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Hochschule der Medien

Projekt

Medien-Training für Migrantinnen

In der digitalen Netzwerkgesellschaft ist der Zugang zu Medien und digitalen Geräten zur Eintrittskarte geworden. Deshalb ist es besonders wichtig, unterrepräsentierte soziale Gruppen zu identifizieren und sie dabei zu unterstützen, ihre Stimme in den Medien hörbar zu machen. Diese mediale "Empowerment" sei eine ideale Aufgabe, dachten sich fünf Studenten im Masterstudiengang Elektronische Medien an der Hochschule der Medien (HdM) und riefen das Projekt "Youth & Media" ins Leben.

Zur Detailansicht Das Team rund um "Youth & Media" von links: Prof. Marie Elisabeth Müller, Polina Misheva, Julia Hauser, Julia Knorr und Herman Ringstad. Foto: Joelle Mittnacht

Das Team rund um "Youth & Media" von links: Prof. Marie Elisabeth Müller, Polina Misheva, Julia Hauser, Julia Knorr und Herman Ringstad. Foto: Joelle Mittnacht

Sie entwickeln nun gemeinsam mit jungen Migrantinnen und "IN VIA", dem katholischen Verband für Frauen- und Mädchensozialarbeit in Stuttgart, sowie "NorSensus" in Oslo (Norwegen) praxisrelevante Workshops. Darin trainieren die jungen Frauen, professionell in den sozialen Medien zu kommunizieren und sich selbst dort professionell und geschützt darzustellen. Mit diesen Kompetenzen verbessern sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt und gewinnen an Selbstbewusstsein.

Auf Augenhöhe

Die Idee zu "Youth & Media" entstand noch vor der aktuellen Flüchtlingskrise. Prof. Dr. Marie Elisabeth Müller vom Studiengang Crossmedia Redaktion/Public Relations initiierte das Projekt. Bei einem Besuch an der norwegischen Partnerhochschule HiOA (Oslo and Akershus University College of Applied Sciences) entstand der Kontakt zum Kooperationspartner „NorSensus". Die Organisation verfügt über breite Erfahrung im Medien-Training für junge Menschen mit Migrationshintergrund und hat Partner unter anderem in der Türkei, Bulgarien und Rumänien. "Youth & Media" und "NorSensus" arbeiten jetzt gemeinsam daran, die Integration und Partizipation junger Menschen in allen Lebensbereichen zu fördern. "Unsere studentischen Trainer und wir begegnen den jungen Menschen auf Augenhöhe", betont Betreuerin Prof. Dr. Marie Elisabeth Müller, "das ist ein elementarer Schlüssel für den Lernerfolg."

Zum Team von "Youth & Media" zählen ein norwegischer und ein amerikanischer Austauschstudent. "Ich habe mit nicht-staatlichen Organisationen in den USA bereits an verschiedenen Projekten gearbeitet", sagt Michael Crane. Auch Polina Misheva vom Masterstudiengang Unternehmenskommunikation hat sich bereits mit hilfsbedürftigen Kindern beschäftigt. Den Kontakt zur jungen Zielgruppe steuert der Projektpartner IN VIA bei.

Medienpraxis schulen

Die Studenten entwickelten ein effektives Trainingskonzept mit drei Workshop-Modulen. Im ersten - "Pimp your CV" - lernen die jungen Frauen, was ein attraktiver Lebenslauf ist und erhalten Tipps für Bewerbungsfotos. Im Modul "Social Media & You" trainieren sie die professionelle und geschützte Kommunikation in sozialen Netzwerken. "Wir erarbeiten Regeln, welche Inhalte dort förderlich sind und welche Arbeitgebern weniger gefallen", erklären Julia Hauser und Michael Crane im Gespräch. Im dritten Modul wird ein "Live-Radio-Workshop" beim Hochschulradio HORADS 88,6 stattfinden, bei dem sich die Teilnehmerinnen gegenseitig interviewen und ihre Erfahrungen mit einem größeren Publikum teilen.

Training im kommenden Sommersemester

"Bei der Suche nach Partnerorganisationen haben wir gemerkt, dass wir vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise die Migranten nicht vergessen dürfen", sagt Julia Hauser. "Youth & Media" wolle den jungen Migranten eine öffentliche Stimme geben und sie für ihre berufliche Zukunft mit herausragenden Kompetenzen unterstützen. Im Sommersemester 2016, das am 14. März beginnt, wird die Lehrveranstaltung erneut angeboten. Dann wird der Workshop umgesetzt. "Es wäre toll, wenn viele motivierte Kommilitonen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen dazukommen", erklärt Julia Hauser.

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