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Hochschule der Medien

Studienabbruch

Studienfachwechsel statt Studienfachfrust?

Durchhalten oder frühzeitig das Studienfach wechseln und sich neu orientieren? Wie den Wechsel vor künftigen Arbeitgebern rechtfertigen – oder der Familie? Wer einen Studienfachwechsel erwägt, steht vor einer schwierigen Entscheidung und vielen offenen Fragen. Zwei Studenten der Hochschule der Medien (HdM) haben den Neustart gewagt.

Zur Detailansicht Marc Walter (links) und Moritz Plingen bereuen ihren Studiengangwechsel nicht. Foto: Joelle Mittnacht

Marc Walter (links) und Moritz Plingen bereuen ihren Studiengangwechsel nicht. Foto: Joelle Mittnacht

Ein weites Berufsfeld, ein sicherer Arbeitsplatz und ein hohes Einstiegsgehalt - eigentlich schien das Maschinenbau-Studium an der Universität Darmstadt perfekt zu sein. Trotzdem hatte Moritz Plingen das Gefühl, "dass sich meine Kommilitonen für das Fach mehr begeistern können, als ich selbst." Ein Film der Studioproduktion der HdM weckte sein Interesse am Ingenieurstudiengang Audiovisuelle Medien. Seit zwei Semestern ist er an der HdM eingeschrieben und bereut den Fach- und Hochschulwechsel nicht: "Mir gefällt hier die Atmosphäre und das Verhältnis zwischen Professoren und Studenten, das mich an die Zeit in der Oberstufe erinnert."

Individuelle Geschichten

"Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum Studierende ihr Studium abbrechen", sagt Prof. Dr. Mathias Hinkelmann, Prorektor für Lehre an der HdM. Man könne die Ursache aber nur erahnen. An schlechten Prüfungsergebnissen allein könne man es nicht festmachen. Hinzu kommen Gründe verschiedenster Natur: Beispielsweise sagen einem die Inhalte im gewählten Studiengang nicht zu, Erwartungen wurden nicht erfüllt, man steckt in einer Lebenskrise oder hat finanzielle Probleme.
Der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zufolge wechselten im Jahr 2012 rund 17 Prozent ihr Studienfach, vor allem in den ersten beiden Semestern. 15 Prozent wechselten die Hochschule und damit häufig auch die Hochschulart.

Nicht immer geradlinig

Aber es muss nicht immer gleich ein Hochschulwechsel sein, wie Marc Walters Lebenslauf zeigt: "Nach der Realschule habe ich mein Fachabi in Wirtschaftsinformatik gemacht und dann eine Ausbildung", berichtet der 24-Jährige. Ein anschließendes Informatikstudium sei deshalb naheliegend gewesen. "Ich wollte aber nicht mein Leben lang programmieren", sagt Walter. Denn ihn interessiere nicht nur der technische, sondern auch der wirtschaftliche Bereich. Nach anderthalb Jahren zog er einen Schlussstrich und bewarb sich für den Bachelorstudiengang Online-Medien-Management. Ganz einfach ist ein Studienfachwechsel an der HdM nicht: "Ein Studiengangwechsel innerhalb der HdM ist nur durch eine neue Bewerbung möglich, bei der die Studierenden an dem normalen Vergabeverfahren teilnehmen müssen", so Prof. Dr. Hinkelmann. Es gelten die gleichen Bedingungen wie für externe Bewerber für das erste oder ein höheres Fachsemester. Marc Walter sieht den Abbruch auch unter dem Aspekt: "Mir macht studieren Spaß, denn man lernt nie aus." Durch seine "Patchwork-Decke" habe er Erfahrungen gesammelt und Wissen dazu gewonnen. Beispielsweise habe er seine Informatikkenntnisse bereits im neuen Studiengang anwenden können.

Entscheidungshilfen

Ob ein Student seine bisherigen Studienleistungen angerechnet oder anerkannt bekommt, oder bei "null anfangen muss", hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der häufigste Fall ist vergleichbar mit der Anerkennung von Leistungen, die während eines Auslandssemesters erbracht wurden. Dabei erfolgt ein Vergleich erworbener Kompetenzen aus dem alten, mit den zu erwerbenden Kompetenzen im neuen Studiengang. 
"Die Studienabbruchquote an deutschen Hochschulen ist in den letzten Jahren gesunken", erklärt Prof. Dr. Hinkelmann. Zu diesem teilweisen Rückgang der Abbruchquote haben auch verschiedene Initiativen beigetragen, etwa der "Qualitätspakt Lehre". Für die Betreuung der Studenten und die Lehrqualität an Hochschulen, stellte der Bund rund zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Hierunter fällt auch die Zentrale Studienberatung

Wenn dunkle Wolken am Horizont aufziehen, muss das nicht immer gleich einen Studienabbruch zur Folge haben. Manche Zweifler bringen ihr begonnenes Studium doch noch erfolgreich zu Ende, anderen hilft es, wenn sie in einen anderen Studiengang wechseln, in dem sie sich besser aufgehoben fühlen.

Quellen:
www.studium-ratgeber.de
www.sozialerhebung.de
www.bmf.de

 

Joelle Mittnacht

VERÖFFENTLICHT AM

05. Juli 2016

KONTAKT

Prof. Dr. Mathias Hinkelmann

Medieninformatik

Telefon: 0711 8923-2002

E-Mail: hinkelmann@hdm-stuttgart.de

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