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Hochschule der Medien

Influencer Marketing

"YouTuber sind die neuen Boybands"

Am 28. April 2016 findet bundesweit der Girls’Day statt. Auch an der Hochschule der Medien (HdM) können Schülerinnen in Bereiche reinschnuppern, die technisch ausgerichtet sind. Um 2016 auf den Aktionstag aufmerksam zu machen, hat die Arbeitsagentur eine Kampagne mit Influencern gestartet. Das sind unter anderem YouTube-Stars, die für den Berufsorientierungstag bei ihren Fans werben. Was sich genau hinter "Influencer Marketing" verbirgt, weiß Prof. Dr. Jürgen Seitz von der HdM.

Schauspielerin, Moderatorin und YouTube-Star Joyce wirbt aktuell für den Girls'Day der Arbeitsagentur. Screenshot: YouTube/ Joyce/ Arbeitsagentur

Schauspielerin, Moderatorin und YouTube-Star Joyce wirbt aktuell für den Girls'Day der Arbeitsagentur. Screenshot: YouTube/ Joyce/ Arbeitsagentur

Zur Detailansicht Neben Joyce wurden für die Kampagne auch weitere Influencer engagiert. Screenshot Kampagnenwebseite: dasbringtmichweiter.de/typischich/

Neben Joyce wurden für die Kampagne auch weitere Influencer engagiert. Screenshot Kampagnenwebseite: dasbringtmichweiter.de/typischich/

Für die Techniker Krankenkasse war LeFloid bereits Werbegesicht. Quelle: Techniker Krankenkasse

Für die Techniker Krankenkasse war LeFloid bereits Werbegesicht. Quelle: Techniker Krankenkasse

Bei werbetreibenden Unternehmen steigt die Nachfrage nach Influencern. Sie werden von Marketingabteilungen eingesetzt, um die Botschaft des Unternehmens glaubwürdig und reichweitenstark zu platzieren. Dr. Jürgen Seitz ist Professor an der HdM, lehrt und forscht zum Thema Digitalmarketingstrategien. Er weiß, dass es einflussreiche Influencer mittlerweile zu fast jedem Themengebiet gibt. Besonders hohe Reichweiten erzielen dabei jugendliche Themen wie Gaming, Beauty oder Fitness. Auch in den Kanälen findet sich, laut Seitz, inzwischen eine breite Vielfalt. Visuelle Kanäle wie YouTube, Instagram und SnapChat erhalten dabei eine besondere Aufmerksamkeit. "In vielen Branchen ist aber immer noch ein guter Blogpost oder der Auftritt in einem Podcast für Unternehmen von höherer Bedeutung", meint Prof. Dr. Jürgen Seitz.

Jugendliche als Zielgruppe

Für Werbetreibende gilt die heutige Jugend als schwierige Zielgruppe, die zwar kaufkräftig, aber auch sprunghaft ist. Die aktuell beliebteste Social-Media-Plattform unter 12- bis 19-Jährigen ist YouTube. Stars der Plattform, wie Bibi oder LeFloid, sind gern gebuchte Markenbotschafter. Bibi wurde beispielsweise von Neckermann-Reisen zwei Jahre in Folge gemeinsam mit ihrem Freund an verschiedene Urlaubsorte geschickt und produzierte im Gegenzug sogenannte Follow-me-around-Videos, die ihnen insgesamt 8,3 Millionen Abrufe einbrachten. Selbst ein trockenes Thema wie Versicherungen wird inzwischen attraktiv für die junge Zielgruppe verpackt. Bei der Kampagne der Techniker Krankenkasse zum Beispiel stellte sich YouTuber LeFloid als einen der vier Versicherten vor und produzierte auch einen eigenen Clip für seinen Kanal. In dem Video erzählte er, wie er zu seinen allseits bekannten Narben kam.

Aktuelles Erfolgsbeispiel

Neben erfolgreichen YouTubern sind inzwischen auch weitere Social-Media-Stars gefragt, wie die aktuelle Kampagne der Arbeitsagentur zeigt. Sie wirbt für den Girls'Day bzw. Boys'Day mit Normalos, die in geschlechtsuntypischen Berufen arbeiten, aber auch mit YouTube- und Instagram-Stars wie Joyce oder Daarum. Laut Angaben der ausführenden Agentur Kolle Rebbe sei schon wenige Stunden nach Kampagnenstart der Traffic auf der Kampagnenseite fünf Mal höher gewesen als sonst und das erste Influencer-Video wurde von der Zielgruppe mit 97,4 Prozent positivem Feedback belohnt.

"Das Thema Influencer Marketing hat mit dem Aufstieg von Social Media signifikant an Bedeutung gewonnen", erklärt Prof. Dr. Jürgen Seitz. Diese Beliebtheit spiegelt sich auch zunehmend in den Digitalmarketingstrategien erfolgreicher Unternehmen wider, so der Experte weiter. Als öffentliche Unterstützer eines Produktes können Influencer mit selbst produzierten Inhalten maßgeblich zur positiven Markenbildung beitragen.

Aushängeschilder der Branche

"Die Aushängeschilder der Branche sind der Action-Cam-Anbieter GoPro und die Hersteller von Beats-Kopfhörern. Sie haben ihre Produkte erfolgreich durch Influencer und Prominente bekannt gemacht und gleichzeitig mit Markenattributen aufgeladen", verrät Prof. Dr. Jürgen Seitz.

Wenn es nach ihm geht, muss ein dauerhaftes Beziehungsmanagement zu den Influencern betrieben werden, wenn eine Marke dadurch erfolgreich aufgebaut werden soll. "Mein wichtigster Ratschlag ist es, mit den Influencern klare, transparente Absprachen zu treffen, ihnen aber gleichzeitig ausreichend kreativen Freiraum einzuräumen, damit sie das Produkt auch wirklich authentisch darstellen", meint Seitz. Denn Kinder und Jugendliche, die jeden Tag eine Stunde ihrem YouTube-Star zuschauen, haben ein sehr gutes Gespür dafür, ob der Star Product-Placement nur für Geld macht hat oder aber überzeugt ist und das Produkt richtig in sein Programm einbaut.

Prof. Dr. Jürgen Seitz geht sogar so weit zu behaupten, dass YouTuber die neuen Boybands sind und durch den Einsatz von Influencern man als Unternehmen - wenn man es richtig macht - hier einiges erreichen kann.

Quellen:

Horizont.net
Klicksafe.de
Meedia.de
Spiegel.de

Ann-Katrin Wieland

Beispiele für Influencer Marketing

YouTube-Star Joyce hat anlässlich des Girls’Days 2016 ein eigenes Video für ihren Auftragsgeber, die Arbeitsagentur, produziert.

YouTuber LeFloid erzählt in seinem Video für die Techniker Krankenkasse, wie er zu seinen Narben kam.

VERÖFFENTLICHT AM

27. April 2016

KONTAKT

Prof. Dr. Jürgen Seitz

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2741

E-Mail: seitz@hdm-stuttgart.de

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