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Hochschule der Medien

Conmedia 2016

Auf den Spuren der RAF

Am 24. Juni 2016 fand die Conmedia 2016 in Stuttgart-Stammheim statt. Unter dem Motto "Auf gelben Stühlen" wurde den mehr als 100 Gästen eine interessante und mindestens ebenso imposante Veranstaltung in einer geschichtsträchtigen Location geboten.

Die Conmedia 2016 in Bildern
(Fotos: Mitra Schmidt)

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Nicht nur ein Hauch, sondern ein ganzer Sturm Geschichte wehte bei der medienpolitischen Veranstaltung durch den Verhandlungssaal der RAF-Prozesse. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stammheim fanden sich Studenten, Gäste, Zeitzeugen und Experten ein, um über Motive, Folgen und Gefahren des Terrorismus von damals und heute zu reden. Die Conmedia wird jährlich von Studenten des Studiengangs Medienwirtschaft der HdM eigenständig entwickelt, konzipiert und umgesetzt. Ziel ist es, gesellschaftlich relevante Themen unter journalistischen Aspekten aufzubereiten und in einer öffentlichen Veranstaltung zu präsentieren.

Dutzende gesichtslose Opfer hingen von der Decke

Bilder und fehlende Bilder von Terroropfern weltweit stimmten auf den Abend ein.
Im Eingangsbereich des Mehrzwecksgebäudes der JVA konnten sich Gäste ein Bild von dem weltweiten Terrorismus machen. Über den Raum verteilt hatten die HdM-Studenten Steckbriefe der Terroropfer aus verschiedenen Kontinenten aufgehängt: "Es fällt einfach auf, dass uns die Opfer aus Europa und Nordamerika bekannt sind. Wir wissen, wie sie heißen, und wie sie aussehen. Im Nahen Osten hingegen, wo es sogar viel mehr Terror gibt, sehen wir durch unsere Medien in Europa die Opfer nur als gesichtslose Unbekannte, obwohl diese genauso eine Geschichte und Familie hatten", erklärt Anouk Ruhmann, die Medienwirtschaft im vierten Semester studiert.

Zwischen Talk und Show

Jurist und Jouranlist Manfred Nägele, der 1975 verantwortlicher Redakteur für die RAF-Prozesse war, war Gast der Conmedia.
Der Saal, in dem sich 90 Minuten lang Experten und Gäste zum Thema Terrorismus und dem Umgang der Medien mit dem Terror austauschten, war gut besucht. Neben sehens-und hörenswerten Vorträgen von Zeitzeugen des RAF-Terrors wie dem Journalisten Manfred Nägele oder dem Juristen Klaus Pflieger, waren zwischen den einzelnen Themenfeldern dramatische Filmaufnahmen und interessante Inszenierungen zu bestaunen.

Das Moderatoren-Duo Diana Hörger und Kolja Schwarz führte gekonnt durch den Abend, der die ein oder andere Überraschung bereit hielt. Zum Beispiel, als Gäste aus dem Publikum gefragt wurden, wie sicher sie sich in Deutschland fühlten - ein vermeintlicher Gast riss das Mikrofon an sich und referierte leidenschaftlich in einem dreiminütigen Monolog über die Perversion des Krieges und des Terrors. Er stellte sich als Schauspielerin heraus, die einen Text von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zittierte.

Die Gesprächsrunden wurden durch eine Mischung aus Einspieler und Live-Performance unterbrochen. (Fotos: Mitra Schmidt)
Aber auch die Einspieler zwischen den einzelnen Themen hielten auf beeindruckende Art und Weise gerade den jüngeren Gästen einen Spiegel vor. Ist es heuchlersich, in Facebook und Twitter Profilbilder in bleu-blanc-rouge zu hüllen, oder mit einem einfachen #prayforbrussels-post Anteilnahme kundzutun, wenn man einen Tag später zu seinem gewohnten Leben zurückkehrt?

Was ist hängengeblieben?

Nach der Veranstaltung kehrten Gäste, Experten und das Conmedia-Team in den Empfangsbereich zurück, um sich über die vergangenen anderthalb Stunden auszutauschen. Zwei Gedenkwände standen im Raum, auf denen man schriftlich festhalten konnte, was einem durch den Kopf ging. "Stop Terror", "Pray for Peace", "Was ist mit 'Pray for Turkey'?" waren nur wenige der vielen Bekundigungen die an den Wänden hingen. Franziska Prestele, Gast der Conmedia und Medienwirtschaftstudentin an der HdM, fasste zusammen: "Es war super interessant, vor allem die Location und die Gäste aus den Zeiten der RAF waren beeindruckend."

Gilles Förstner

VERÖFFENTLICHT AM

28. Juni 2016

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