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Hochschule der Medien

Sommerserie zu Talkshows, Teil 2

Late-Night-Talk

Die Late-Night-Show hat ihren Ursprung in den USA der 1950er Jahre, wo mit der "Tonight Show" 1954 die erste und weltweit erfolgreichste ihrer Art ausgestrahlt wurde. Die Mischung aus Talkshow und Comedy war Vorbild für viele bekannte und erfolgreiche Late-Night-Shows, wie etwa die "Harald Schmidt Show" in Deutschland oder die "Late Show with David Letterman" in den USA.

Die Late-Night-Show hat ihren Namen dem Sendeplatz ab 23:00 Uhr zu verdanken - er lockt zwar weniger Zuschauer als die Prime Time (20 Uhr) vor die Bildschirme, aber aufgrund der Uhrzeit unterliegt der Inhalt weniger Einschränkungen, da keine Kinder mehr zuschauen. Die klassische Late-Night-Show setzt sich aus verschiedenen Grundbestandteilen: Neben dem stets adrett gekleideten Moderator gehören eine Band mit Bandleader und wechselnde Talkgäste dazu. Der Moderator steigt mit dem Teil ein, der sich mit aktuellen Themen befasst. Danach folgt der Talk-Teil der Show. Die Band sorgt nicht nur für Begleitmusik, der Bandleader ist Teil der Show und interagiert hin und wieder mit dem Moderator. Zu vielen Late-Night-Shows gehört auch ein Sidekick, wie es etwa Elton bei "TV total" ist oder Manuel Andrack in der "Harald Schmidt Show" war. Der Sidekick fungiert als Ansprechpartner und Gehilfe des Moderators und sorgt für Unterhaltung.

David Letterman

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Foto: ©CBS, Screenshot via twitter.com/Letterman/media
David Letterman ist der wohl bekannteste Talkmaster der USA und ein Urgestein des Late-Night-Talks. Nachdem er von 1982 bis 1993 die Sendung "Late Night" auf NBC moderierte, bekam er 1993 mit der "Late Show with David Letterman" eine eigene Sendung auf CBS, die er bis Mai 2015 moderierte, bevor er in den Ruhestand ging. Letterman ist bekannt für seine unkonventionellen Shows: Sie waren oft politisch, was in den USA für Kritik sorgte und er brachte seine Gäste gerne durch unbequeme Fragen in unangenehme Situationen. Entdeckt wurde er in der von Johnny Carson moderierten "Tonight Show", in der er als Stand-up-Comedian auftrat. Sein intelligenter Humor und seine Unberechenbarkeit machten ihn beliebt. Seinen sehr einsilbigen Talk Gast Joaquin Phoenix verabschiedete er 2009 mit den Worten "Joaquin, I´m sorry you couldn´t be here tonight".

Seine Gäste waren das "Who is who" aus dem Showbusiness, der Politik und der Gesellschaft. Neben Madonna, Tom Hanks, Paris Hilton und seinem Lieblingsgast Bill Murray, waren auch viele Politiker wie zum Beispiel Georg W. Bush oder Bill Clinton zu Gast. In seiner letzten Show am 20. Mai 2015 begrüßte er US-Präsident Barack Obama, bevor er sich nach 33 Jahren aus dem Fernsehen verabschiedete.

Harald Schmidt

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Foto: Die Harald Schmidt Show, Screenshot via youtube.com
Harald Schmidt machte seine ersten Schritte im Late-Night-Talk Anfang der 1990er Jahre mit der Sendung "Schmidteinander". Die Mischung aus Comedy und Satire basierte auf dem amerikanischen Vorbild der "Late Night" Show. Von 1995 bis 2014 moderierte er - mit der im deutschen Fernsehen einzigartigen "Harald Schmidt Show" - das deutsche Pendant zur "Late Night Show with David Letterman". Schmidt war in seiner Sendung bissig, intelligent und unverfroren. Für seine Tabulosigkeit erntete er viel Kritik und einige Klagen, was ihm den Spitznamen "Dirty Harry" einbrachte.

Seine Sendung enthielt immer einen Stand-up Teil, in welchem Schmidt intelligent, intellektuell und satirisch das Weltgeschehen kommentierte. Zu seinen Gästen zählten Promis aus Musik, Politik, Film oder Fernsehen. Nach zahlreichen Senderwechseln wurde die Show 2014 aufgrund mangelnder Quoten abgesetzt.

 


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VERÖFFENTLICHT AM

14. August 2015

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