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Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Nebenjobs

Hauptsache, man macht's

Partys feiern, Gras rauchen und bis in die Nacht philosophieren. Lange Jahre war dies das allgemeine Bild von Studenten, aber diese Zeiten sind längst vorbei. Ein entspanntes Studentendasein gibt es heutzutage nicht mehr. Vielmehr arbeiten Studenten neben dem Studium, um sich die akademische Ausbildung leisten zu können oder ihr Privatleben zu finanzieren. Was bringen Studentenjobs außer "Kleingeld"?

Kellnern als Nebenjob macht sich im Lebenslauf gut, Foto: Marleen Kledig

Kellnern als Nebenjob macht sich im Lebenslauf gut, Foto: Marleen Kledig

"Personaler schauen nach Potenzial", sagt Prof. Roland Kiefer, Leiter des Zentralen Praktikantenamts der Hochschule der Medien (HdM). Um dies zu zeigen, sind Zeugnisse von Nebenjobs und Praktika sehr hilfreich. "Besonders gut kommt natürlich an, wenn ein Praxissemester als Nebenjob weitergeführt wird." Das zeigt, dass der Student so gut war, dass weiterhin Interesse an seiner Mitarbeit bestand. Unternehmen wollen von Absolventen immer mehr Berufserfahrung. Deshalb sind Nebentätigkeiten, die mit dem späteren Berufsbild korrelieren, beim Berufseinstieg besonders gefragt. Für Studenten sind solche Jobs ebenfalls erstrebenswert, weil sie das theoretisch Gelernte in der Praxis anwenden und herausfinden, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Darüber hinaus ist es eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, die sich im späteren Berufsleben als wertvoll erweisen können. Es gilt: "Man sieht sich mehrfach im Leben."

Auch klassische Nebenjobs pimpen den Lebenslauf

An Hochschulen selbst gibt es ebenfalls nützliche Erwerbstätigkeiten. Als wissenschaftliche Hilfskraft kann man durch die Vertiefung seines Wissens und den fachlichen Austausch mit Dozenten viele Erfahrungen sammeln. Die Zusammenarbeit mit Doktoranden oder Experten aus der freien Wirtschaft kann auch hilfreich beim Berufseinstieg sein. Aber auch Nebentätigkeiten, die man nur wegen des Geldverdienens ausübt, können beim Berufseinstieg helfen. "Selbstständiges Arbeiten, Leistungsbereitschaft und Sozialkompetenz kann man notfalls auch beim Kellnern zeigen. Das sind Bausteine, die sich in der Bewerbung sehr gut machen", erklärt Prof. Roland Kiefer. Deshalb ist es wichtig, sich auch solche Tätigkeiten in Form eines Zeugnisses bestätigen zu lassen. Wer während seines Studiums keinen Nebenjob oder keine zusätzlichen Praktika absolviert hat, sollte nicht den Mut verlieren. Zwar tun sich "diejenigen, die nebenher nichts weiter gemacht haben, gelegentlich in der Konkurrenz zu anderen Bewerbern schwer", aber besondere Projekte und Aktivitäten während des Studiums wie Tutorien oder Gremienarbeit, können das gut ausgleichen.

Nebenjobs sorgen für bessere Leistungen

Besonders gut macht sich auch ein "Gap Year" zwischen Bachelor und Master. Während eines "Gap Years" können sich die Bachelor-Absolventen mit Praktika und Aushilfsjobs auch nach ihrem Studium beruflich ausprobieren und sich gegebenenfalls neu orientieren. Sorgen darüber, dass die studentischen Leistungen aufgrund eines Nebenjobs schlechter werden, muss man sich laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aus dem Jahr 2015 nicht machen. Es gibt "keinen Beleg dafür, dass Studentenjobs die akademische Leistung beeinträchtigen." Im Gegenteil: Studenten, die einen Nebenjob mit Bezug zum Studienfach haben, sind im Studium durchschnittlich besser. Klar, denn bei praktischen Tätigkeiten lernt man ja auch am besten. Bei all den Berufsvorbereitungen sollte die Praxis des Feierns aber nicht zu kurz kommen - schließlich tut man dabei ja auch etwas für seine Sozialkompetenz.

Quellen:
Wirtschaftswoche.de
aerztezeitung.de

Marleen Kledig

VERÖFFENTLICHT AM

24. Mai 2016

KONTAKT

Prof. Roland Kiefer

Medieninformatik

Telefon: 0711 8923-2167

E-Mail: kiefer@hdm-stuttgart.de

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Prokatination

am 25.05.2016 um 16:26 Uhr

Die westliche Leistungsgesellschaft ist doch bescheuert und ich sträube mich zutiefst gegen den gesellschaftlichen Druck zur Selbstoptimierung. Existenzstützende Nebenjobs kann niemand schlechtheißen, aber ich will die schönste Zeit meines Lebens nicht mit "Weiterbildung" zufplastern, mein Studium nimmt meine Zeit momentan absolut ausreichend in Anspruch. Weil es nun aber genug Leute gibt, die dieser Karotte hinterherlaufen (und dann mit 50 Jahren eine Midlifecrisis bekommen), sehe ich mich mit einer selbstzerstörerischen Meute von Akademikern konfrontiert, welche durch solche Beiträge angetrieben wird und die sonstige zukünftige Arbeitnehmerschaft mit in den Abgrund reißt. Wo ist hier die Notbremse? Zitat Hartmut Roa: "[...]Burn-out-Raten und Angsterkrankungen nehmen bei Studenten wirklich zu. [...] Die Zahl der legitimen Erwartungen, mit denen Studenten konfrontiert sind, explodiert. Das Auslandssemester, die zweite Fremdsprache, das sportliche, musische oder ehrenamtliche Engagement — diese diffusen Erwartungen fühlen die Studierenden. "

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