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Hochschule der Medien

Studie

Wo Erstsemestern der Schuh drückt

Erst letzten Monat starteten an der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) rund 779 Studienanfänger ins Wintersemester, doch nicht aller Anfang ist leicht - das zeigt eine Studie der Universität Konstanz. Darin wurden insgesamt 647 Studenten verschiedener Hochschulen zu Schwierigkeiten beim Studienbeginn befragt. Das Ergebnis: Erstsemester haben besonders bei der effizienten Prüfungsvorbereitung, den Leistungsanforderungen im Fachstudium sowie bei der Planung des Studiums Probleme.

Gerade zu Studienbeginn kommt viel Neues auf die Neu-Studenten zu: die Hochschule, die Vorlesungen, die Professoren sowie die Kommilitonen sind unbekannt und vor allem in Fachinhalte oder die wissenschaftliche Arbeit müssen sie sich einarbeiten.

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Screenshot aus der Studie "Studieneingangsphase und heterogene Studentenschaft – neue Angebote und ihr Nutzen"

Damit tun sich einige schwer: Die größten Probleme haben die meisten Erstsemester (60 Prozent) damit, ihre Prüfungen effizient vorzubereiten. Sie kämpfen mit den Leistungsanforderungen im Fachstudium und es fällt ihnen nicht leicht, ihr Studium im Voraus zu planen.

Die Studie ist Teil des 12. Studierendensurveys, das die Universität Konstanz mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 23. Oktober 2015 veröffentlicht hat. Doch nicht nur die Schwierigkeiten zu Studienbeginn wurden darin erforscht, sondern auch, ob die Studenten die Unterstützungsangebote ihrer Hochschulen überhaupt kennen, daran teilnehmen und wie sie diese empfinden. Dabei schnitten Fachhochschulen generell besser ab als Universitäten.

Heute besserer Start

Beide Hochschularten bieten vielfältige Möglichkeiten, die Studienanfänger zu unterstützen - und dies macht sich letztendlich bemerkbar. Auch wenn die Erstesemester zunehmend Probleme haben, ihr Studium zu organisieren, sind sie heutzutage zufriedener mit den Angeboten ihrer Hochschulen als noch vor acht Jahren.

Im Oktober begannen knapp 800 Erstsemester ihr Studium an der HdM.
"Viele Hochschulen haben neue Angebote für den Start ins Studium auf den Weg gebracht. Die Sonderauswertung des Studierendensurveys belegt, dass es sich lohnt, die Studieneingangsphase besser zu gestalten", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka zu den Ergebnissen. Beispielsweise ist der Anteil der Studenten, die sich mehr Brückenkurse wünschen, von 70 auf 50 Prozent gesunken.

Brückenkurse dienen zur Aufarbeitung von Wissenslücken und werden oft vom didaktischen Zentrum der Hochschule angeboten. Die Universität Regensburg bietet etwa einen zweiwöchigen Mathekurs an, der speziell auf Studienanfänger zugeschnitten ist. Er soll helfen, Arbeitsweisen und Wissen zu vermitteln, die für das Mathematikstudium grundlegend sind, und wird den Studenten nachdrücklich empfohlen.

Angebote der HdM

Für die Erstsemester organisiert die HdM eine Infomesse.
Auch die HdM hat solche Angebote im Programm. Anlaufstelle ist das Didaktik-Zentrum (https://www.hdm-stuttgart.de/didaktikzentrum/Studierende). Hier können Studenten sich beraten lassen oder an Lerncoachings und Workshops teilnehmen, um ihre Lern-, Selbstmanagement-, Präsentations-, Schreib- oder Mathefähigkeiten zu verbessern. Zum Semesterstart wird auch eine Orientierungswoche für Neustudenten veranstaltet, in der sie in Kurse schnuppern können, die sie später belegen.

Gerade solche Veranstaltungen zur Studieneinführung und Orientierung schätzen Neu-Studenten laut der Studie besonders. Rund zwei Drittel der Befragten nutzen derartige Angebote und bezeichnen sie als gut.

Studiendekan Prof. Harald Eichsteller berät Studenten, etwa beim Masterinfotag
Ein besonderes Highlight für die Anfänger der Masterstudiengänge Unternehmenskommunikation, Medienmanagement und Audiovisuelle Medien an der HdM ist das Mediencamp. Ein ganzes Wochenende lang fahren die Studenten mit Studiendekan Prof. Harald Eichsteller und dem Organisationsteam aus dem zweiten Semester an einen vorher nicht bekannten Ort. Dort lernen sie sich kennen, arbeiten immer wieder in neuer Konstellation in Projekten zusammen und können den höheren Semestern sowie den Professoren Löcher in den Bauch fragen. Der Spaß bleibt dabei nicht auf der Strecke - am Abend wird getanzt und füreinander gekocht.

Andere Hochschulen

Dass man von anderen Studenten am besten lernt, belegen auch Tutorenprogramme. An der Universität Osnabrück gibt es deshalb nahezu für jedes Fach Tutoren, die den Studenten in allen Lernprozessen helfen und sie fördern. An der LMU München unterstützt etwa Professor Stephan Lorenz die Erstsemester durch spezielle Veranstaltungen zu Lerntechniken und Studiengestaltung sowie durch Podcasts und andere internetbasierte Zusatzangebote. An der Eberhard Karls Universität Tübingen finden Propädeutik-Seminare statt, die in die fachlichen Grundlagen des Studiums einführen und den Studenten alle nötigen Informationen zu Hausarbeiten, Zitierstil oder Grundregeln des wissenschaftlichen Arbeitens liefern. "Insgesamt sind die Veränderungen im Vergleich zu 2007 so umgreifend, dass von einer anderen, vor allem besseren Art des Studienbeginns gesprochen werden darf", bilanzieren die Konstanzer Hochschulforscher.

Die Studie "Studieneingangsphase und heterogene Studentenschaft - neue Angebote und ihr Nutzen" sowie weitere Informationen stehen unter: www.bmbf.de/de/der-studierendensurvey-1036.html zur Verfügung.

Susanne Materac

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