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Hochschule der Medien

Neue App

TV-Werbung ade!

Die Auflösung des Kriminalfalls verpasst, weil die Werbung schneller zu Ende war als der Gang zur Toilette oder zum Kühlschrank? Die App "Werbung vorbei?“ schickt nun eine Push-Nachricht, wenn es im TV mit der Sendung weitergeht. Jürgen Gomeringer, HdM-Alumnus und Teil des Entwicklungsteams, hat im Interview mehr über die App verraten.

Du willst nie mehr das Ende des Films verpassen? Die App gibt dir Bescheid.

Du willst nie mehr das Ende des Films verpassen? Die App gibt dir Bescheid.

Die App "Werbung vorbei?" schickt nun Nachrichten, wenn es weiter geht. Grafiken: ADSYNC UG

Die App "Werbung vorbei?" schickt nun Nachrichten, wenn es weiter geht. Grafiken: ADSYNC UG

Zur Detailansicht Folgende Sender sind derzeit von 12 bis 1 Uhr auswählbar. Grafiken: Werbespot/ADSYNC UG

Folgende Sender sind derzeit von 12 bis 1 Uhr auswählbar. Grafiken: Werbespot/ADSYNC UG

Hochschule der Medien (HdM): Wie kamen Sie auf die Idee, eine App zu entwickeln, die das Werbeende im Fernsehen mitteilt?

Jürgen Gomeringer: Jeder kennt das: Man schaut sich einen spannenden Krimi oder die Lieblingsserie im Fernsehen an und immer dann, wenn der TV-Mord kurz vor der Aufklärung steht oder die Antwort des Kandidaten zur Millionenfrage eingeloggt wird, kommt die Werbung. Die Nikotinsüchtigen flüchten dann meist auf den Balkon, die Zuckerabhängigen holen sich den x-ten Schokopudding aus dem Kühlschrank und viele schalten auf einen anderen Sender, in der Hoffnung, rechtzeitig zurück zu zappen. Mit unserer App "Werbung vorbei?" wollen wir das "Wann-ist-die-nervige-Fernsehwerbung-endlich-vorbei?"-Problem lösen.

HdM: Und wie löst die App das Problem?

Jürgen Gomeringer: Das Ganze funktioniert einfach: Der User checkt sich auf dem Sender ein, den er sich gerade anschaut. Wenn die Werbung ausgestrahlt wird, kann der Zuschauer sich ganz bequem anderen Aktivitäten widmen und wird automatisch per Push-Nachricht an das Ende der TV-Werbung erinnert. Dabei haben wir das Timing so gewählt, dass die Erinnerung ertönt, wenn die Programmvorschau am Ende des Werbeblocks ausgestrahlt wird. So hat der Zuschauer noch genügend Zeit umzuschalten beziehungsweise sich wieder vor den Fernseher zu begeben.

HdM: Es gab bereits die drei vergleichbaren, deutschen Anbieter z.app, TV Werbefrei und TV Watchdog. Sie sind alle nicht mehr auf dem Markt. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Jürgen Gomeringer: Bei diesen Apps saßen die Gründer persönlich vor mehreren Bildschirmen und haben ferngesehen, um das Ende der TV-Werbung dann über die manuelle Eingabe an die Endgeräte der User zu kommunizieren. Aus diesem Grund waren sowohl die Anzahl der bespielten TV-Sender als auch die Nutzungszeit stark begrenzt. TV Watchdog wiederum hat auf den "Wisdom of the Crowd"-Ansatz gesetzt: Hier haben die User selbst das Ende der TV-Werbung an andere User weitergegeben. Dies hat dazu geführt, dass TV Watchdog nicht zuverlässig funktioniert hat, da für diesen Mechanismus eine sehr hohe, kritische Reichweite an Usern nötig ist. Wir hingegen arbeiten mit einer softwarebasierten Lösung.

HdM: Und wie funktioniert diese Technik?

Jürgen Gomeringer: Wir greifen bei unserer App auf eine Live-Spoterkennung zurück. Dabei gleichen wir im Hintergrund das Fernsehbild über eine Bilderkennung mit unserer täglich aktualisierten Werbespot-Datenbank ab. So wissen wir in Echtzeit, wann welcher Werbespot läuft und auch, wie lange dieser dauert. Mit Hilfe zusätzlicher Parameter, wie der Durchschnittsdauer der Programmvorschau auf einem bestimmten Sender und zu bestimmten Uhrzeiten, wissen wir schließlich, wann die TV-Werbung zu Ende ist.

HdM: Wie sieht das Erlösmodell der App derzeit aus?

Jürgen Gomeringer: Da die Einblendung von Werbebannern wenig charmant wäre, haben wir uns hinsichtlich des Erlösmodells für zwei Wege entschieden: Der User erhält die ersten 20 Reminder kostenlos. Danach kann sich der User entweder die Vollversion der App für aktuell 3,99 Euro kaufen oder er kann sich innerhalb unserer App Reminder "verdienen", indem er Angebote Dritter in Anspruch nimmt. Das kann der Download einer kostenlosen App sein. Wir haben uns bewusst gegen ein Abo entschieden.

HdM: Wie wird es mit der App weitergehen?

Jürgen Gomeringer: Sollte sich herausstellen, dass die App von vielen TV-Zuschauern nachgefragt wird, können wir sowohl die Anzahl der Sender als auch die Nutzungsdauer von heute auf morgen anheben. Wir sind gespannt, wie unsere App angenommen wird, da Video-on-Demand-Plattformen ja immer beliebter werden. Doch laut dem Marktforschungsinstitut GfK schauen die Deutschen durchschnittlich immerhin rund 220 Minuten Fernsehen am Tag. Und ohne unsere App verpasst der TV-Zuschauer vielleicht den entscheidenden Moment.

Ann-Katrin Wieland

VERÖFFENTLICHT AM

06. Juli 2015

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