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Hochschule der Medien

Nachgefragt

Keine Angst vor dem Berufseinstieg

Wie geht es nach dem Studium weiter? Wie bewerbe ich mich richtig? So mancher Student ist sich unsicher, was die eigene Berufs- und Karriereplanung angeht. Jutta Gentsch von der Agentur für Arbeit Stuttgart bietet den Studenten der Hochschule der Medien (HdM) im Didaktikzentrum eine Sprechstunde zur persönlichen Berufsplanung an.

Philologin Jutta Gentsch ist akademische Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Stuttgart. Foto: Joelle Mittnacht

Philologin Jutta Gentsch ist akademische Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Stuttgart. Foto: Joelle Mittnacht

Wie viele Jahre arbeiten Sie schon als Berufsberaterin?

Gentsch: Nach meinem Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft war ich zuerst im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Über meine Netzwerke kam ich dann vor über 30 Jahren zur Agentur für Arbeit.

Haben sich die Bewerbungsabläufe in dieser Zeit verändert?

Gentsch: Die Bewerbungsverfahren sind anspruchsvoller geworden. Heute wird sogar ein Praktikant auf Herz und Nieren geprüft. Nichts soll dem Zufall überlassen werden. Und gerade in den Stuttgarter Großunternehmen möchte man die Crème de la Crème der Absolventen abschöpfen.

Was erwarten Arbeitgeber heute in der Medienbranche von Absolventen?

Gentsch: Arbeitgeber setzen bei Absolventen auf Know-how aus den Bereichen Wirtschaft, Technik und Medien. Sie erwarten außerdem ein sicheres Auftreten und eine sehr hohe Flexibilität. Die Sicherheit, einen unbefristeten Arbeitsplatz zu finden, ist heute nicht mehr Realität. Viele Positionen sind projektbezogen oder zeitlich befristet. Auf dem Markt muss ich mich immer wieder als "Anbieter von Dienstleistungen" positionieren. Das heißt, mein Wissen muss immer wieder aktuell sein, um meine sogenannte "Employability" zu sichern. Ich finde an der HdM spannend, dass sich viele schon während des Studiums selbstständig machen und Unternehmertum üben.

Wie können Bewerber diesen Anforderungen gerecht werden?

Gentsch: Ich empfehle immer Praktika, zum Beispiel in Form eines Praxissemesters wie es an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften üblich ist. Im Praktikum können Arbeitgeber die Studenten kennenlernen, ihr Potenzial, ihre Teamfähigkeit und ihre Belastbarkeit einschätzen. Daraus ergibt sich dann häufig eine Werkstudententätigkeit. Ich stelle oft fest, dass Stellen an ehemalige Praktikanten oder ehemalige Werksstudenten vergeben werden.

Wann sollte man mit der Berufsplanung zu beginnen?

Gentsch: Zu Beginn des Studiums ist es gut, die Vielfalt der angebotenen Seminare und Vorlesungen intensiv zu nutzen, um einen guten Überblick im eigenen Fach zu erhalten. Im Laufe des Studiums sollte man sich fragen, für welche Tätigkeitsfelder, Unternehmen und Branchen man sich interessiert. Im Hauptstudium kann man seine Schwerpunkte dann entsprechend setzen. Ich empfehle auch, mit Professoren von Lehrveranstaltungen zu sprechen, die besonders Spaß gemacht haben.

Gibt es Strategien, wie man bei der Karriereplanung vorgehen kann?

Gentsch: Ein gutes fachliches akademisches Know-how verbunden mit vielfältigen Praxiserfahrungen und einer ihrer selbst bewussten Persönlichkeit. Und: Präsent sein! Wir wissen, dass heute 70 Prozent aller Stellen über Netzwerke vergeben werden, und im Medienbereich sind es noch mehr. Fachmessen oder Alumni-Veranstaltungen sind eine tolle Möglichkeit, um mit Firmen- und Branchenvertretern in Kontakt zu treten.

Wie individuell muss eine Bewerbung im Medienbereich sein?

Gentsch: Unternehmen sind wie Menschen eitel. Das heißt, sie wollen gesehen und individuell beworben werden. Aber Bewerbungsunterlagen werden vielleicht zwei bis drei Minuten gelesen. Zu Beginn sollte es etwas geben, das Aufmerksamkeit erweckt und die ganz individuelle Motivation des Bewerbers deutlich werden lässt.

Wie sieht Ihre eigene Bewerbung aus?

Gentsch: Auf den Punkt gebracht, prägnant und aussagekräftig. Keiner hat die Zeit, ausschweifende Berichte zu lesen.

Was sind die häufigsten Fehler bei einem Vorstellungsgespräch?

Gentsch: Statt Fehler aufzuzählen, würde ich gerne verraten, was man richtig machen kann. Dresscode und Umgangsformen sind das eine. Gut vorbereitet zu sein und sich vorher überlegt zu haben, welche Fragen man stellt, das andere. Ein interessierter Fragender begegnet dem Gesprächspartner auf Augenhöhe. Ein Fehler kann sein, zu zurückhaltend  zu sein. Vor allem junge Frauen sollten selbstbewusst über ihre Kompetenzen sprechen.

Wie präsentiert man sich überzeugend im Vorstellungsgespräch?

Gentsch: Ein gutes Vorstellungsgespräch hängt vom Storytelling ab. Ich zeige mich in speziellen Situationen, in denen ich durch eine bestimmte Kompetenz schon einmal erfolgreich war. Wenn ich zum Beispiel ein Auslandsjahr gemacht habe, spreche ich darüber, dass ich mich dort sehr gut selbst organisiert habe.

Welche Tipps geben Sie HdM-Studenten mit auf den Weg?

Gentsch: Ich schaue bei jedem Studenten immer ganz individuell, welche Wünsche und Potenziale oder auch Schwierigkeiten da sind.

 

Joelle Mittnacht

Sprechstundentermin zur Berufs- und Karriereplanung

Nächster Beratungstermin: Montag, 18.01.16
nach Voranmeldung zwischen 13 und 17.30 Uhr
in den Räumen des Didaktikzentrums (HdM, Nobelstr. 10, Raum 182)

VERÖFFENTLICHT AM

12. Januar 2016

KONTAKT

Jutta Gentsch
Philologin | Berufsberaterin für Akademiker
Telefon 0711/920-4132 (Mo-Do)
E-MailJutta.Gentsch@arbeitsagentur.de

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