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Hochschule der Medien

Kurzfilm "Wake Up"

Ein Thriller der etwas anderen Art

Film und Spiel in einem - kann das funktionieren? Ja, kann es. Den Beweis lieferten acht Studenten der Studiengänge Audiovisuelle Medien und Medieninformatik der Hochschule der Medien (HdM). In dem interaktiven Film "Wake Up" haben sie filmische und spielerische Elemente miteinander vereint.

Das Logo des interaktiven Films "Wake Up"
Cineastische Bildkompositionen mit einem actionreichen Gameplay verschmelzen lassen - diese Idee hatten Jakob Krechtler und Svenja Berthold aus dem Studiengang Audiovisuelle Medien der HdM vor etwa einem Jahr. Im Rahmen der Studioproduktion "Interaktive Medien" im Sommersemester 2015 nutzten sie die Möglichkeit, dieses Vorhaben umzusetzen. Als studiengangübergreifendes Projekt waren die Studenten des Studiengangs Audiovisuelle Medien für den filmischen Teil verantwortlich, während zwei Medieninformtatik-Studenten das Programmieren der Game-Elemente übernahmen. Entstanden ist ein 20-minütiger Kurzfilm, der dem Zuschauer ein immersives Filmerlebnis bietet.

Die Handlung

Vincent wacht orientierungslos in seiner Wohnung auf. Von einem mysteriösen Anrufer erfährt er, dass seine Frau verschwunden ist. Er begibt sich auf die spannende Suche nach ihr und muss dabei Hinweise entdecken und Rätsel lösen. Seine Suche führt ihn dabei an unterschiedliche Schauplätze. Um die Handlung voranzutreiben, wird der Zuschauer aktiv eingebunden: Er muss die richtigen Hinweise entdecken, in bestimmten Situationen Schnelligkeit beweisen und sich zwischen verschiedenen Optionen entscheiden.

Ein innovatives Projekt

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Finde den richtigen Hinweis auf dem Schreibtisch. "Wake Up" vereint filmische und spielerische Elemente miteinander. (Bild: Screenshot "Wake Up")
Ziel des Projekts war es, ein gänzlich neues Filmerlebnis zu schaffen, das den Zuschauer zum Mitmachen motiviert. Der interaktive Bereich treibt die Handlung genauso voran wie der Film selbst. Der Zuschauer wird in die Rolle des Protagonisten versetzt und noch stärker in das Geschehen einbezogen. Dieser soll den Film jedoch von Anfang bis Ende durchschauen können, das heißt: Die Spiele müssen für jeden lösbar sein, und es gibt auch kein Game-Over. Klappt etwas nicht auf Anhieb, kann man auf einem anderen Weg wieder in die Handlung einsteigen. "Der Zuschauer wird bei jedem Spiel Schritt für Schritt abgeholt, sodass er von Beginn an das Prinzip versteht", erklärt Medieninformatiker Sebastian Marquard.

Der Film ist plattformunabhängig, da die spielerischen Elemente mit den aktuellen Web-Technologien umgesetzt wurden. So ist er nicht nur auf dem Tablet, sondern auch auf dem PC abspielbar und bedienbar. Die Kombination aus Film und Spiel stellt eine Neuheit da. Bei bisherigen interaktiven Filmen waren die spielerischen Elemente stets vom Film abgegrenzt, etwa in Form einer zusätzlichen App, und nicht wie bei "Wake Up" in die Produktion integriert.

Neue Herausforderungen

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Das Projektteam von "Wake Up" (Foto: Samira Ehe)
Bei der Umsetzung bewegten sich die Beteiligten allesamt auf Neuland. Da es kein vergleichbares Filmmaterial gab, folgte das Team während des Drehs häufig dem Motto "Learning by doing". "Wir haben viel herumprobiert und glücklicherweise hat es meistens auch funktioniert", freut sich Jakob Krechtler. Jeder einzelne im Team habe seine Fähigkeiten und Kreativität einbringen können. Nicht nur die Studenten, sondern auch die Professoren und Mitarbeiter, die die Projektgruppe betreuten, sind vom Ergebnis begeistert: "Der Film hat alle Erwartungen übertroffen", so Dr. Michael Felten, Professor im Studiengang Audiovisuelle Medien.

Besondere Details

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Der Zuschauer muss zwischen verschiedenen optionen entscheiden. (Bild: Szene aus dem Film)
Insgesamt wurden 320 Events in den Film integriert, die abhängig von der Entscheidung des Users ablaufen. Insbesondere an den Feinheiten und Gimmicks erkennt man, dass in dem Film viel Liebe zum Detail steckt. "Am besten man macht auch mal etwas falsch. So kommen noch mehr Details zum Vorschein", rät Marquard. Der Wechsel vom Film- in den Spielemodus ist zum einen an der Letterbox - den schwarzen Balken am oberen und unteren Rand - erkennbar, die verschwinden, sobald es in den Spielemodus geht. Zum anderen wechselt die Perspektive in die Ego-Perspektive, das heißt der Zuschauer übernimmt die Sicht des Darstellers - ein Element, das man aus verschiedenen Games kennt.

Die Projektgruppe ist sich sicher: In diesem Genre steckt noch viel Potenzial. Um auf diese innovative Form von Unterhaltung aufmerksam zu machen, sind 2016 Vorstellungen auf Gaming-Festivals geplant.

Isabell Meurers

VERÖFFENTLICHT AM

07. Januar 2016

KONTAKT

Prof. Dr. Michael Felten

Audiovisuelle Medien

Telefon: 0711 8923-2291

E-Mail: felten@hdm-stuttgart.de

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