Es gibt schon einige Studenten an der Hochschule, die sich bereits initiativ engagieren", sagt Kühnle. Jetzt fehlt nur noch eine Plattform, über die sie sich einbringen können. "Ideal wäre es, eine Gruppe von Freiwilligen zu gewinnen, aus der immer mal wieder jemand Zeit hat, an Treffen mit den Flüchtlingen teilzunehmen oder Einzelpersonen bei Problemen zur Seite zu stehen", meint Bürk. Vier Projektteilnehmer haben sich bereit erklärt, die Initiative gemeinsam in die Hand zu nehmen. Sie werden künftig als Kontaktpersonen fungieren, an die sich jeder wenden kann, der Zeit und Lust hat, ein Treffen mit Flüchtlingen zu organisieren oder sich anderweitig für die Flüchtlingshilfe zu engagieren. "Wir hoffen, dass wir dauerhaft Perspektiven bieten können und dass andere Studenten ermutigt werden, auch etwas auf die Beine zu stellen und sich zu engagieren", sagt Kühnle.

Corinna Groß

VERÖFFENTLICHT AM

30. Juni 2015

KONTAKT

Mona Bürk
Elektronische Medien Master
E-Mailmb246@hdm-stuttgart.de

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