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Hochschule der Medien

GPS-Spiel "Ingress"

Die Erleuchteten und der Widerstand

Die Welt erstrahlt in grüner und blauer Farbe; zumindest für die Erleuchteten und Widerstandskämpfer im Augmented-Reality-Spiel "Ingress". Die Spieler bewegen sich mit einem Android- oder iOS-Gerät in der realen Welt und nehmen dort virtuelle Portale ein, von denen es auch an der HdM welche gibt. Denn auch in Stuttgart gibt es bereits seit über drei Jahren eine aktive Spieler-Community.

Zur Detailansicht In Stuttgart waren im Dezember 2015 viele Anhänger der grünen Fraktion unterwegs, weshalb die Erleuchteten die Innenstadt zwischenzeitlich dominierten. Meistens ist der Kessel jedoch das Gebiet des Widerstands und das Umland das der Erleuchteten. Quelle: Spieler Dirk Müller

In Stuttgart waren im Dezember 2015 viele Anhänger der grünen Fraktion unterwegs, weshalb die Erleuchteten die Innenstadt zwischenzeitlich dominierten. Meistens ist der Kessel jedoch das Gebiet des Widerstands und das Umland das der Erleuchteten. Quelle: Spieler Dirk Müller

Zur Detailansicht Rund 400 Teilnehmer nahmen im Juli 2015 beim "Mission Day" in Stuttgart teil. Quelle: Spieler "DonDarkness"

Rund 400 Teilnehmer nahmen im Juli 2015 beim "Mission Day" in Stuttgart teil. Quelle: Spieler "DonDarkness"

Zur Detailansicht Jeder Spieler, der beim letzten "Mission Day" in Stuttgart 15 der 28 Missionen erfüllt hat, bekam eine Medaille. Quelle: Niantic Inc.

Jeder Spieler, der beim letzten "Mission Day" in Stuttgart 15 der 28 Missionen erfüllt hat, bekam eine Medaille. Quelle: Niantic Inc.

Außerirdische Wesen sind auf der Erde gekommen, um die Menschen mit einer exotischen Materie zu beeinflussen. Während die Erleuchteten (Enlightened) sich den Außerirdischen anschließen und denken, sie würden die Menschheit damit weiterentwickeln, kämpft der Widerstand (Resistance) gegen die anstehende Versklavung. Die Entscheidung, welcher Seite man angehören möchte, muss zu Beginn des Spiels getroffen werden und ist endgültig.

Im November 2012 startete "Ingress" als geschlossene Beta-Anwendung für ausgewählte Spieler. Heute ist das Augmented-Reality-/Alternate-Reality-Spiel für jedermann zugänglich, der ein mobiles Gerät mit den Betriebssystemen Android oder iOS hat. Das Spiel stammt von dem Entwicklerstudio Niantic Labs, das ursprünglich zu Google gehörte. Das Spielfeld, eine virtuelle Karte, basiert auf den Geodaten von Google Maps. Die Standorterkennung funktioniert über das aktivierte GPS.

Lasst die Spiele beginnen …

Sind die App und das GPS einmal gestartet, heißt es für den Spieler, sich auf den Weg zu machen und in der realen Welt virtuell Energie einzusammeln und Portale zu hacken. Die Mitglieder des Widerstands hinterlassen blaue, die der Erleuchteten grüne Spuren, wenn ein Portal erobert wurde. In der realen Welt sind Portale größtenteils Sehenswürdigkeiten oder Teile von Bauwerken. Auch an der Hochschule der Medien gibt es Portale, wie zum Beispiel die Hochschule selbst, die Bibliothek, eine Säule oder eine Infotafel. Sowohl in der Nähe von diesen Portalen als auch an realen, belebten Plätzen erscheinen auf dem Bildschirm des mobilen Gerätes leuchtende Kugeln, sogenannte exotische Materie, die man in seinem Aktionsradius einsammeln kann. Sie verleiht dem Scanner im Spiel die nötige Energie, um Aktionen im Spiel durchführen zu können. Der Scanner erkennt den Standort der Portale in der näheren Umgebung.

Portale können gehackt, eingenommen, ausgebaut, verlinkt oder angegriffen werden. Nicht besetzte Portale werden auf den Mobilgeräten der Spieler grau angezeigt. Um ein Portal einzunehmen, müssen Spielobjekte, sogenannte Resonatoren, um das Portal herum platziert werden. Sie enthalten exotische Materie und liefern die nötige Energie. Die angebrachten Resonatoren müssen regelmäßig nachgeladen werden, damit die Energie nicht erlischt und das Portal wieder neutral wird.

Verleihe deiner Fraktion Macht

Beim Hacken von gegnerischen Portalen verliert der Spieler exotische Materie, gewinnt aber gleichzeitig auch Action Points. Diese dienen dazu, dass er in höhere Level aufsteigen kann und seine Handlungen mehr bewirken. Bei allen Portalen, die nicht neutral sind, können verschiedene Spielobjekte gehackt werden, wie zum Beispiel weitere Resonatoren oder Schlüssel zum Verlinken. Ein Gebiet kann von einer Fraktion erobert werden, indem mehrere gehackte Portale mit einem Schlüssel miteinander verlinkt werden. Drei verknüpfte Portale erzeugen ein Kontrollfeld. Die Gesamtgröße all dieser Kontrollfelder entscheidet darüber, welche Fraktion derzeit auf der Welt an der Macht ist.

Immer aktiv sein

Das Machtverhältnis ändert sich permanent, da viele der Spieler täglich unterwegs sind. Auch Ex-HdM-Student Thomas Schulz spielte zu seiner aktiven Zeit in Stuttgart nahezu täglich mit. "Mal waren es nur 30 Sekunden beim Warten an der roten Ampel, mal mehrere Stunden am Stück, gemeinsam mit anderen Spielern", erzählt Schulz. Dabei kam es vor, dass Passanten sie verwundert anschauten, wenn sie im Kreis standen und auf ein lautes Kommando hin gleichzeitig auf ihr Smartphone oder Tablet drückten.

Bis Mitte 2013 lebte er in Stuttgart und studierte an der HdM E-Services. Der 32-Jährige gehört zu den ersten Spielern, die einen der raren Betazugänge zum Spiel ergatterten konnten. Anfangs reizte ihn an "Ingress" das Neue, noch Unbekannte. "In Stuttgart waren wir fünf bis zehn Spieler, die zunächst nicht wussten, was sie machen sollten. Wir haben uns schließlich ausgetauscht und recht schnell kam dann der Gedanke an eine Community auf", so Schulz. Schnell traf er an den gängigen Orten und Portalen auf andere Spieler. Neuen Spielern zeigte er, wie "Ingress" funktioniert. Schulz engagierte sich auch bei der Planung überregionaler Events, die Vorläufer der offiziellen Großevents sind. Diese finden inzwischen auf der ganzen Welt statt. Laut Niantic Labs nahmen bereits mehr als 250.000 Menschen an den Live-Events teil.

"Ingress"-Community in Stuttgart

In Stuttgart fand mit dem offiziellen "Darsana-Turnier" im Dezember 2014 das bisher größte Live-Event mit über 2.000 "Ingress"-Spielern statt. Am "Mission Day" im Juli 2015 nahmen rund 400 Teilnehmer teil. Er war das letzte, offizielle Live-Event. Jeder Teilnehmer, der 15 der 28 Missionen erfüllen konnte, bekam eine Medaille überreicht. Wann die nächste Großveranstaltung in Stuttgart sein wird, ist derzeit noch nicht klar. 

Im Sommer diesen Jahres wurde das Spiel bereits 12 Millionen Mal heruntergeladen. Gute Voraussetzungen für Niantic Labs, als erfolgreicher und frühzeitiger Marktteilnehmer den Spielemarkt in dem noch jungen Forschungsbereich von Augmented Reality nachhaltig zu beeinflussen.

 

Quellen:

golem.de
ingress.com
ingress-anleitung.de
ingress-fans.tschulz.net
ingresswiki.de
stuttgarter-zeitung.de

Ann-Katrin Wieland

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