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Re:publica

Zwischen Snowden und Snapchat

Zum zehnjährigen Jubiläum konnte die Internet-Konferenz "re:publica" vom 2. bis zum 4. Mai 2016 einen Besucherrekord von 8000 Bloggern, Journalisten und sonstigen Interessierten verzeichnen. Highlights der Veranstaltung in Berlin waren die Live-Schaltung zu Edward Snowden, die Rede von "re:publica"-Gründer Sascha Lobo und ein fünfzehnjähriger Junge aus Hamburg-Altona.

Sascha Lobo mit dem Thema "The Age of Trotzdem" am 2. Mai 2016 auf der re:publica in Berlin. Foto re:publica Gregor Fischer CC BY 2.0

Sascha Lobo mit dem Thema "The Age of Trotzdem" am 2. Mai 2016 auf der re:publica in Berlin. Foto re:publica Gregor Fischer CC BY 2.0

Eine Besucherin trägt am 2. Mai 2016 auf der re:publica in Berlin eine VR-Brille. Foto re:publica Gregor Fischer CC BY 2.0

Eine Besucherin trägt am 2. Mai 2016 auf der re:publica in Berlin eine VR-Brille. Foto re:publica Gregor Fischer CC BY 2.0

"Wir können das entscheidende Tor nicht mehr schießen", sagt Sascha Lobo in seinem Vortrag "The Age of Trotzdem" am Eröffnungstag der "re:publica". Die bisherige Chance, mit dem Internet die Welt zu verbessern, sei vertan. Denn alles, wofür die "re:publica"-Gründer und ihre Generation in den letzten Jahren gekämpft hatten - das freie und gleiche Internet für alle oder gegen die Vorratsdatenspeicherung - sei verloren. Eine ernüchternde Erkenntnis zur zehnten Ausgabe der Internet-Konferenz. Doch den Optimismus solle man nicht verlieren. Mit Gegenmodellen zu etablierten Anbietern könne man "den digitalen Raum zurückerobern".

770 Sprecher und 500 Stunden Programm

Auch wenn netzpolitisch wenig erreicht wurde, hat die "re:publica" selbst viel bewirkt. Sie hat sich von einem Blogger-Treffen, an dem 700 IT-Freaks teilnahmen, zur erfolgreichsten Internet-Konferenz Europas entwickelt. Mit mehr als 770 Sprechern ist die "re:publica" größer, internationaler und professioneller geworden. An den drei Veranstaltungstagen wurde unter anderem über Veränderungen in der Arbeitswelt, bei Games für die Demenzforschung oder ein TÜV-Siegel für Pornografie diskutiert. Auch eine Ausstellung zum Thema virtuelle Realitäten gab es. Mit der "re:health" wurde ein umfangreiches Gesundheitsprogramm aufgestellt und die "re:learn" gab Ausblicke in die Zukunft der Bildung.

Großer Whistleblower und kleiner Aufklärer

Von besonderem Interesse war bei der zehnten "re:publica" für viele Besucher der Skype-Auftritt von Edward Snowden, der mahnte, den Kampf um die Privatsphäre nicht aufzugeben. "Wer sagt, die Privatsphäre ist mir egal, ich habe nichts zu verbergen, könnte auch sagen, die Redefreiheit ist mir egal, ich habe nichts zu sagen", meinte Snowden und machte sich für mehr Datenschutz im Netz stark. Für den Whistleblower gehe die größte Gefahr jedoch nicht von Facebook oder Google aus, sondern von den Sicherheitsbehörden.
Weniger ernst, aber mit ebenso viel Interesse lauschten die Besucher dem fünfzehnjährigen Joshua Arntzen bei seiner Skype-Zuschaltung. Er erklärte den Erwachsenen die Welt von Snapchat. Diese wollten vor allem wissen, wie das Netzwerk als Marketing-Tool eingesetzt werden kann. Denn auf dem Discover-Bereich von Snapchat kann man sich auch als Marke präsentieren. Joshua erklärte, dass er sich so etwas zwar anschauen, einem Werbekanal aber nicht folgen würde. Schließlich ginge es bei Snapchat um den Spaß unter Freunden.

Quellen:
Spiegel.de
Welt.de
Re-publica.de

Marleen Kledig

VERÖFFENTLICHT AM

11. Mai 2016

WEITERFÜHRENDE LINKS

https://re-publica.de/

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Thomas

am 11.05.2016 um 17:34 Uhr

Interessanter fand ich die Zusammenarbeit zwischen Organisation und Unternehmen wie Adblock Plus, Done.Consulting, Flattr. Da hat sich ein Unternehmen mit höchst zweifelhaftem Geschäftsmodell in die #rpten eingekauft. Der Filz reicht hoch bis zum Pressesprecher. Interessiert aber kaum jemand, da die hippen Menschen sich dort ja lieber selbst feiern...

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