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Hochschule der Medien

Crowdfunding-Projekt

Neue Töne aus dem Kessel

Die klassische Musikkritik hat es in Zeiten der größten Zeitungskrise der Geschichte schwer, noch einen Platz im Debatten-Feuilleton zu finden. PR-Beraterin Petra Heinze hatte deshalb die Idee, in Stuttgart eine Online-Musikzeitung im Netz zu etablieren. Für die Klassikplattform "Kesseltöne" entwickelten Studenten der Hochschule der Medien (HdM) ein Crowdfunding-Konzept.

Zur Detailansicht Das Team rund um "Kesseltöne" (von links): Jutta Wilfert, Annette Eckerle, Petra Heinze, Lena-Mara Pfaffl und Patricia Schaller. Foto: Rüdiger Schestag

Das Team rund um "Kesseltöne" (von links): Jutta Wilfert, Annette Eckerle, Petra Heinze, Lena-Mara Pfaffl und Patricia Schaller. Foto: Rüdiger Schestag

Auf Musikveranstaltungen wurde Petra Heinze regelmäßig von Besuchern gefragt, wieso Konzerte immer seltener rezensiert würden. Für die Konzertgänger und auch für die Veranstalter bedeutet dies einen großen Verlust. Vor allem für eine Musikstadt wie Stuttgart habe dies zur Konsequenz, "dass die Musikszene verarme", so Petra Heinze. Deshalb hatte die PR-Beraterin die Idee, eine Musikzeitung im Netz zu etablieren. Sie und ihre Kolleginnen, die Kulturjournalistin Annette Eckerle und die Volkswirtin Jutta Wilfert, waren aber skeptisch, ob dafür tatsächlich Bedarf besteht.

Know-how von Digital Natives

Hier kam die HdM ins Spiel. "Wir sind alle keine Digital Natives. Für eine Online-Zeitung fehlte uns das entsprechende Know-how", sagt Eckerle. Unter der Anleitung von Dr. Marie Elisabeth Müller, Professorin im Studiengang Crossmedia-Redaktion/Public Relations an der HdM, haben Studenten ein Konzept für das Onlinemagazin entwickelt, das sie gemeinsam mit Petra Heinze und ihrem Team umsetzen würden.

Nach einer ausführlichen Analyse des Musiknutzungsverhaltens durch Interviews mit Konzertbesuchern und Journalisten wurden der Aufbau und das Layout festgelegt. In Kooperation mit den Studenten beschlossen die Zeitungsmacherinnen, auch andere Genres, junge Künstler und moderne Musik einzubeziehen. Damit bestünde die Chance, eine größere Zielgruppe zu erreichen und klassische Musik nicht als "verstaubte Sache" zu präsentieren, sagt Petra Heinze.

Über die Crowd finanzieren                                           

Die konkrete Umsetzung übernahmen Lena-Mara Pfaffl und Patricia Schaller aus dem Studiengang Crossmedia-Redaktion im Rahmen eines Tutoriums, einem freiwilligen Hochschulprojekt, das mit Kreditpunkten belohnt wird. Lena-Mara Pfaffl entwickelte eine Kampagne für soziale Netzwerke, ihre Kommilitonin Patricia Schaller eine Crowdfunding-Kampagne. Die vordefinierte Mindestsumme für "Kesseltöne" liegt bei ehrgeizigen 80.000 Euro. "Davon sind wir noch weit entfernt", bedauert Prof. Dr. Marie Elisabeth Müller. Falls der angestrebte Betrag nicht erreicht wird, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück. Wenn es jedoch gelingt, das Projekt über die Crowd zu finanzieren, wird es im April 2016 realisiert. Auf Dauer soll sich die Online-Musikzeitung dann über einen freiwilligen Beitrag tragen, erklärt Heinze. Bis zum 26. Februar 2016, 23.59 Uhr, können noch Investitionen getätigt werden.

Voneinander profitieren

Lena-Mara Pfaffl und Patricia Schaller haben das Projekt ein Jahr lang unterstützt. "Die Zusammenarbeit mit den beiden war eine große Bereicherung", findet Petra Heinze. Die Studentinnen hätten über ihre Pflichtstunden hinaus eigenes Engagement entwickelt und ihre crossmedialen Kompetenzen toll eingesetzt, lobt Betreuerin Müller. Sie konnten Kontakte in die Kulturszene knüpfen und haben die Chance auf einen Nebenjob, wenn die "Kesseltöne" starten. Und darauf hoffen alle Beteiligten. "Hinter 'Kesseltöne' steckt eine wirklich tolle Idee, die umgesetzt werden sollte. Denn eine solche Plattform gibt es für die Region Stuttgart bisher noch nicht", sagt Patricia Schaller.

Joelle Mittnacht

VERÖFFENTLICHT AM

18. Februar 2016

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Petra Heinze
PR für Kulturinstitutionen und Festivals
Telefon0711 656 63 15
E-Mailph@petraheinze-pr.de

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